tz>c>
74
Erpressung
Erratische Felsblöcke
«
S'§-
l?>Z
KL
geb. zu Eorkum in Holland am 7. Sept. 1582, studirte zu Leyden Theologie, aufScaliger'SZureden aber zugleich cisrigst die oriental. Sprachen. Nachher besuchte er England, Frank-reich, Italien und Deutschland. Mit besonderer Freundschaft nahm ihn der berühmte Casau-bonus in Paris auf. In Frankreich erlernte er das Arabische, in Venedig das Persische,Türkische und Äthiopische. Nach vierjährigen Reisen kam er 16 l 2 nach Holland zurück undwurde Professor der arab. und andern oriental. Sprachen, mit Ausschluß der hebr., für welcheeine eigene Professur bestimmt war. Als 1610 eine zweite Professur des Hebräischen zu-Lcy-den errichtet wurde, übertrug man dieselbe E-, der bald nachher auch das Amt eines oriental.Dolmetschers bei den Generalstaaten erhielt. Die gelehrtesten Araber bewunderten die Ele-ganz, mit welcher er sich in ihrer Sprache, die so reich an Feinheiten ist, auszudrücken wußte.Sein Ruf als gründlicher Kenner des Arabischen war so verbreitet, daß er wiederholt vomKönige von Spanien den Auftrag erhielt, Inschriften an den maurischen Gebcncden undDenkmälern zu erklären. Seine Werke stehen noch jetzt in Ansehen. Er starb am I 5. Nov.1622. Nächst seiner „lürammutica arab." (Lcyd. 1631 und öfter) und den „limbmoiitaiiuguae arab." (Leyd. 1620) ist besonders seine Ausgabe von El Mazin's „llisturia sara-oenicn" (Lcyd. 1625, Fol.) bekannt.
Erpressung, ein Verbrechen, dessen Umfang in den neuern deutschen Strafgesetz-gebungen sehr erweitert worden ist, kann im Allgemeinen als die Abnöthigung eines Vvr-theils durch Vorwand oder Misbrauch eines zustchcnden Rechts bezeichnet werden. Früherpflegte dieses Verbrechen nur in dem enger» Sinne aufgefaßt zu werden, wornach es vonBeamten verübt wird, und als solche- heißt cs gewöhnlich Concussion (s. d.), obwol schondas preuß. Landrecht die letztere Bezeichnung ohne weitere Begrenzung allgemeiner gebraucht.Die neuern Gesetzgebungen dehnen das Verbrechen auf die Anwendung körperlicher Gewaltoder Bedrohung mit Gefahr für Leib oder Leben, mit Klagen, Denunciationen, einige auchauf ditz mit andern Nachthcilcn ans und setzen in den schwerer» Fällen die Strafen desRaubs, in den geringem die des Diebstahls darauf.
Erratische Felsblöcke sblocs er,u»ts), auch Findlinge, nc»»t man »ach Alex.Brongniart (s. d.) die Fclsblöckc und großen Geschiebe, welche sich weit von ihrer ursprüngli-chen Heimat auf der Erdoberfläche vorfindcn. So liegen auf dem den Alpen zugekehrtcn Ab-hange des Jura eine Menge Felsblöcke, die aus den höchsten Gegenden der Alpen stammen;ebenso finden sich in Holland, Dänemark, Norddeutschland, Preußen, Licfland und Polen einezahllose Menge Felsblöcke, von denen erwiesen ist, daß sie im nördlichen Schweden und Ruß-land ihre Heimat haben. Die Größe derselben ist oft außerordentlich; so findet sich bei Averdunim schweizer Canton Waadtland ein Granitblock von 50 F. Länge, 20 F. Höhe und 20 F.Breite; einer in Mecklenburg hat 28F. und ein anderer aufFünen 22F. Länge. Solche Blöckevon den verschiedensten Größen bis zu vielen tausend Centncrn im Gewicht sind gar nicht sel-ten, und kleinere in unzähliger Menge vorhanden. Sie sind nicht etwa sehr abgerundet undstumpfcckig wie weither angcrollte Geschiebe, sondern meist scharfkantig, ohne besondere Spu-ren von Abschleifung. Bemerkenswcrth ist nächst ihrer Menge, Größe und Scharfkantigkeitdie regelmäßige Ablagerung der erratischen Felsblöcke. Am Jura liegen sic stets da am häu-figsten und höchsten, wo gegenüber die Ansmündung eines großen Älpenthals zu finden ist.Die Verthcilung der nordischen Felsblöcke in parallele, von Nordost nach Südwest strei-chende Züge, ihre fast gänzliche Abwesenheit in freien und flachen Landstrichen, und dagegenihre gewaltsame Aufthürmung auf den nach Nordost gekehrten Abhängen der Hügel - undBcrgreihen beschrieb Nazumowski schon im I. >810, was durch die Untersuchungen Haus-manns, Brongniart's, Brückner's n. A. bestätigt worden ist. Daß die Alpentrünnncr amJura durch eine ungeheure, aus der Mitte der Alpenkctte hcrvorbrechende Flut sortgerissenund von dem Abhange der Jurakctte aufgefangcn wurden, wird nach Buch's und Escher'sUntersuchungen als erwiesen angesehen. Das Phänomen der nordischen Felsblöcke findet ineinem weit größern Maßstabe und unter Verhältnissen statt, welche die Erklärung desselbenetwas schwieriger machen, weshalb auch hierüber verschiedene und zum Theil abenteuerlicheHypothesen aufgestellt worden sind. Wenn auch jetzt ihr Ursprung ans den Gebirgen Skan-dinaviens erwiesen ist, so bleibt doch ihr Transport aus einer Entfernung von >50 M., undzwar über die Ostsee hinweg, ein Räthsel, dessen Lösung man durch die Annahme großer