Erzerui» Erzgebirge 83
menbcrufung einer Provinzialsynode und der Vorsih bei derselben; die Oberaufsicht und derVorrang über die Bischöfe ihrer Eparchic; die Visitation in derselben; d>e Sorge für dieBeobachtung der Kirchcngcsctze und Abstellung cingeschlichener Mißbräuche; die Ertheilungder Zndulgenz; das Devolutionsrecht (s. d.); die Vvrtragung des Kreuzes in allenTheilcn der Eparchie, cs wäre denn der Papst selbst oder ein liegst,,« u latere gegenwärtig,und endlich das erzbischöfliche Pallium (s. d.).
Erzörum, die Hauptstadt des Paschaliks gleiches Namens im türk. Armenien, aufeiner gegen 7000 F. hohen, im Winter sehr kalten und im Sommer dürren Hochebene kimveitdes nördlichen Euphratarms gelegen, von Einigen für die alte armen. Stadt Aziris, vonAndern röm. Ursprungs (arr Itomanorum) gehalten, ist der Sitz eines armen. Patriarchenund eines griech. Bischofs, sowie eines türk. Paschas von drei Roßschweifen, welcher in derEigenschaft eines lebenslänglichen Oberfcldhcrrn des Heers gegen Persien, den Oberbefehlüber die Paschas von Kars, Bajazid, Wan, Musch, Mvssul, Trapezunt und den noch türk.Thcil von Achalzik führt. E. zählt über 100000 E., aus Türken, Armeniern und Persernbestehend, welche sich durch Gewerbflciß auszeichne», einen lebhaften Handel, besonders Tran-sithandel, betreiben und die Stadt dadurch zu einem im Orient seltenen Zustand der Blütegebracht haben. Besonders zu erwähnen sind die Fabriken in Seide, Baumwolle, Leder undMetallen, und die in E- verfertigten Säbel »ach Damascenerart gelten für die besten imtürk. Reiche. Auf dem Handelswcge von Trapezunt nach Jnnerasicn gelegen, ist E. einHauptstapelplatz, welcher den Handel zwischen Europa und der genannten Hafenstadt einer-seits, und Kaukasien, Persien und Jnnerasicn andererseits vermittelt. Es zählt viele Mo-scheen, Bazare, Karavrnscraien und manche merkwürdige Gebäude, worunter ein altes Klo-ster auszuzcichncn ist, das, in die ersten christlichen Jahrhunderte hinaufrcichend, den Türkenzum Zeughause diente und worin die Russen im letzten Kriege mit den Türken eine Mengeder schönsten alten Waffen aus der Khalifenzeit fanden. In diesem Kriege entschied die Er-oberung E.s, das ein Bollwerk der Türkei gegen Rußland und Persien ist, durch den GeneralPaskewitsch am 0 . Juli 1829 den Feldzug der Russen in Asien; in dem darauf folgendenFrieden von Adrianopcl ward es von diesen wieder an die Türken znrückgcgeben.
Erzgebirge heißt die metallrciche Bergkette an der Grenze Sachsens gegen Böhmen,welche sich in einer Ausdehnung von 22 Meilen von Nordosten nach Südwesten bis zumFichtelgebirge erstreckt, gegen Süden ziemlich steil emporsteigt, nach Norden aber, großten-theils stark bewaldet, sich aümälig abdacht. Die mittlere Höhe desselben über der Meers-fläche ist 1600 F. In gcognostischer Hinsicht besteht das Erzgebirge in seiner Hauptmasseaus der Gneis-Granitsormation, und in dieser setzen die meisten Erze Lagerstätten auf. Alsauf- und eingelagerte Massen erscheinen Porphyr und Basalt. Nach Sachsen zu folgt aufdie Granit- und Gneisformation Thonschiefer, welchem wiederum Porphyr und Granit undSyenit aufgelagert sind; nach Böhmen zu legt sich auf eine weite Strecke das Braunkrhlenge-birge unmittelbar, und übrigens Thonschiefer an dasUrgebirge. — Erzgebirge oder Erz -gebirgischer Kreis hieß auch bis zur neuen Landeseintheilung Sachsens imJ. 1835einer der vier erbländischen Kreise des Königreichs, der mit Inbegriff der schönburg. Ncceß-herrschaftcn auf 83 lüM. gegen 550000 E. zählt. Gegenwärtig gehört der erzgebirgischeKreis gleich dem voigtländischen zur Kreisdircckion Zwickau; doch sind einige Ämter desselbenan die Kreisdirectioncn Dresden und Leipzig abgetreten worden. Die Hauptflüsse des Krei-ses sind die östliche oder freiberger und die westliche oder zwickauer Mulde, und die in dieMulde mündende Zschopau. Das Klima ist, namentlich in dem höhern Gebirge, sehr rauhund daher der Ackerbau unbedeutend; selbst in der niedren Gegend liefert er nicht den nöthi-gen Bedarf an Getreide; Obst und Gemüse sind sehr selten; der Flachs dagegen gedeiht ganzvorzüglich, auch werden Kartoffeln und Hafer erbaut. Die rauheste Gegend, wo beinahealler Ackerbau aushört, ist bei Johann-Gcvrgcnstadt mit Karlsfeld und Jugel, welche Ge-gend auch wol das sächs. Sibirien genannt wird. Hier steigt der kleine oder sächs. Fschtelbergbei Oberwiesenthal in seiner nördlichsten Kuppe unfern der böhm. Grenze 3721 F. über dieNordsee empor. Ergiebige Nahrungszweige der erzgebirgischcn Landlcute sind die Schaf- unddie Nindviehzucht, welche ein reichlicher Eraswuchs unterstützt, und der Bauholz-, Breter»