Druckschrift 
5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
Seite
66
Einzelbild herunterladen
 

66 Ermeland Ernährung

lein. Die Beschreibung seinerReise um dec Erde durch Nordasicn und die beiden Oceane"zerfällt in eine historische (2 Bde., Berl. 1833 38 ) und cme wissenschaftliche Abteilung(2 Bde., Berl. > 835-1 1 , nebst Atlas).

Ermeland (Vsrinis), ein anmuthigcr und fruchtbarer Landstrich in Ostpreußen von76 OM. und mit 112066 E-, war ursprünglich eine der elf Landschaften, in welche dasalte Preußen gerhcilt war, und nachdem es von den Deutschen Rittern erobert worden, einsder vier Bisthümer, in welche der Papst 1213 das Ordensland thcilte. Der Bischof von E.bewahrte seine Selbständigkeit dem Orden gegenüber, stand unmittelbar unter dem Papsieund erlangte im I I. Jahrh. den deutschen Ncichsfürstenstand. Im I. 1166 kam E. durchden thorner Frieden zugleich mit ganz Westprcußcn unter poln. Herrschaft. Der Bischof ge-hörte seitdem dem poln. Senate an, hatte das Recht, bei Throncrledigungen die preuß.Stände, wie der Erzbischof von Gnesen die polnischen, zubcrufcn und hieß deshalb z,r»ssiaerexäse Primas. Die berühmtesten Bischöfe von E. sind Äncas Silvius Piccolomini, Dan-tisc us (s. d.) osius d.I. dessen strenge Maßregeln gegen die Reformation zur Folgehatten, daß die Landschaft, wahrend ringsum der evangelische Glaube sich verbreitete, katho-lisch blieb, und Cromer (s. d.). Die Residenz des Bischofs war Braunsbcrg, später Heils-berg, gegenwärtig ist Frauenburg der Sitz des Domcapitcls. Im I. >772 wurde E- dempreuß. Staate einverleibt.

Ermenonville, ein Dorf im franz. Oisedepartement, im Besitze der Familie Girar-di», ist besonders bekannt wegen des schönen großen Parks, der Rousseau's Asche auf einerInsel enthält und deshalb im Sommer von Paris aus, namentlich von Fremden, häufigbesucht wird. E. diente einst in den Bürgerkriegen zum Schlachtplatze; dann bewohnte hierdie Geliebte Heinrich's IV., Gabriele d'Estrccs, ein Jagdschloß, von dem noch ein Thurmsteht, der ihren Namen führt. Doch merkwürdiger wurde es, als Rousseau nach kurzemAufenthalte 1778 daselbst starb. Während der Revolution brachte man zwar seine Aschevon hier in das Pantheon, nach der Restauration aber wieder hierher. Schon hatte die so-genannte Lsncie n oiro fs. d.) aufE. das höchste Gebot gcthan, als Stanislaus von Gi-rardin, der nachmalige bekannte liberale Deputirte, gcst. 1827, dieselbe übcrbot und ausdiese Weise E. für die Freunde der Kunst, der Natur und historischer Denkmale erhielt.

Ernährung. Ein jeder Organismus verbraucht durch seine eigene Thätigkcit fort-während einen Thcil der Stoffe, aus denen er besteht. Diese müssen, wenn er fortbcstehensoll, wieder erseht werden, ja in der Zeit, wo er sich zu einem vollkommenen Zustande entWickeln soll, muß ihm sogar mehr zugeführt werden, als er verbraucht. Dies geschieht durchdie Ernährung, und die Substanzen, die dazu nöthig sind, nennt man Nahrungsmittel(s. d.). Die Vorgänge bei der Ernährung sind im höchsten Grade mannichfaltig, besondersin dem Körper der höhern Thicrclassen und des Menschen. Hier beginnt die Ernährung ausdem gewöhnlichen Wege des Essens mit den Vorbereitungen zur Assimilation, welche dieSpeisen und Getränke im Munde, Magen und Darmkanal erfahren, mit der Verdauung.Durch das Kauen, die peristaltische Bewegung des Magens und der Gedärme wird dieSpeise in einen Brei verwandelt, der durch Zufluß des Speichels, des Magensafts, derGalle und des pankreatischen Safts verdünnt und Chymus genannt wird. Die unzähligenaufsaugenden Gefäße, die im ganzen Darmkanal verbreitet sind, nehmen nun aus diesemBrei die zur Ernährung geschickten Stoffe in der Form einer weißen milchähnlichenFlüssigkeit (clizäns) auf, führen sic durch unzählige Drüse» und Gänge, wo sie noch man-cherlei Veränderungen unterworfen wird, hindurch in den Brustgang, der längs der Wir-belsäule aus dem Unterleibe in die Brust cmporstcigt und seinen Inhalt in die linke Schlüs-selbeinvene entleert. Von hier aus mit dem Blute vereint geht der Nahrungsstoff durch dieLungen in die Schlagadern und mit diesen in alle Theile des Körpers über, wo er in denHaargefäßen die letzte Verwandlung in Zellgewebe erfährt, die eigentliche Belebung der As-similation, deren genauere Geschichte uns allerdings noch verborgen ist. In manchen Fällensind Hindernisse vorhanden, welche die Ernährung durch den Mund unmöglich machen.Hier muß die Einsaugungsfähigkeit der Haut und des Darmkanals benutzt und die Ernäh-rung durch Klystiere und Bäder von Fleischbrühe, Milch und andern nahrhaften Stoffenbewerkstelligt werden, was der Art, wie die Pflanzen sich ernähren, sehr nahe kommt, abc»