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als Muster der Beredsamkeit in der lat. und ital. Sprache. Gleiche Verdienste um Beför-derung der Gewerbe, des Ackerbaus und der Künste und Wissenschaften hatte sein Bruderund Nachfolger Bor so, gcst. 1471. Kaiser Friedrich lll. war bei seiner Reise durch Fer-rara von der Aufnahme, die er bei ihm gefunden, so entzückt, daß er ihm 1452 den Titel einesHerzogs von Modena und Reggio ertheiltc. Hierzu verschaffte sich Borso noch vom PapstePius II. die Herzogswürdc für Ferrara, welches er als päpstliches Lehen besaß. Ganz im Geisteseiner Vorgänger wirkte Hercules I., gest. 1505, der, ungeachtet seine Staaten von denVenetianern hart bedrängt wurden, bis endlich ein allgemeiner Krieg über Italien ausbrach,den Wohlstand seines Landes zu sichern und seinen Hof mit Hülfe seines berühmten Mini-sters, Boyardo (s. d.), Grafen von Scandiano, zum Sammelplätze der größten Ge-lehrten zu machen wußte. Ihm folgte sein Sohn Alfons I., gest. 1535, als Feldherr undStaatsmann ausgezeichnet, und von allen Dichtern der damaligen Zeit, besonders von Ariosto,gefeiert. Seine zweite Gemahlin war jene berüchtigte Lucrezia Borgia (s. d.), sein Bruderjener Cardinal Hippolyt, der aus Eifersucht seinem natürlichen Bruder Julius die Augen,welche die von Beiden angebetete Geliebte schön genannt hatte, ausstechen ließ. Eine zurRache an Hippolyt wegen dieser Grausamkeit an Julius und einem andern Bruder, Ferdi-nand, eingeleitete Verschwörung wurde entdeckt, und beide Brüder mußten ihr Leben im Ker-ker beschließen. Alfons trat 1569 der Ligue von Cambray bei und kämpfte mit Glück gegendie Vcnctianer, indem er noch in demselben Jahre, nach Zerstörung ihrer allgemein gefürch-teten Flotte im Po, jenen jv vielfach verherrlichten Sieg zu Lande erfocht. Unheilvoll dagegenfür ihn war sein Zwiespalt mit den Päpsten Julius II-, Leo X. und Clemens VII., die ihnwegen seines Festhaltens an der Ligue von Cambray, welcher sie feindlich gesinnt waren, mitdem Jnterdict belegten und der päpstlichen Lehen für verlustig erklärten. Erst nach der Er-oberung Roms im I. 1527 unter Karl V. ließ dieser dem Herzog seine frühern Besitzungenwieder einräumen und bestätigte die Hoheitsrcchte seines Hauses. Sein Nachfolger, Her-cules II., gest. 1559, der Gemahl Renate's, der Tochter Ludwig's XII. von Frankreich undder Anna von Bretagne, schloß mit der größten Ergebenheit sich an Karl V. an, da dessenÜbergewicht fortwährend noch in allen ital. Angelegenheiten den Ausschlag gab. Er undnoch mehr sein Bruder, der Cardinal HippolytderJüngere, ehrten Künste und Wis-senschaften, und der letztere erbaute die prächtige Villa d'Este in Tivoli. Ihnen würde A l -fons II. in keiner Hinsicht nachstehen, wenn nicht unmäßige Liebe zur Pracht, in welcher eres dem Großherzoge von Florenz zuvorthun wollte, unbegrenzter Ehrgeiz, der ihn unter An-derm zu wiederholten kostspieligen Versuchen trieb, die Krone Polen zu erlangen, und roheHartherzigkeit, welche er namentlich auch durch die siebenjährige Einkerkerung des DichtersTasso (s. d.), der an seinem Hofe lebte, bewies, als unvertilgbare Flecken seines Charakterswie seines Fürstenlebcns daständen. Obgleich dreimal verheirathet, blieb er kinderlos; des-halb erwählte er seinen Vetter Cäsar, gest. 1628, den Sohn eines natürlichen SohnesAlfons' I., zum Nachfolger. Zwar bestätigte diesen der Kaiser in den Reichslehn Modenaund Reggio, aber Papst Clemens VIII. erklärte die Erwählung für unrechtmäßig und zogFerrara und die andern päpstlichen Länder als eröffnete Lehen ein. Cäsar's Sohn, Al-fs ns III., ließ anfangs, seiner großen Heftigkeit wegen, eine harte Willkürherrschast be-fürchten, allein der Tod seiner von ihm leidenschaftlich geliebten Gemahlin, Jsabella von Sa-voyen, stimmte ihn zur größten Sanftmuth und zur Neigung für ein stilles, andächtiges, be-schauliches Leben. Nach kurzer Regierung ging er unter dem Namen des Bruders JohannBaptist von Modena in ein Kapuzinerkloster nach Tirol, wo er seine Tage beschloß. Nach ihmfolgt eine lange Reihe rühmloser Fürsten. Franz I., der Sohn Alfons' III., gest. 1658;Alfons IV., gest. 1662; Franz II., gest. 1694; Rinaldo, gest. 1737, durch dessenVermählung mit Charlotte Felicitas von Braunschweig, der Tochter des Herzogs von Han-nover, die beiden seit l V71 getrennten Zweige des Hauses wieder vereinigt wurden, und end-lich Franz III-, an dessen Hofe Muratori (s. d.) und Tirabos chi (s. d.) lebten. Desletztem Sohn, Hercules III., erheiratete zwar die Fürsienthümer Massa und Carrara,mußte aber bei Annäherung der franz. Heere 1796 nach Venedig flüchten und verlor durchden Frieden von Campo-Formio 1797 seine Länder Modena und Reggio. Mit ihm starb1797 der Mannsstamm des Hauses E. aus. Seine einzige Tochter, Maria Beatrix