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eine Schule, der wissenschaftliche Inbegriff der Regeln der Erziehung Erziehungswis-senschaft und die Geschicklichkeit in der Ausübung dieser Regel» Erziehungskunst.Beides neunt man auch mit einem aus der gricch. Sprache entlehnten Worte Pädagogik.Ebendaher heißt der Erzieher ein Pädagog, und eine öffentliche Erziehungsanstalt führthäufig den Namen Pädagogin m.
Die in der neuern Zeit so oft vernachlässigte physischc Erziehung soll dem Geistedes Menschen im Körper ein brauchbares Werkzeug bilden. Ohne diese auf den Körper ver-wandte Sorgfalt wird seine Ausbildung verhindert oder ihr eine so falsche Richtung gege-ben, daß sie mehr zum Nachtheil wirksam ist, und daß durch ungleiche Vertheilung ihrerThätigkeit Störung in der harmonischen Wirkung der Systeme des Körpers, und dadurchwirkliche Krankheiten oder doch Anlagen zu künftigen Übeln erzeugt werden. Jede vernünf-tige Theorie der physischen Erziehung muß auf ein richtiges Studium der Natur des Kindesgebaut sein und daher vor Allem auf die Eigenheiten des kindlichen und jugendlichen Alters,auf die Perioden des WachsthumS der Kindheit und dann auf die besondere Beschaffenheitund Anlage eines Kindes Rücksicht nehmen. (S. Entwickelung.) Als Hauptpunkteeiner zweckmäßigen physischen Erziehung sind anzunchmen: Gleichmäßige und rechtzeitigeBildung aller körperlichen Anlagen und Tätigkeiten, sodaß kein System des Körpers vordem andern begünstigt, keines vernachlässigt wird (s. Gesundheit); frühzeitige Gewöh-nung an Ordnung, da die ganze Natur in ihren Erscheinungen im lebenden Körper pünkt-liche Ordnung und höchste Zweckmäßigkeit befolgt; möglichster Schutz gegen äußere Ein-flüsse, aber auch allmälige Gewöhnung an dieselbe» (s. Abhärtung); frühzeitige Übungder körperlichen Kräfte und Bewegung des Körpers (s. Gymnastik), und Vermeidungeiner zu frühen Geistesbildung. Vgl. Niemeyer, „Grundsätze der Erziehung und des Unter-richts" (3 Bde.; 9. Ausl., Halle 1833), Richter, „Levana oder Erzichungslchrc" (3 Bde.;2. Aust., Tüb. 1813), Graser, „Divinität, oder das Princip der einzig wahren Mcnschcn-bildung" (2 Bde.; 3. Ausl., Hof 1839), Schwarz, „Erzichungslehrc" (2. umgearb. Ausl.;3 Bde., 1829), Milde, „Allgemeine Erzichungskunde" (2 Bde., Wien >811), Hcrgenrö-ther, „ErziehungSlehre im Geiste des ChristenthumS" (2. Aufl., Butzbach 1839), Heinroth,„Von den Grundfehlern der Erziehung" (Lpz. 1828), Bcneke, „Erziehung-- und Unter-richtslehre" (2 Bde.; 2. Aufl., Berl. 1832) und Schwarz, „Lehrbuch der allgemeinen Pä-dagogik" (3. Aufl., neu bearbeitet von Curtmann, 2 Bde., Heidelb. 1833).
Erzmünzen nennt man Münzen von gemischtem unedcln Metall. Die franz. Ge-lehrten bezeichnen dieses gemischte Metall mit dem Worte Bronze, welche- eigentlich eineLegirung von Kupfer und Zinn andeutck, und tragen es auf alle Werke der bildenden Kunstüber, welchen gleiches Metall zum Stoff diente. Die Erzmünzen sind lediglich ein Productder Völker der alten Welt und bieten dem Techniker wie dem Numismatiker unendlichenStoff zu den verschiedenartigsten Untersuchungen. Die Mischung de- Metalls hat wol ihrenGrund in den Vorthcilcn, welche sie, dem reinen Kupfer gegenüber, für die Münzprägunggewährte. Sie geschah meist in dem Verhältniß von 5—12 Procent. Ihr haben wir cs zuverdanken, daß die daraus geprägten Münzen während ihres langen Vcrborgenseins in derErde wenig oder gar nicht gelitten, ja zuweilen schöner und dauerhafter aus derselben hervor-gcgangen sind. Die leichte Oxydation, welche sich in der Erde aus der Münzfläche erzeugt,bewerkstelligt einen natürlichen Überzug in verschiedenen Farben und Nüanccn, je nach demVerhältniß der Legirung und der Beschaffenheit der Erde, in welcher die Münzen liege».Dieser harte, fest aufsitzende, aber sehr feine Überzug wird edler Rost (aenigo nobilis), vonden Italienern putina genannt. Die letztere Bezeichnung ist in die meisten Sprachen über-gcgangen und jetzt unter den Numismatikern in allgemeinem Gebrauch. Die mit Patinaüberzogenen Erzmünzcn bilden eine von allen Münzsammlcrn bevorzugte Elaste, wie sieüberhaupt wegen ihrer vorzüglichen Erhaltung ein Gegenstand der Liebhaberei gewordensind. Ja es gibt sogar Sammler, welche die Patina mit den wunderbaren, nach Art undBeschaffenheit des Aufbewahrungsorts, der Fundplätze u. s. w. verschiedenen Nüanccn undFarbenabstufungen in Grün, Braun und Blau zum Gegenstände emsiger Nachforschungenmachen. Diese Bevorzugung hat auch den Verfertigern solcher antiker Münzen Gelegenheitgegeben, die Nachahmung dieses edcln Rostes zu versuchen, aber bis jetzt ist alle ihre Mühe