Este (Hannover-) Esterhazy von Galantha 109
Ricardo, war mit Ferdinand, dem dritten Sohne des Kaisers Franz von Ostreich, ver-mählt, welcher anfangs zur Entschädigung für das verloreneModena das Herzogtum Brcis-gau erhielt und 1806 starb. Der älteste Sohn Beider, Franz IV. (s. d.), gelangte nachAufhebung des Königreichs Italien durch die Tractate von >814 und l 8 t 5 zum Besitze desHerzogthums Modena und nach dem Tode seiner Mutter 1829 auch zur Nachfolge in denHerzogthümern Massa und Carrara.
Este. Den Stammnamen des Hauses Hannover-Este führen gegenwärtig die Nach-kommen des Herzogs August von Sussex mit Lady Murray, AugustFriedrichvonE. undAuguste Emma von E. Die Vermählung des Herzogs, der der sechste Sohn KönigGeorg'slll. von England war. mit der Lady Auguste Murray, geb. am 27.Jan. 1768, derälternTochter des schot. Grafen Dunmore, hatte zu Rom am 4. Apr. 1793 ohneVorwifsender beiderseitigen Ältern stattgefunden. Ein nachher nicht zu ermittelnder engl. Geistlicher hattedie Trauung vollzogen, aber darüber keinZeugniß ausgestellt. Lady Auguste, um denBeweiseiner wirklich geschlossenen, wenn auch bürgerlich ungültigen Ehe zu erhalten, leitete deshalbzu London eine zweite Trauung ein. Am 5. Dec. 1793 wurde im Kirchspiele St.-Georgenach dreimaligem Aufgebote ein Herr Frederic mit Auguste Murray, die Beide Leute gerin-gen bürgerlichen Stands zu sein schienen, ohne Aufsehen getraut und die Handlung durcheinen gewöhnlichen Trauschein bestätigt. Am 13. Jan. 1794 gebar Lady Auguste einen Sohn,den jetzigen Oberst von Este, während der Herzog in Lissabon war. Eine vom Geheimrathveranlaßte Untersuchung brachte nun das Geheimniß an das Licht, und aus Grund des überdie Verheirathungen in der königlichen Familie im 1. 1772 bestimmten Gesetzes wurde vondem erzbischöflichen Gericht die Ehe des Herzogs für gänzlich nichtig erklärt, der sich indeß inseinem Gewissen an die Ehe gebunden hielt, und am 1 l. Aug. 1801 auch Vater einer Toch-ter wurde. Erst später erhielten beide Kinder den alten Namen Este, die Mutter den Titeld'Ameland und einen Jahrgehalt von 4000 Pf. St. Da der Herzog von Sussex und seinelegitimen Nachkommen nach und nach mehr Aussichten aufdie Thronfolge erlangten, so suchteder Oberst von Este schon bei Lebzeiten seines Vaters die ^Anerkennung seiner Legitimität alseines Prinzen von Großbritannien und Irland, oder wenigstens von Hannover geltend zumachen. Für ihn schrieben Klübcr in den „Abhandlungen für Geschichtskunde" (Bd. 2,Franks. 1834) und Zachariä (Heidelb. 1834); gegen ihn Schmid (Jena 1835) und Eich-horn (Berl. 1835). Da die Frage erst nach dem Aussterben des jetzt in Hannover regieren-den Hauses Wichtigkeit erhält, so ist dieselbe, obschon sic beim Tode des Herzogs von Sussex imI. 1843 von neuem zur Sprache kam, doch sehr bald wieder in den Hintergrund getreten.
Esterhazy von Galantha ist der Name einer alten ursprünglich magyarischen Fa-milie, deren Hauptast später zur deutschen Reichsfürstenwürde gelangte und gegenwärtig sobegütert ist, daß der Majoratsherr für den reichsten Gutsbesitzer der östr. Monarchie gilt.Lächerliche Schmeichelei hat den Stammbaum derselben bis auf den angeblichen Abkömm-ling Attila's, Paul Estoraz, der 969 getauft wurde, hinausgeführt. Sie zählt eine langeReihe ausgezeichneter Staatsmänner, Krieger und geistliche Prälaten unter ihren Ahnen undleistete dem Hause Habsburg unter Ferdinand II. und Leopold 1. wichtige Dienste bei derGewinnung und Erhaltung Ungarns. Im I. 1238 theilte sie sich in die beiden Linien Zer-haz und Jlleshazy, welche letztere mit dem Grafen Stephan 1838 im Mannsstamm erlosch.Die erstere erwarb 1421 die Herrschaft Galantha im presburger Comikat. Nach dieser undeiner andern Besitzung im ödenburger Comitat nahm 1584 die Linie Zcrhaz das PrädicatEsterhazy von Galantha an. Die Nachkommen Franz IV., gest. 1594, stifteten die noch be-stehenden drei Linien, die von Csetneck, die von Zolyom und die von Frakno oder Forchtenau;letztere wurde schon 1626, die beiden erster« wurden 1683 in den Reichsgrafenstand erho-ben. Die Linie Frakno theilte sich wieder in die von Papa und die von Frakno, welche letztere1685 die rcichsfürstliche Würde erhielt. Durch die Erwerbung der Herrschaft Edelstettenin Franken eröffnete sich derselben 1804 der Eintritt in das deutsche Reichsfürstencollcgium,was aber nur bis >806 von Bedeutung war, wo Edelstetten bei Stiftung des Rheinbundsunter bair. Souverainetät kam. Ungeachtet der Ungeheuern Besitzungen sind die Güter derfürstlichen Linie so verschuldet, daß sie gegenwärtig fequestrirt werden. Besondere Erwäh-nung verdient der Fürst Nikolaus IV., geb. am >2. Dec. 1765. Er bereiste in seiner Ju-