Escher von der Linth Escherny 9L
eifrige» Lhcilnahmc und wiederholten Vertheidigung der seit der Seherin von Prevorst sichimmer mehr häufenden Geistererschcinungen (s. d.) geäußert. Hierher gehören seineSchriften „Die Hcgel'sche RcligionSphilosophie verglichen mit dem christlichen Principe"(Tüb. 1834), „Der Jschariotismus unserer Tage, eine Zugabe zu dem jüngst erschienenenWerke „Das Leben Jesu von Strauß" (Bd. I, Tüb. >835), auf welchen Angriff Straußin seinen Gegenschriften sehr nachdrücklich antwortete, „Conflict zwischen Himmel und Höllean dem Dämon eines besessenen Mädchens beobachtet" (Tüb. >837) und „Charakteristikdes Unglaubens, Halbglaubcns und Vollglaubens" (Tüb. >838).
Escher von der Linth (Zoh. Konr.), einer der edelsten und verdienstvollsten Schwei-zer der neuern Zeit, gcb. zu Zürich am 24. Aug. 1767, war ursprünglich für den kaufmän-nischen Beruf bestimmt, durch den er sich jedoch den wissenschaftlichen Studien nicht ent-fremden ließ. Er war bereits ein Jahr in der Kreppfabrik seines Vaters in Zürich thätig ge-wesen und >786 über Paris nach London gereist, als er am letzter» Orte von seinem Vaterdie Erlaubniß erhielt, in Eöttingen studircn zu dürfen. Nachdem er >788 die Universitätverlassen und hierauf eine Neisc nach Italien unternommen, trat er daheim wieder in dasGeschäft seines Vaters. Die Revolution erregte auch ihn für das öffentliche Leben, und durchdas Vertrauen seiner Mitbürger wurde er 1798 zum Mitgliedc der züricher Landstände ge-wählt. Gleich den übrigen freisinnigen Mitgliedern die herrschenden Mängel wohl erkennend,suchteer denselben auch durch Wort undThat zu steuern. Freund und Altersgenosse U st cri's(s. d.), theilte er dessen politische Gesinnungen und wirkte mit diesem in gleichem Sinne.Das größte Verdienst erwarb sich E. durch die Verbesserung des Linthbettes. (S. Linth.)Nachdem er die Sache vor die Tagsahung gebracht, wurde er von derselben 1804 mit derobersten Leitung bei Ausführung der nöthigen Arbeiten beauftragt, denen er sich mit dergrößten Uncigennützigkeit bis znr Vollendung des Werks unterzog. Auch auf die sittlicheBildung der Bewohner dieser Gegend wirkte er sehr wohlthätig durch Anlegung der Linth»colo nie, einer Erziehungsanstalt für verlassene Kinder aus dem Canton GlaruS. Ebensoerwarb er sich seit >812 großes Verdienst um die Verbesserung des Flußbettes der Glatt,welche aus dem Greifensec in nordwestlicher Richtung durch den Canton Zürich in den Rheinstießt, oft austrat und großen Schaden anrichtcte. Im I. 1815 wurde er Mitglied deszüricher Staatsraths. Er starb am 9. März 1823. Das ganze Land trauerte um ihn; derGroße Rath verlieh durch bestimmten eimnüthigen Beschluß zum Andenken an seine demVaterland geleistete» Dienste ihm und seinen Nachkommen den Beinamen „vo » der Linth",und die Tagsatzung ließ ihn am Linthkanal ein Denkmal errichten. Aus dem reichen Schatzeseiner gcognostischen Beobachtungen hat er nur wenig in zerstreuten Aufsätzen veröffentlicht.
EscherM) (Franc. Louis, Graf d'), der Freund Nousseau's, war in Neufchatcl am24. Nov. 1733 geboren. Seine Jugend verträumte er halb in übertriebener Frömmigkeit,halb verschwärmte er sie im Leben der großen Welt; 24 Jahre alt, ergriff ihn eine wahreWuth zu studircn; er zog sich in den Jura zurück, nahm lat. Stunden, las die Klassiker,arbeitete vier Jahre lang mit der größten Anstrengung; dann stürzte er sich wieder in dieWelt. Diesen Wechsel wiederholte er noch oft in seinem Leben. Er zog sich zurück, nahmirgend ein neues Studium vor, z. B. Mathematik oder Philosophie, widmete diesem vieroder fünf Jahre in der Einsamkeit und ging dann wieder unter die Leute und an die Höfeund machte Ausflüge in der Nähe und Reisen in die Ferne. In Wien, wo ein Theil seinerFamilie lebte, war er bei Hofe willkommen und des Ministers Kaunitz besonderer Freund;in Potsdam, wo ihn d'Alembcrt empfohlen hatte, beim Könige beliebt und des MinistersHcrhberg genauer Freund; in Warschau in den glänzendsten Kreisen empfangen, in Peters-burg von Katharina II. vorgezogen. Als er in den sechziger Jahren des vorigen Jahrh. imJura lebte, machte er Nousseau's Bekanntschaft zu Motiers-Travers und schloß sich diesemvielfach aus Ercursionen an, die er in seinen „Nelsoges" anmuthig beschreibt. E. rühmtsich, mit Rousseau bis an dessen Tod befreundet gewesen und mit ihm, der mit aller Weltin Zwist gerieth, nie in Zwist gerathcn zu sein. Seine erste Schrift war „I-es Iscunss de Is,>k>losopkie" (Par. 1783), eigentlich nur ein Bruchstück aus dem größern Werk, woran erdreißig Jahre gearbeitet, „ib-e bleu bumsin vu de I'egoisme et de In vertu". Demnächst er-schien seine „(lyrresjmndsncs d'un bsbitsnt d« ksris svec sc» swis de Luisse et d'^ngle-