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5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
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8l> Erycina Erz

endet. Doch ist es eine noch unentschiedene Frage, wie viel an dieser herrlichen Facade E.'sursprünglichem Plane angchört, und ob nicht über dem großen Rundfenster ehemals ein spi-Her Giebel beabsichtigt war an der Stelle des jetzt gerade abschließenden Glockenhauscs. DerThurm von der Platform an gerechnet, gehört in Entwurf und Ausführung erst dem 15.Jahrh. Auf E.'s noch vorhandenem Grabsteine im kleinen Höschen beider St.-Johanniskapellewird er Hüttenherr und Werkmeister beim Münster zu Strasburg genannt und der 17. Jan.1318 als sein Todestag angegeben. Er war Vater eines kunstbegabten Geschlechts. EinSohn, Johannes E-, folgte dem Vater in der Stelle eines Werkmeisters bis zum l 8.März 1339; SabinaE., seine Tochter, schmückte den Bau, besonders das südliche Sei-tenportal, mit Werken ihres Meisels, und Winhing E., ein anderer Sohn E.'s, fand seinenBeruf bei der Collcgiatkirche zu Hafselach, wo sei» Grab das Datum 1330 trug. Vgl.Schreiber's Nachrichten über E.'s Geschlecht in den „Schriften der Freiburger Gesellschaftzu Beförderung der Geschichtskunde" (Bd. >, 1828) und über die ästhetische Bedeutung derMünstcrfacade Goethe's Jugcndschrift „Von deutscher Baukunst" (1773). Der Bau E.'s,von jeher mit Recht als Weltwunder angestaunt, steht zwar in Beziehung auf organischeEntwickelung der Massen der strenger» Schönheit des kölner Domentwurfs nach und läßtin stark vorwiegenden Horizontalmotivcn (Galerien, Gesimsen u. s. w.), sowie in dem dieEntwickelung unterbrechenden kolossalen Rundfenster einen obwol mäßigen franz. Einflußerkennen ; allein die Klarheit der Anordnung, der ungekünstelte Neichthum und die hoheSchönheit des Details, endlich die luftige Durchsichtigkeit und Leichtigkeit des Ganzen beiseinen riesigen Dimensionen (200 F. bis zur Platform, wo dann erst der 238 F. hohe Thurmbeginnt) sichern dem Gebäude eine Stelle unter den ersten Kunstwerken. Der Pastor Schwarzauf der Insel Rügen wählte E. zum Helden seines Romans „E. von Stcinbach oder derGeist der deutschen Baukunst" (3 Bde., Hamb. 1835).

Erycina ist ein Beiname der Venus von dem Berge Eryx auf der nordwestlichenSpitze der Insel Sicilien,„wo sie einen prächtigen Tempel hatte, welchen nach Diodor ihrSohn Eryr, nach Virgil ÄncaS erbaute. Ihr Cultus, der über die ganze Insel verbreitetw ir, kam später, zu Anfang des zweiten punischcn Kriegs, auch nach Nom, wo ihr dann imI. 181 v. Ehr. ein Tempel vor dem collatinischen Thore errichtet wurde. Unter demselbenNamen wurde die Göttin auch in Psophis in Arkadien verehrt.

Erymanthus, der Sohn dcs Arkas und der Vater des Lanthus, soll dem Berge undFluß Erymanthus in Arkadien den Namen gegeben haben. — Erymanthus, der Sohn desApollon, wurde von der Aphrodite geblendet, als er sie mit dem Adonis im Bade überraschte.

Erysschthon, der Sohn des Triopas, Königs von Thessalien, wurde dafür, daß er ineinem der Ceres heiligen Haine eine Eiche umhieb, von der Göttin mit einem nie zu stillendenHunger gepeinigt, der ihn dahin brachte, seine eigenen Glieder zu verzehren. — Erysich-thon, der Sohn des Cekrops und der Agraulos, starb kinderlos noch bei Lebzeiten seinesVaters auf der Rückreise von Delos, wohin er die Heiligthümer von Athen gebracht hatte.

Erythrä, eine der zwölf ionischen Hauptstädte in Klcinasien, aufder Chios gegenüber-liegenden Halbinsel Erythräa, eine Colonie der gleichnamigen Stadt in Böotien, wurde derSage nach von Erythros, dem Sohne des Nhadamanthus, gegründet und zeichnete sich durchzwei uralte Tempel des Hercules und der Minerva aus, sowie als Geburtsort der von ihrbenannten erythräischen Sibylle.

Erythräische Meer wurde bei den Alten das Rothe Meer genannt. Es bildet«einen Theil des südlichen Oceans von der südlichen Küste Arabiens bis an die Insel Tapro-baue in Indien, schloß den Persischen und Arabischen Meerbusen mit ein und wurde der Sagenach von einem Könige Erythras, wahrscheinlich aber von seinem rothen Sande so benannt.

Erz nennt man in der Berg- und Hüttenkunde jede in der Natur vorkommende chemi-sche Verbindung anderer Körper mit demjenigen, welchen man auSbringen will. In dieserBedeutung spricht man von Alaunerz, Vitriolcrz u. s. w. Im engern Sinne versteht mandarunter die Verbindung der Metalle mit andern Körpern und Stoffen, z. B. mit Schwefel,Erden, Sauerstoff», s. w. Die Erze benennt man mit Vorsehung des Metalls, welches ihrenHauptbestandtheil auSmacht, z. B. Silbererz, Eisenerz, Bleierz u. s. w. Oft werden auch Glo-ckenspeise, Kanonenmetall, Bronze u. s. w. Erze genannt. (S. auch Erzguß.) Außer-