94 Escorte Eselsbrücke»
Escortc nennt inan eine Truppenabtheilung, welche einem Transport zur Deckunggegen einen Angriff und zur Aufrechthaltung der policeilichcn Ordnung beigcgeben wird.
Escurkal (e> Lsciiris!) nennt man für gewöhnlich das berühmte HieronymitenklosterSan-Lorenzo el Real, in der span. Provinz Segovia, 6'/, M. von Madrid, nach dem nahedabei gelegenen Flecken gleiches Namens, mit etwa 2000 E. Seinen Ursprung verdankt die-ses Kloster, dem kein anderes an Größe und Pracht sich an die Seite stellen läßt, einem Ge-lübde König Philipp's II. nach dem bei St.-Qucntin am l v. Aug. 1557 erfochtenen Siege.Dasselbe bildet ein Viereck, wovon jede Seite 25V Schritte lang ist, besteht aus 17 Abthci-lungcn und dient zugleich zum Schloß und Kloster. Der Hof hält sich daselbst gewöhnlich imHerbste auf. Das Kloster bewohnen 20V Mönche. In der prachtvollen, nach dem Musterder Peterskirche in Rom erbauten Hauptkirche, welche 2-1 Altäre und acht Orgeln in sich faßt,befindet sich unter dem Hochaltäre die Begräbniskapelle des königlichen Hauses, Pantheongenannt, welche durch ein aus vergoldeter Bronze sehr künstlich gearbeitetes Thor verschlossenwird. Marmorstufe» führen zu derselben hinab; aus Jaspis und Marmor besteht auch derFußboden und aus Bronze die Kuppel. Das prachtvoll geschmückte Oratorium bewahrt eingroßes, ganz mit Diamanten und andern Edelsteine» geschmücktes Crnzifix. In der Mittedes Gewölbes steht ein großer massiv goldener Leuchter, und an den Wänden in 26 Nischen,die aufs prächtigste geschmückt sind, stehen ebenso viel schwarze marmorne Särge, thcils mitden sterblichen Überresten verstorbener Könige und Königinnen Spaniens angefüllt, thcilsnoch leer. Schon Karl I. von Spanien machte den Entwurf zu diesem Bau, doch erst Phi-lipp II., 111. und IV. führten ihn, nach Bramante's Zeichnung, aus; er soll 5 Mill. Dukatengekostet haben. Auch legte Philipp I I. die berühmte Bibliothek daselbst an, die seine Nachfol-ger ansehnlich vermehrten. Sie enthält zum Theil noch unbenutzte und unbekannte hand-schriftliche Schätze, namentlich in der arab. Literatur; einen Katalog derselbe» lieferte Casiriin seiner „vibliotkecs arali.-iiisp." (2 Bde., Madr. 1760—70, Fol.). Auch befinden sichdaselbst eine kostbare Gemälde- und eine sehr reiche Münzsammlung.
Esel, ein weltbekanntes Thier aus der Gattung oder Sippe der Pferde, unterscheidetsich von dem eigentlichen Pferd durch Länge der Ohren, der Haarbüschel am Ende desSchwanzes und die schwarze kreuzähnliche Zeichnung des Rückens. Im völlig wilden Standelebt der Esel in den großen Wüsten Mittelasiens, aber auch in einigen Gegenden Persiens,wo er Hauptgegenstand der Jagd ist, und erscheint dort fast von Pferdegröße, als geselliges,je nach der Jahrszeit hin und her wanderndes Thier, welches im Sommer bis zum Ural, imWinter bis an die Grenzen Indiens vordringt. Vernachlässigung und Einfluß eines ihnenungünstigen Klimas haben diese Thiere in Europa sehr herabgebracht. Im Orient, wo mansic als Hausthiere sehr schätzt, erscheinen sie unter weit edlerer Form, dienen zum Reiten undzeigen keine Spur von jenem Phlegma und der allerdings übertrieben geschilderten Dumm-heit, durch welche sic in Europa sprüchwörtlich geworden sind. Schon in Spanien gewahrtman den Einfluß des mildern Himmels auf ihre Entwickelung. Durch ihre Kreuzung mitPferden entstehen die Maulthiere und Maulesel, ungemein nützliche und in Gebirgsge-genden kaum durch andere ersetzbare Reit- und Lastthiere. Die Eselsmilch enthält mehrMilchzucker und ungleich weniger Käsestoff als die Milch anderer Säugthicre und wird alsleicht verdaulich und nährend oft in Krankheiten verordnet, wo große Störung und Erschlaf-fung der Verdauungsfunctionen vorwalten.
Eselsbrücken nennt man diejenigen Hülfsmittel zum Verständniß einer fremden,besonders alten Sprache, welche ganz auf die Schwachheit oder Trägheit der Lernenden be-rechnet sind, indem in ihnen Alles, was eigenes Nachdenken oder die nöthigen Vorkenntnissecrfodert, auf oberflächliche Weise erklärt wird. Dahin gehören namentlich die Wörterbücherder alten Sprachen, in denen die gewöhnlichsten Formen, die der Schüler aus der Gramma-tik kennen soll, aufgcführt und erläutert werden, wie das „I.exicun msnusle graecuw" vondem Niederländer Cornelius Schrevel (gest. 1661), welches 30 Auflagen erlebte; ferner dieAusgaben der alten Klassiker mit Interlinear- oder nebenstehender Übersetzung in getreuerWiedergabe der Worte des Originals, wie die Ausgabe des Homer von Hager, oder mit An-merkungen, indem auch die geringste Schwierigkeit in Hinsicht der Form, Construction u.s.w.auseinandergesctzt wird, wie wir dies in den Ausgaben des Holländers Joh. Minelli (gest.