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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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Eß Essen

ausgezeichnet habe, ebenso fabelhaft wie eine andere, der zufolge er als Haupt der sogenann-ten großen Synagoge, eines Vereins jüd. Gelehrter, den alttcstamcntlichen Kanon gesammeltund vollendet haben soll. Das nach ihm benannte Buch, welches in Verbindung mit demBuche Nehemia bei den Juden das erste und das zweite Buch Esra heißt, ist zum Theil chal-däisch geschrieben und rührt von mehren Verfassern her. Außerdem findet sich in der alexan-drin. Übersetzung des Alten Testaments noch ein apokryphes drittes und viertes Buch Esra,von denen das letztere das Werk eines jüd. Apokalyptikers zur Zeit Jesu zu sein scheint. Vgl.Schrrmcr, „Observstiones exeget. crit. in bisilr." (Brest. 1820).

Eß (Karl van),, bekannt als Mitherausgeber der deutschen, von seinem Vetter Lean-der van Eß besorgten Übersetzung des Neuen Testaments, war zu Marburg im Stifte Pa-derborn am 25. Sept. 1770 geboren. Im I. 1788 kam er als Kloßiergeistlicher in die Be-ncdictinerabtci Huysburg bei Halberstadt, wo er I796Lector und 1801, wo er einen Nusan die Universität zu Frankfurt erhalten hatte, zum Prior erwählt wurde. Bei der Aufhe-bung der Abtei im 1.180-1 erhielt er die Pfarrei zu Huysburg. Von seinen freisinnigen An-sichten über Hierarchie kam er bedeutend ab und zeigte sich dem röm. Stuhl sehr unterwürfig,nachdem ihn der Fürstbischof von Paderborn 181l zum bischöflichen Kommissar mit derVollmacht eines Generalvicars im Saal- und Elbedepartemcnt ernannt hatte, noch mehraber nach dem Sturze Napoleon's. Welchen Antheil er auch an der Übersetzung des NeuenTestaments, die unterseinem und seines Vetters Namen (Braunschw. 1807; 1. Ausl., 1819,dann Sulzbach sehr oft) erschien, anfangs gehabt haben mag, so ist doch so viel gewiß, daß ersich später ganz davon lossagte. Er starb am 22. Oct. 1821. Außer einigen lat. Abhand-lungen schrieb er eine „Geschichte der gewesenen Abtei Huysburg" (Halberst. 1810) undeinen „Entwurfeiner kurzen Geschichte der Religion" (Halberst. >817), der von den Dom-schülern zu Halbcrstadt zur Nachfeier des Reformationsfestes öffentlich verbrannt wurdeund von protestantischer Seite mehre Gegenschriften, wie von Körte und Augustin, veran-laßte. — Sein Vetter, LeandervanE., geb. zu Marburg 1772, wurde frühzeitig in dieBenedictinerabtei Marienmünster im Stifte Paderborn ausgenommen und nachher Pfarrerzu Schwalenberg im Fürstenthume Lippe. JmJ. 1813 folgte er dem Rufe als Pfarrernach Marburg, wo er zugleich außerordentlicher Professor der Theologie an der Universitätund später Mitdirector des Schullehrerseminariums wurde. Verschiedene Umstände veran-laßten ihn indeß, seine Ämter niederzulegen. Nächst der Übersetzung des Neuen Testaments,, ^deren fernem Äbdruck der Papst untersagte, sind zu erwähnen „Auszüge aus den heiligen 'Vätern und andern Lehrern der katholischen Kirche über das nothwendige und nützliche Bi-bellesen zur Aufmunterung der Katholiken" (Lpz. 1808; 2. Ausl., Sulzb. 1816), „Gedan-ken über Bibel und Bibellesen u. s. w." (Sulzb. 1816), „?r->Ainstics cloctornm cstlloü-corum tricient. circa Vuißstam üecreti sensum, nec non licitum textus originalis us»mtestsntium ln8toria" (Sulzb. 1816 ; deutsch, Tüb. 1821).

Essäer, bei Philo auch Therapeuten, war der Name einer jüd. Sekte, die baldnach dem Makkabäischen Zeitalter entstand und sich bis ins 1. Jahrh. n. Ehr. in Judäa undÄgypten erhielt. Die Essäer, in mehre Zweige getheilt, die sich zum Theil einem einsamenehelosen Leben widmeten, führten einen rechtschaffenen, genügsamen und wohlthätigen Wan-del ; sie lebten meist in Gütergemeinschaft, erklärten die Schrift allegorisch und begingen mitGesängen und besonderer Andacht den gemeinsamen Gottesdienst. Sie waren als Ärzte undWahrsager bekannt, wohnten in größerer Anzahl in der Gegend des Tobten Meers und in Ägyp- 'len, waren aber auch in den Städten jener Länder zu finden. Nach Einigen gehörte auch Chri-stus ihrem Bunde an. Ein Jever hatte vor der Aufnahme eine Prüfung zu bestehen undwurde erst nach dreijähriger Probezeit förmlich ausgenommen. Die nicht ganz übereinstim-menden Nachrichten der Älten über die Essäer findet man in Bellermann's „GeschichtlichenNachrichten aus dem Alterthume über Essäer und Therapeuten" (Bert. 1821) gesammelt.

Essen, eine sehr betriebsame Stadt im Regierungsbezirk Düsseldorf der preuß. Pro-vinz Rheinland, in fruchtbarer Gegend, hat etwa 5900 E., darunter gegen 3350 Katholi-ken, 2350 Evangelische und 200 Juden, vier Kirchen, darunter die schöne Stiftskirche, einGymnasium und mehre nicht unbedeutende Fabriken. Das ganz nahe dabei gelegene ehe-malige rcichsunmittelbare Benedictinernonnenstist gleiches Namens wurde 860 gestiftet