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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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Esther Esthland

gend fast ganz Europa und hielt sich namentlich längere Zeit in England, Frankreich undItalien auf. Wie sein Vater, Nikol aus III., und sein Bruder Anton, der, von London»nnigst betrauert, vor Belgrad fiel, trat auch er anfangs in Militärdienste; spater aber wurdeer zu diplomatischen Sendungen undGcsandtschaften bei feierlichen Veranlassungen gebrauchtMehre Zweige der Kunst und Wissenschaft danken ihm ausgezeichnete Bereicherung. Er istder Gründer der herrlichen Gemäldesammlung in dem vom Fürsten Kaunitz gekauften Gar-tenpalaste in der wiener Vorstadt Mariahilf. Dort legte er auch eine auserwählte Samm-lung von Kupferstichen und Zeichnungen an. Seine Sommerresidenz in Eisenstadt, wo erHaydn's Gebeine mit ausgesuchter Pracht beisetzen ließ, wurde durch ihn ein Tempel derTonkunst und der Botanik. Napoleon, als er 1809 damit umging, Ostreich durch Abtren-nung von Ungarn zu entnerven, machte dem Fürsten Anträge wegen der Krone Ungarns;allein er täuschte sich in ihm und der Stimmung des Volks; denn E. ging nicht darauf ein,auch waren die E. beim Volke keineswegs beliebt. Im Z. 1828 kaufte der Fürst vom Groß-herzog von Baden die Insel Mainau im Bodensee. Er starb am 25. Nov. 1833 zu Comoin Italien, wohin er sich zurückgezogen hatte. Standesherr ist gegenwärtig sein Sohn, PaulAnton, geb. am 10. Mär; 1786, Wirklicher Geh. Rath, Kämmerer und Botschafter amHofe zu London, seit 1812 vermählt mit Marie Therese, Prinzessin von Thurn und Taxis.

Esther ist der Name einer jüd. Heldin, deren Geschichte in dem nach ihr benanntenbiblischen Buche berichtet wird. Sie hieß ursprünglich Hadassa, war nach dem Tode ihresVaters Abihail von ihrem Oheim Mardochai an Kindesstatt angenommen worden undwohnte zu Susa, der Winterresidenz des pers. Königs Ahasverus. Dieser, unter dem wahr-scheinlich Lerxes gemeint ist, fühlte sich von ihrer Schönheit so angezogen, daß er sie unterdem Namen Esther, d. i. Stern, zu seiner Gemahlin erhob und ihr nachmals selbst seinenGünstling Harnan aufopferte. Haman nämlich, durch Mardochai's unehrerbietiges Wesengereizt, hatte die Juden bei dem Könige verdächtigt und zur Ermordung derselben sich Voll-macht geben lassen, allein ehe es zur Ausführung kam, wußte E. den König umzustimmcnund nicht nur die Hinrichtung Haman's, sondern auch ein Blutbad unter allen Judenfeindenzu erwirken. Zum Andenken an diese Errettung feierten und feiern jetzt noch die Juden am14. und 15. Adar das Purimfest, d. i. Fest der Loose, weil Haman ihre Ermordung nachpers. Sitte durchs Loos bestimmt hatte. Das Buch Esther, welches wol erst nach demUntergange der pers. Monarchie abgefaßt sein dürfte, ist nicht im theokratischen Geiste ge-schrieben, indem nichts unmittelbar auf Gott zurückgeführt, ja Gott nicht einmal genanntwird. Die unechten Zusätze, welche die alcxandrin. Übersetzung und die Vulgata enthält,stehen bei Luther unter den Apokryphen. Vgl. Baumgarten, „veücke libriL." (Halle 1839).

Esthland, von den Esthen Wiroma, d. h. Grenzland, genannt, in Hinsicht sowolauf Areal als auf absolute und relative Bevölkerung die kleinste der drei Ostseeprovinzen(s. Liefland und Kurland), gehört seit dem nystadter Frieden von 1721 zu Rußland.Sie bildet ein längs der Ostsee und dem Finnischen Golf liegendes, fast ganz ebenes, mitvielen Sümpfen, Sandflächen und Eranitblöckcn übersattes Küstenland, in welchem dochauch an manchen Stellen fruchtbarer Ackerboden sich findet, der viel Getreide, besondersRoggen und Gerste, sowol zum eigenen Bedarf des Landes wie zur Bereitung und Ausfuhrvon Kornbranntwein nach dem Innern Rußlands liefert, und namentlich auch eine recht er-giebige Flachs- und Hanfernte sowie auch einen reichen Holzertrag aus den dichten Tannen-und Birkenwäldern bietet. In Betreff der Einwohner muß man zwischen Esthen und Esth-ländern unterscheiden; die letzter» würden es für einen Schimpf halten, mir den erstem ineine Kategorie gestellt zu werden. Jene, die Esthen, gleich den Finnen, Lappen, Tscheremis-sen, Tschuwaschen, Mordwinen und vielen andern dem russ. Scepter unterworfenen Natio-nen, zum tatarischen Völkerstamm gehörend, sind die Urbewohner des Landes und von ihrenSiegern und Unterdrückern mit Unrecht Tschuden, d. i. Fremde oder Barbaren, genanntworden. Sie gehörten wechselnd zum dän., deutsch, liefländ., schweb, und russ. Reich.Waldemar's I. Sohn, Knud VI. von Dänemark, 1182—1202, begann die Unterwerfungvon E.; dieselbe vollendete Waldemar II. oder der Sieger 1202—41, der sich König allerSlawen nannte. Waldemar III. verkaufte 1347 E. an die mit dem Deutschen Orden ver-bundenen liefländ. Schwertbrüder, wodurch dasselbe mit in die bunten Schicksale dieses Or