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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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Ernst August (König von Hannovcr)

durch eine weitere mit 5000 E- vermehrt wurde. Als jedoch die in Folge der sranz.Julircvs«lution daselbst ausgebrochcnen Unruhen, die das Einrücker» der benachbarten preuß. Truppenvcranlaßten, ihm den Besitz desselben verleidet hatten, trat er dasselbe am 22. Scpt. 1831für 2 Mill. Thlr. an die Krone Preußen ab und erkaufte dafür > 836 die Domaincn Wan-dersleben, Mühlberg und Rohrensee oberhalb Erfurt, 1837 Thal und 1838 Mechtcrstcdtim Gothaischen. Eine bedeutendere Gebietsvergrößerung siel nach Erlöschen des gothaischenStammhauses durch den Staatsvertrag vom 12 .— 15. Nov. >826 in dem HerzogthumeGotha ihm zu, wofür er jedoch das kleine Fürstenthum Saalfeld nebst der früher zu Gothagehörigen Herrschaft Kranichfeld an Meiningen abtretcn mußte. In Koburg hatte er nachdem wiener Congresse eine repräsentative Verfassung gegeben; in Gocha aber ließ er die Vor-gefundenen alten Stände in ihren Rechten bestehen und führte nur eine der preuß. nachge-bildete Städteverfassung ein. Zm Z. 1833 stiftete er in Gemeinschaft mit den beiden andernherzoglichen Linien, Altenburg und Meiningen, den Ernestinischen Hausorden. Seine Län-der verschönerte er durch geschmackvolle Baute» und schöne Naturanlagen, wovon das her-zogliche Schloß, die Rosenau und der Kahlenberg und das neue Schauspielhaus in Koburgund das schöne Schloß Reinhardsbrunn den sprechendsten Beweis liefern. Auch Wissenschaftund Kunst unterstützte er sehr gern und war namentlich auf die Vermehrung der Bibliothekin Eoiha und der dort befindlichen Natur- und Kunstsammlungen mit Freigebigkeit bedacht.Er vermählte sich das erste Mal 1817 mit Luise, der Tochter des Herzogs August von Sach-sen-Gotha, und, als diese am 30. Aug. 1831 starb, mit Marie, der Tochter des HerzogsAlexander von Würtcmberg. Er selbst starb nach kurzem Krankenlager am 20. Jan. 1811und hintcrließ aus seiner ersten Ehe zwei Prinzen, von denen der ältere, Ernst, gcb. am21. Juni 1818, ihm auf dem Throne folgte, nachdem der jüngere, Albert, bereits im Febr.1810 die Hand der Königin von England, Victoria (s. d.), erhalten hatte. Überhaupt hatdas Haus Sachscn-Koburg zur Zeit E.'s III. sein Erbgut in so reicher Maße vermehrt undsich auf so viel europ. Thronen ausgebreitet, wie vielleicht früher nie ein Fürstengcschlecht.Denn außer dem bereits erwähnten Prinzen Albert wurde früher schon E.'s III. Schwester,Victoria, durch ihre Vermählung mit dem Herzoge Eduard August von Kcnt Mutter derjetzt regierenden Königin von England; sein nachgeborcner Bruder, Herzog Ferdinand,heirathete 1816 die reichste Erbin von Ungarn, das einzige Kind des Fürsten Franz Josephvon Köhary; sein jüngerer Bruder, Herzog Leopold, wurde >831 zum König der Belgiergewählt, und sein Neffe, Prinz Ferdinand, der älteste Sohn des Herzogs Ferdinand, 1836der Gemahl der Königin von Portugal, Donna Maria da Gloria.

Ernst August, König von Hannover, geb. am 5. Juni 1771, der fünfte Sohn Kö-nig Georg's III. von Großbritannien, wurde weniger mit strenger Disciplin als mit gut-müthigem Wohlwollen erzogen. Er besuchte einige Zeit die Universität zu Göttingcn undnahm 1703 und 1701 an den Feldzügen der engl. Truppen in den Niederlanden gegen diesranz. Republik Theil. Übrigens ist von seiner Jugendzeit und überhaupt von seinem früher»Privatleben nur wenig bekannt, und Dasjenige, was die geschäftige Sage darüber verbreitet,nicht historisch beglaubigt. So viel ist gewiß, daß der Herzog in England fortwährend derGegenstand der gehässigsten Anschuldigungen war. Nach dem Tode seines väterlichen Oheimserhielt er den Titel eines Herzogs von Cumberland. Erst im reifen Mannesalrcr trat seinePersönlichkeit in eben dem Maße klarer und bedeutender hervor, als mit dem Absterben deraltern Geschwister seine politische Wichtigkeit zunahm. Man sing nun an, den Herzog vonCumberland, in welchem man früher nur einen apanagirtcn engl. Prinzen erblickt hatte, alseinen präsumtiven Thronerben zu betrachten. Im I. 1813 und auch noch später war es seinWunsch, die Statthalterschaft von Hannover zu erhalten, und da er nächst dem Prinzen Re-genten der älteste der damals noch lebenden königlichen Prinzen war, so wäre ihm sein Zweckauch vielleicht gelungen, wenn nicht der Graf von Münster, welcher hannov. Staats- undCabinetsminister in London war, sich ihm entgegengesetzt und den jünger» Bruder, den Her-zog von Cambridge, nach Hannover gebracht hätte. Der Herzog ging nun nach Berlin, woer mit dem geistreichen aber hocharistokratischen Herzoge Karl von Mecklenburg bekannt unddurch Übereinstimmung in den Ansichten bald vertraut wurde. Auch vermählte er sich >815mit dessen Schwester, Friederike Karolink Sophie Alexandrinc, die zuerst mit dem PrinM