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gcn protestantischen Gemeinde, des Zars Gesandtschaft nach Gotha und die Stiftung einerdeutsch-lutherischen Gemeinde zu Genf beweisen. Wie sehr er sich auch für allgemein christ-liche Angelegenheiten interefsirte, zeigen die Anwesenheit des Abts Gregorius aus Abyssi-nicn an seinem Hofe, seine Theilnahme für den Religionszustand in jenem Lande, seineBriefe an den König von Äthiopien, die Sendung Joh. Mich. Wansleb's aus Erfurt nachAbyssinien und die Briefe des Patriarchen von Alexandrien an ihn. Vgl. Eelbke, „Histo-risch actenmäßige Darstellung des Lebens E. des Frommen" (3 Bde-, Gotha 1810).
Ernst II-, Herzog zu Sachsen-Gotha und Altcnburg, gcb. 1735, der zweite SohnHerzog Friedrich's Ul., folgte seinem Vater 1772 in der Negierung. Durch Reisen nachHolland, England und Frankreich 1767—69 und im Umgänge mit den größten Geisterndes letztgenannten Landes gebildet, regierte er mit Weisheit und Gerechtigkeit. Er brachte indas durch den Siebenjährigen Krieg zerrüttete Finanzwesen wieder Ordnung, verbesserte dieJustizpflcge, errichtete Armenanstalten und Arbeits- und Krankenhäuser, stiftete eine Pen-stonsanstalt für die Witwen und Kinder der Staatsdiencr, sorgte für Verbesserung und Er-weiterung der Schulen und beförderte auf alle Weise Künste und Wissenschaften. Nächst derSprachkunde legte er auf die Mathematik einen besonder» Werth, war selbst astronomischerSchriftsteller und unterstützte die Herausgabe manches andern wissenschaftlichen Werks.Durch die Gründung der Sternwarte auf dem Seebcrg, deren Bau seine Gemahlin durchden gelehrten Oberhofmeistcr vonZach (s. d.) vollenden ließ, erwarb er sich um die Astrono-mie große Verdienste, war der Erste, der in Deutschland eine Eradmessung des Meridiansveranstaltete, und lieferte außer andern geschätzten mathematischen Arbeiten vorzüglich einegeistreiche Theorie des Schachspiels nebst der Berechnung des Rösselsprungs (s. d.).Die zu allen diesen gemeinnützigen Unternehmungen nöthigcn ansehnlichen Summen gewanner durch kluge Sparsamkeit und höchste Einfachheit der Lebensweise, die er an seinem Hofecinführte. Seine Obliegenheiten gegen Kaiser und Reich erfüllte er mit strenger Redlichkeit;auch schloß er sich zum Schutze des letzter» an den Fürstenbund an, den Friedrich der Großestiftete. Mit Festigkeit widersctzte er sich allen fremden Werbungen in seinen Landen, wie erdenn selbst das Verlangen des Königs von England, seines nächsten Anverwandten, ihm füransehnliche Geldsummen Truppen nach Amerika zu überlassen, von sich wies. Er starb am20. Avr. 1803. Ihm folgte in der Regierung sein Sohn August Emil Leopold (s. d.).
Ernst III-, Herzog zu Sachsen-Koburg und Gotha, der Sohn des Herzogs Franz,wurde am 2. Jan. 1783 geboren und gelangte am 9. Dcc. 1806 zur Regierung. Da er andem Feldzuge des Königs von Preußen gegen Napoleon 1806, namentlich auch ander Schlachtbei Aucrstädt, Theil genommen hatte, wurde sein Land als erobertes Gebiet von Frankreichin Besitz genommen; doch erhielt er dasselbe im tilsitcr Frieden durch Fürsprache des KaisersAlexander zurück und langte am 28. Juli 1807 in seiner Residenz Koburg an. Hierauf be-gab er sich »ach Paris, um die von Napoleon ihm versprochene Entschädigung für die ausdem Lande gezogenen Summen zu erwirken, mußte jedoch nach sicbcnmonatlrchem Aufent-halte unverrichteter Sache nach Deutschland zurückkehren. Seitdem war er vorzüglich mitder Organisation der Staatsverwaltung seines Landes beschäftigt, welches erst unter der will-kürlichen Negierung des Ministers von Kretschmann, dann durch Kontributionen und Durch-märsche des feindlichen Heers furchtbar gelitten hatte. Allein seine Verpflichtung als Nhein-bundmitglied und die >809 und 1812 sich erneuernden franz. Truppenmärsche hinderten denHerzog, die Lasten des Landes bedeutend zu verringern. Nach der Schlacht bei Leipzig schloßer sich, sobald dies ohne Gefahr für sein Land geschehen konnte, an die Verbündeten an, über-nahm den Oberbefehl über das fünfte deutsche Armeccorps, welches aus den Truppen derkleinen deutschen Länder bestand, blockirtc mit demselben Mainz und brachte diese Festungzur Übergabe. Später ging er Vach Paris, um an den dortigen politischen Verhandlungenund militairischen Festlichkeiten Theil zu nehmen und erschien auch persönlich auf dem Kon-gresse zu Wien, wo er nicht nur sein eigenes Interesse vertrat, sondern mit edler Theilnahmeund achtbarem Freimuthe auch für die Sache des Königs von Sachsen sprach. Aufdem Kon-gresse wurde ihm in dem jenseit des Rhein gelegenen Fürstcnthume Lichtend erg (s. d.) eineLandcsvergrößerung mit 20000 E. zugesprochen, welche im zweiten pariserFriedcn, nachdem erals Oberbefehlshaber der sächs. Truppen wieder den Feldzug gegen Napoleon mitgemacht hatte,