Esquire Esra """" 101
dort eine Stadt, die er E. zu Ehren San-Francisco de Borja nannte. Nach dem Tode Phi-lipps III. kehrte E. an den Hof von Madrid zurück, wo er den übrigen Theil seines Lebenszubrachte und am 26. Oct. 1658 starb. Schon in seiner frühesten Zugend sprach sich seineNeigung und seine Anlage zur Dichtkunst aus, und er nahm sich darin vorzüglich den jün-ger« Argensola zum Muster. Daher zeichnen sich auch seine Gedichte durch Eleganz, ver-ständige Einfachheit und Klarheit und einen sanften, melodischen Fluß des Versbaus aus;aber cs mangelt ihnen an Tiefe, Originalität und Schwung. Er war einer der letzten Re-präsentanten des elastischen Stils der span. Cinquecentisten und erklärter Gegner der zu sei-ner Zeit schon vorherrschenden Schule des Gongora. Seine lyrischen Gedichte, unter denenseine Schäferromanzen noch jetzt von den Spaniern geschätzt werden, erschienen zuerst zuMadrid 1639 (auch 1638 und Antwerpen 1653), dann bedeutend vermehrt zu Antwerpen1663. Ohne allen poetischen Werth ist sein epischer Versuch „Nspnlos recupsrml-l por«I Le> Von ^lonso" (Saragossa 1651 und Antwerp. 1685, 3.). Außerdem hat man vonihm eine Übersetzung einiger geistlichen Werke des Thomas von Kempis (Brüss. 1661, 3.).
Esquire, ausgesprochen Squeir, was in der Schrift gewöhnlich nur durch Lsq. an-gedeutet wird, ist von dem engl.-normannischen Worte escuier, franz. ecu)er, in seiner al-tern Bedeutung, lat. scutiler, d. i. Schildknappe, hergcleitet. Dieser Ehrentitel, dem in derAnrede das Sir entspricht, führten ursprünglich in England Diejenigen, welche, ohne Peers,Baronets oder Ritter zu sein, wie die jältern Söhne der Ritter und ihre Nachkommen, in-gleichen die Erstgeborenen der jüngern Söhne der Peers und ihre Nachkommen, wappen-fähig waren, und es stand derselbe in hohem Ansehen, da er eine sehr bedeutende Classe desengl. Adels bezeichnete und auch schlechthin auf den ausländischen Adel ausgedehnt wurde.Bürgerliche wurden desselben nur durch königliche Wappenbricfe, die jedoch längst nichtmehr üblich sind, theilhaftig und vererbten ihn dann auf ihre Nachkommen; in neuerer Zeitdagegen geben in England alle Staatsämter, vom Friedensrichter aufwärts, die Doctor-würde und der Grad eines Barrister (s. Bar) Anspruch auf den Titel Esquire, den zuführen ein dazu Berechtigter selten unterläßt. Außerdem pflegt jetzt derselbe auch misbräuch-lich Jedem beigelegt zu werden, der kein Geschäft treibt, sondern von seinen Renten lebt.
Esqmrol (Jean Etienne Dominique), einer der grüßten Irrenärzte der neuern Zeit,gcb. zu Toulouse am 3. Jan. 1772, diente 1793 in dem Militairlazarcthe zu Narbonne,erhielt 1805 den Doctorgrad und wurde 1811 Arzt an der Salpetriere zu Paris. Seit
1817 hielt er klinische Vorlesungen über Seclenkrankheiten und Seclenheilkunde; im I.
1818 veranlaßte er die Ernennung einer Commission, deren Mitglied er wurde, zur Ab-stellung der Misbräuche in den Irrenhäusern, wurde 1823 Generalmspector der Universitätund 1825 erster Arzt am Ulaison Oes alienes. Gleichzeitig leitete er die von ihm vortrefflichorganisirte Privat-Jrrenanstalt zu Charenton. Durch die Julirevolution, der er sich nichtfügte, verlor er seine öffentlichen Ämter und lebte darauf allein seiner Privatanstalt. Erstarb am 12. Dec. 1830. E. war ein ausgezeichneter Denker und Arzt, und bei ihm verei-nigte sich das seltene Talent des Seelen- und Körperarztes auf eine wahrhaft vollendeteWeise. Durch humane Pflege und Leitung der Geisteskranken und durch eine zweckmäßigemoralische Behandlung derselben hat er in den ihm untergebenen Irrenanstalten sehr glück-liche Resultate in seinen Heilungen erlangt. Seine Schriften verbreiten sich über alle Ge-genstände der Seclenheilkunde. Eine deutsche Bearbeitung derselben zu einer Art von Sy-stem der Seelenstörungen und der Seclenheilkunde haben wir von Hille: „E.'s allgemeineund specielle Pathologie und Therapie der Seelenstörungen" (Lpz. 1827). Insbesondere istzu erwähnen sein Werk „Des malsclies mentales ennsickerees sous les rapports meelicales,b^giemPie et möülco-legal" (2 Bde., Par. 1838 ; deutsch von Bernhard, Berl. 1838).
Esra, ein jüd. Gesetzlehrer des 5. Jahrh. v. Chr., stammte aus hohenpriesterlichemGeschlecht? ab und führte 378 v. Chr. eine zweite Karavanc Judäer aus dem Exil nach Ju-däa zurück. Seine Verdienste am die neue Cvlonie in bürgerlicher und gottesdienstlicher Be-ziehung bestanden vornehmlich darin, daß er jeden Umgang mit Götzendienern, insbesonderedie Ehen mit heidnischen Weibern streng untersagte und die chaldäische Quadratschrist stattder bisher gewöhnlichen samaritanischen einführte. Dagegen ist die Nachricht, daß er die beider Zerstörung von Jerusalem verbrannten heiligen Bücher aus dem Gedächtnisse wieder