Erle Ermau 6d
bindungsanstalt seit 1827, ein Krankenhaus, ein anatomisches Theater und ein botanischerGarten. Vgl. Lammers, „Geschichte der Stadt E." (Erl. 1834).
Erle, ein im größten Theile Europas und im nördlichen Asien bis zum Polarkreiseeinheimischer, für Forst- und Landwirthschaft wichtiger Baum, welcher zur Familie der Bc-tulaceen oder birkenartigen Pstanzen gehört. Die gemeine Erle (Firnis glutinös») ge-deiht am besten auf sumpfigem Boden und eignet sich sehr zur Befestigung sumpfiger Fluß-ufer; sie wächst schnell empor, wird bis zu 60 F. hoch und liefert ein rothbraunes Holz, wel-ches zwar als Brennholz nicht viel werth ist, aber unter dem Wasser vortrefflich aushält,daher zu Bauten Unter demselben sehr brauchbar ist. Auch von Tischlern und Drechslernwird es viel verarbeitet. Die Rinde dient zum Gerben. In Schweden und dem nördlichenRußland kommt eine zweite Art, die graue Erle, vor, die in Deutschland fehlt.
Erlkönig ist nach der deutschen Volkssage ein fabelhaftes Wesen, das den Kindernnachstellt. Goethe benutzte die Sage zu einer herrlichen Ballade, die an Neichard und FranzSchubert berühmte Componisten gefunden hat.
Erlösung heißt in der christlichen Glaubenslehre die durch Jesus Christus bewirkteBefreiung der Menschen von der Herrschaft des Wahns und der Sünde und deren zeitlichenund ewigen Strafen. Die Erlösung bewirkte Jesus theils durch die Verkündigung derWahrheit, theils durch sein vorleuchtcndes Beispiel, theils durch seinen stellvertretenden Tod.Oft braucht man das Wort Erlösung vorzugsweise von der durch Jesu stellvertretendenTod bewirkten Erlassung der Strafe der Erbsünde und der wirklichen Sünde, oder von derRettung von der ewigen Verdammniß. (S. Versöhnung.)
Ermnn (Paul), Professor der Physik an der Universität zu Berlin, geboren daselbst1764, war anfänglich für das Studium der Theologie bestimmt, doch hatten die Naturwis-senschaften einen so überwiegenden Reiz für ihn, daß er den Entschluß faßte, ausschließlichdiesen zu leben. Er übernahm sehr früh ein Lehramt der Naturkunde beim franz. Gymna-sium zu Berlin, später auch bei der allgemeinen Kriegsschule, und bei der Gründüng derUniversität erhielt er die ordentliche Professur der Physik. Er gehört nicht zu Denen, die,einem genau abgegrenzten Gegenstand ausschließlich hingegeben, sich ein erschöpfendes Ver-dienst um denselben erwerben; vielmehr überraschen die zahlreichen Abhandlungen, die sichvon ihm in Gilbert's und Poggendorff's „Annalen", in den „Abhandlungen der Akademieder Wissenschaften zu Berlin" und in mehren ausländischen Sammlungen gleicher Art be-finden, durch die Mannichfaltigkeit der Gegenstände. Wenn Magnetismus, Hygrologie,Optik und Physiologie die Gegenstände seiner Untersuchungen waren, so kann doch die Lehrevon der Elektricität als die Hrupttenden; derselben betrachtet werden. Es gelang ihm hiermancher wichtige Aufschluß, wie auch die pariser Akademie urtheilte, als sie ihm l 866 denvon Napoleon gestifteten Galvani'schcn Preis zuerkannte. Früher schon war E. Mitgliedder Akademie der Wissenschaften zu Berlin, einige Jahre später wurde er Sccretair ihrerphysikalischen Claffe und nachher gemeinschaftlich mit Encke, nach der Reorganisation derAkademie, Vorsitzender Sccretair der mathematisch-physikalischen Classe. — Sein Sohn,Adolf Georg E., Professor der Mathematik an dem franz. Gymnasium und außeror-dentlicher Professor der Philosophie an der Universität zu Berlin, wurde zu Berlin 1806geboren. Er besuchte das dasige franz. Gymnasium und widmete sich dann aus der Univer-sität dem Studium der Naturwissenschaften. Später setzte er seine Studien in Königsbergunter Befiel fort, den er dann auf einer wissenschaftlichen Reise nach München begleitete.In den I. 1828—30 vollbrachte er aus eigenen Mitteln eine Reise um die Welt, derenHauptzweck neben andern wissenschaftlichen Bestimmungen der war, mittels der besten Me-thoden und der ausgcwähltestcn Instrumente ein Netz um den ganzen Umkreis unsers Pla-neten von möglichst genauen magnetischen Bestimmungen zu gewinnen. Für den erstenTheil dieser Reise bis nach Irkutsk schloß er sich an die magnctometrischc Expedition, welcheHansteen durch den westlichen Theil Sibiriens auf Veranlassung der schwed. Negierung un-ternahm; die weitere Reise durch Nordasien von der Mündung des Obi über Ochotzk nachKamtschatka und von da zu See über die russisch-amerik. Colonicn,. Californien, Otahciftum Cap-Horn und über Rio Janeiro zurück nach Petersburg und Berlin, vollendete er al-Conv. - Lex. Neunte Aufl. V, 5