Ernst Kasimir (Graf von Nassau) 7t
Ludwig Friedrich Karl von Preußen, gest. >706, und dann mit dem Prinzen Friedrich Wil-helm von Solms, gest. >814, verhcirathct gewesen und bereits wieder mit dem Herzoge vonCambridge verlobt war. Wie sehr indeß der Herzog auch in Berlin sich zu gefallen schien,so wurde er dadurch doch keineswegs gleichgültig gegen Das, was sich in England zutrug.Er hatte in seinem Vaterlande durch seine Erhebung zum Fcldmarschall sowie zum Kanzlerder Universität bereits eine hervorragende öffentliche Stellung erhalten, zugleich galt er alsOberhaupt der Torypartei und als der eifrigste Beschützer der engl. Hochkirchc. Als daherder große Kampf über die Emancipation der Katholiken zur Entscheidung kam und selbstWellington nicht mehr im Stande war, die Gewalt des Stroms aufzuhalten, eilte der Her-zog selbst nach England hinüber, um im Oberhause die Vorrechte der Kirche zu vcrthcidigen.Weder der humane Eifer, mit welchem seine königlichen Brüder, die Herzoge von Clarenceund von Sussex, sich der Emancipation annahmen, noch die Drohung der damals noch libe-ralen „Times", empfindliche Aufklärungen über sein Privatleben zu verbreiten, konnten ihnabhalten, seine Ansichten mit allem Nachdrucke bis zum letzten Augenblicke zu vcrthcidigen,ja er gcricth bei Gelegenheit der Verhandlungen im Oberhause sogar mit dem Herzoge voirClarence in einen heftigen Wortwechsel und verließ England nicht eher, als nachdem derKampf zum Vorthcilc der Katholiken entschieden war. Bei der Krönung des Herzogs vonClarence als König Wilhelm l V. im I. 1831 war er in London, doch das Volk unterließ auchhierbei nicht, durch die verschiedene Art, wie cs ihn und seinen liberalen Bruder, den Herzogvon Sussex, empfing, seine Abneigung und Zuneigung auf die unzweideutigste Weise zu er-kennen zu geben. Inwieweit sich der Herzog an den weitgreifendcn Planen der Orange-logen zs. d.), deren Großmeister er war, bctheiligk, ist unentschieden; im I. 1830 mußte eröffentlich seinen Austritt aus dem Vereine erklären. Da man schon seit längerer Zeit denHerzog im Allgemeinen als den Thronfolger in Hannover betrachtete, so war man hier wegenseiner politischen Ansichten nicht ohne Bcsorgniß für das neue Staatsgrundgesctz von 1833.Diese Besorgnisse milderten sich indeß einigermaßen, als er bei seiner Rückkehr aus England imFrühjahre >830 auch durch Hannover kam und durch Freundlichkeit viele Ängstliche für sichgewann; allein im vollen Maße erwachten sic wieder, als der Herzog im folgenden Winter,wo er abermals in Hannover war, gerade in der Stunde abreiste, in welcher die Stände sichversammeln wollten, und nach Derneburg, dem Gute des Grafen von Münster, ging. Alsam 2». Juni >837 der König Wilhelm lV. starb, befand sich der Herzog in England; dochreiste er sofort nach Deutschland ab, nachdem er vorher noch eine Zusammenkunft mit denHäuptern der Torypartei gehabt hatte. Seine ersten Ncgentcnhandlungcn waren die Ver-tagung der Ständeversammlung und das Patent vom 5. Juli, in welchem die Ncchtsbestän-digkcit der Verfassung in Zweifel gestellt wurde, worauf dann die Auflösung der Ständevcr-sammlung und die Aufhebung des Grundgesetzes folgten. (S. Hannover.) Die Hoffnungdes Königs auf de» engl. Thron wurde weiter hinausgerückt durch die Vermählung der Kö-nigin Victoria und noch weiter durch die Geburt einer Prinzessin und des Prinzen von Wales.Im 1.1840 feierte er seine silberne Hochzeit; doch schon am 20. Juni >841 starb seine Ge-mahlin, deren Verlust er lange Zeit in gänzlicher Zurückgezogenheit beklagte. Im I. 1843unternahm er eine Reise nach England, wo er der Königin den Unterthaneneid leistete. Seinfreundschaftliches Verhältniß zu de», prcuß. und braunschwcig. Hofe wurde neuerdings inFolge der Zollverhältniffe gestört. Erholung von den Staatsgeschäften gewährt ihm nament-lich die Jagd.— Sein einziger Sohn, der Kronprinz Georg Friedrich AlexanderKarl Ernst August, gcb. am 27. Mai >810, leidet an fast gänzlicher Blindheit. Erführte während der Abwesenheit seines Vaters in England die Regierung und vermählte sicham l O.Fcbr. > 843 nür dcrPrinzessin M aria von Sachsen-Aitenburg, geb.am I L.Apr. >8 >3.
Ernst Kasimir, Graf von Nassau, Katzencllcnbogcn, Vianden und Diez, der Stif-ter der diezcr Linie, war der fünfte Sohn des Grafen Johann des ältern von Nassau und derElisabeth von Leuchtcnberg, und >3,78 zuDillcnburg geboren. Er trat in niedcrländ. Kriegs-dienste, gerieth aber gleich anfangs bei Gelegenheit des Treffens unweit Dinslaken in span.Gefangenschaft. Durch ein Lösegcld von > 0000 brabant. Fl. befreit, nahm er dann unterdem Grafen Moritz von Nassau-Oranien an der Eroberung von Rheinbergen und Lingensowie an dem Feldzüge gegen die Spanier Theil und kämpft« 1000 tapfer mit in der Schlacht