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Essig Eßlair
wollen, der aber von seiner Feindin, der Herzogin von Nottingham, zurückgehalkcn wordensei, soll nach neuerer Forschung des Grundes entbehren. Sein vertrautes Verhältnis! mitElisabeth ist indessen durch unverwerfliche Zeugnisse gegenwärtig außer Zweifel gesetzt. DieJugend, die glänzenden Eigenschaften, das schnelle Glück und das tragische Ende des GrafenE. haben ihn zum Gegenstände dichterischer Darstellung gemacht. — Die jetzigen GrafenvonE., sind mit dem Günstlinge Elisabeth's nicht verwandt; sie stammen aus dem Ge-schlechts der Capel. Arthur Capel, später Lordlicutenant von Irland, wurde 1661 zum Vis-count von Malden und Grafen von E. erhoben.
Essig. Wenn irgend eine wenkgeisthaltige Flüssigkeit, z. B. Wein, Bier, Brannt-wein, gegohrene Zuckersäfte u.s.w., bei einer Temperatur von 18"—36" R. mit hinreichen-der Lust in Berührung kommt, so absorbirt sie Sauerstoff aus der Luft und entwickelt dafürkohlensaures Gas; es verwandelt sich der Weingeist in Essigsäure, die in ihrer Verdün-nung mit Wasser und vermengt mit den vorher schon anwesenden fremden Stoffen, denEssigdarstellt. Die Stärke des Essigs richtet sich nach dem Gehalte an Essigsäure; die Farbeu. s. w. hängen von den Beimischungen ab, und in Letztcrm allein liegt der Unterschied vonBieressig, Weinessig u. s. w. Auch der bei trockener Destillation des Holzes gewon-neneHolzessig ist nur eine durch Thecrbestandtheile verunreinigte verdünnte Essigsäure.Bei Darstellung des Essigs kommt Alles darauf an, daß die gehörige Temperatur und dergehörige Luftzutritt stattfinde; letzterer kann, wenn man die Flüssigkeiten in offenen Gefäßenruhig stehen läßt, nur sehr allmälig sein; man beschleunigt daher neuerdings, in der soge-nannten Schnellessigsabrikation, die Essigbildung dadurch, daß man in besonder«Gefäßen (Essigbildern) die weingeistige Flüssigkeit in dünnen Schichten über Hobel-späne herabsickern läßt, während ein stets erneuter Luftstrom ihr entgegcnkommt. Indemman den Essig über aromatische Kräuter abzieht, erhält man mannichfache Riech- undRäuchercssige, unter welche derVinmAre <iss cputtre voleurs gehört. In der Technikund Chemie bedient man sich des Essigs, theils roh, theils nachdem durch Zusatz von Koh-lenpulver und Destillation die Essigsäure möglichst gereinigt ist(destillirter Essig).Die Essigsäure ist eine ziemlich starke Säure, und durch ihre Flüchtigkeit und ihren eigen-thümlichen Geruch hinreichend charakterisiert. Sie verbindet sich mit Alkalien, Erden undMetalloxyden zu Salzen. Von diesen werden die cssigsauren Alkalien in der Medicin angc-wendet; essigsaure Thonerde und essigsaures Eisen bilden die Beizen der Färber; der Grün-span ist essigsaures Kupfer, und das essigsaure Blei oder der Bleizucker ist ebenfalls bekanntgenug, wenn auch nur als verwerfliches Mittel, den Weinen einen mildern Geschmack zugeben. Die concentrirteste Essigsäure kann nicht durch Destillation von Essig, sondern nurdadurch gewonnen werden, daß man Bleizucker oder ein anderes efsigsaures Salz mit con-centrirter Schwefelsäure destillirt. Der Werth des Essigs hängt ab von seiner Reinheit undseinem Gehalt an Essigsäure. Da man Beides zunächst durch den Geschmack bestimmt, sowird der Essig, um ihn schärfer und saurer zu machen, häufig mit scharfen Pflanzenstoffen(spanischem Pfeffer, Seidelbast, Bertramwurzel u. s. w.) und mit Mineralsäuren verfälscht.Letztere, namentlich Schwefelsäure, sind chemisch leicht nachzuweisen; die beste Probe aufSchwefelsäure ist die, daß man eine Probe des Essigs mir etwas Zucker über der Lampe zurTrockene verdampfen läßt; wenn der Rückstand sich sogleich schwarz färbt, ist Schwefel-säure vorhanden. Die Stärke eines von Schwefelsäure freien Essigs wird bestimmt durchdie Quantität von kohlensaurem Kali, welche er zur Sättigung bedarf; je mehr, desto stärketist er. Bleibt nach Sättigung aller Säuren der Geschmack noch scharf, so ist eine Verfäl-schung mit scharfen Pflanzenstoffen anzunehmen.
Eßlair (Ferdinand), einer der berühmtesten deutschen Schauspieler der neuesten Zeit,stammte aus dem adeligen Geschlechte von Khevenhüller und war 1772 zu Essek geboren.Nachdem er in seinem 23. Jahre die Bühne zu Innsbruck betreten, begab er sich nach einemhalben Jahre nach Passau, wo der Schauspieler Schopf sein Lehrer und Vorbild wurde.Schopf, der das große Talent E.'s erkannte und zu würdigen wußte, berief ihn 1793, beider Organisation des deutschen Schauspiels, nach Prag. Obgleich hier E.'s Kunstleistungenungetheilten Beifall fanden, so war doch sein Gehalt zu gering, um für ihn und seine Gat-tin, die nicht Schauspielerin war, auszureichen; er verließ daher Prag und begab sich