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Crnesti Ernst (Kurfürst von Sachsen)
die normale Ernährung nur sehr unvollkommen erseht. Der Trieb zur Ernährung ist derllärkste in jedem organischen Wesen, den zu befriedigen Hunger und Durst stets ermahnen.
Ernesti (Joh. Aug.), der Stifter einer neuen theologischen und philologischen Schule,gcb. zu Tcnnstadt in Thüringen am 4. Aug. >767, studirtc zu Pforta, Wittenberg undLeipzig zunächst Theologie, machte aber, nachdem er >731 Conrcctor und >734 Rector derThomasschule in Leipzig geworden war, die alte classische Literatur und die mit ihr verwand-ten Wissenschaften zum vornehmsten Gegenstände seiner Studien. Er wurde >742 außer-ordentlicher Professor der alten Literatur auf der dasigen Universität, 1756 ordentlicher Pro-fessor der Beredtsamkcit, erhielt >756 noch überdies eine ordentliche Professur der Theologieund legte erst 1776 die erstere nieder. Als erster Professor der theologischen Facultät starber am 11. Sept. >781. Durch gründliches Studium der Philologie ebnete er sich denWeg zur Theologie und wurde durch sie zu einer richtigern Exegese der biblischen Schrift-steller und überhaupt zu freien, Ansichten der Theologie geführt. Von ihm ging größten-theils die theologische Aufklärung aus, insofern sie sich auf Philosophie und richtige gramma-tische Erklärung gründet. Als genauer Kritiker und Grammatiker zeigte er sich in seinenAusgaben der „Memorabilien des Sokrates" von Tcnophon (5. Aust., Lpz. 1772), der„Wolken" des Aristophaucs (Lpz. >753; neue Ausg. von Hermann, Lpz. >836), des Ho-mer (5 Bde., Lpz. >756—64; 2. Aust., 1824), Kallimachus (2 Bde., Leyd. >761), Po-lybius (3 Bde., Lpz. >764), Suetonius (Lpz. >748; 2. Aust., 1775), Tacitus (Lpz. >752;2. Aust., 1772; zuletzt neu aufgelegt von Bekker, 2 Bde., Lpz. 1831), vor Allem aber durchseine vortreffliche Ausgabe des Cicero (5 Bde., Lpz. >737—39; 3. Aust., Halle >776 —77), welche er mit einer „<7!uvis <7icor»niu" (Lpz. >739; 6. Aust., 1831) als sechsten Bandbegleitete. Er war der erste Lehrer und Wiederhersteller einer wahren und männlichen Be-rcdtsamkeit in Deutschland und verdient wegen seiner vortrefflichen Latinität den Nameneines Cicero der Deutschen, wie dies seine ungemein verbreiteten „lnitia ckoctrinae solitlio-lis" (Lpz. >736; 7. Aust., 1783), seine „0;>u5c»l!l oratorüi, o>'->ti<>nss, prolusiones etelogia" (Leyd. 1762; 2. Aust., > 767), das nach seinem Tode erschienene „OpnZcilorumnrntorinriim NVVIIM vnliimen" (Lpz. 1791; deutsch von Rothe, Lpz. 1791) beweisen. Nichtminder zahlreich sind seine theologischen Schriften, unter denen sich besonders der „^nti-Alurutoriuz" (Lpz. >755) und die „0;,uzculu tüenlogwa" (Lpz. >792) auszeichnen. GroßeVerdienste erwarb er sich auch durch die Herausgabe der „Neuen theologischen Bibliothek"(16 Bde., Lpz. 1766—69) und der „Neuesten theologischen Bibliothek" (3 Bde. und 6Hefte, Lpz. 1773 — 79). Vgl. Bauer, „IHmUlae ae «liscchl. bä-nvst. inckales" (Lpz. >782)und die treffliche Charakteristik E.'s von Stallbaum in der Schrift „Die Thomasschule zu.Leipzig" (Lpz. >839). — Sein Neffe, Aug. Wilh. E-, gcb. am 26. Nov. 1733, gest. alsProfessor der Bcredtsamkeit zu Leipzig am 26. Juli 1861, gab den Livius (3 Bde-, Lpz.1769; neue Aust., 5 Bde., >785) und Ammianus Marcellinus (Lpz. 1773) heraus.Gleichfalls als Philolog ist bekannt Joh. Christian GottlobE-, geb. 1756, gest. alsProfessor der Philosophie zu Leipzig am 5. Juni >862, der den Phädrus (Lpz. 178l),„Silius Jtalicus" (2 Bde., Lpz. >791 92) und einige andere Classikcr, sowie „Cicero's
Geist und Kunst" (3 Bde., Lpz.7799—1862) herausgab, rmd Joh. Hcinr. Mart. E-,geb. >755, gest. als Kirchenrath und Professor zu Kvburg am >6. Mai >836.
Ernst, Kurfürst von Sachsen, der Stifter der crnestinischen oder altern sächs. Linie,von welcher die gegenwärtig herzoglichen Fürste» Sachsens abstammen, war der Sohn desKurfürsten Friedrich des Sanftmüthigen und der Erzherzogin Margaretha von Ostreich.Als >4jähriger Knabe zugleich mit seinem Bruder Albert von Kunz von Kaufungcn unddessen Verbündeten vom Schlosse zu Altcnburg > 455 geraubt (s. Prinzenraub) undglücklich gerettet, folgte er seinem Vater nach dessen Tode 1464 in der Kurwürde, regierteaber anfangs 21 Jahre lang die sächs. Länder mit Albert gemeinschaftlich, bis beide Brüderin dem am 28. Aug. >485 zu Leipzig vollzogenen Vertrage dieselben miteinander (heilten.In dieser Theilung, durch welche die jetzt noch vorhandenen beiden sächs. Stammlinicn, dieernestinische und die albertinischc, entstanden, erhielt E. außer dem Herzogthume Sachjen
als seinen Antheil Thüringen mit den fränkischen und voigtländ. Besitzungen, die Hälfte des
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