Eremiten Erfahrung 53
öffnete» jcdoch aus Neugierde dieselbe und fanden das Kind von einer Schlange umringelt.Hcraugcwachscn, vertrieb Erichthonius sväter dcnAmphiktyon nnd stiftete dasFest-derPan-athenäcn. Seine Gemahlin war die Pasithca, die ihm den Pandion gebar. Die Söhnedieses Erichthonius sind Ercchthcus und Butcs, von denen jener die Herrschaft, dieser d asPricstcrthum der Athene erhielt. Bon den Elcusinicrn bekriegt, erhielt er vom Orakel dieWeisung, er werde siegen, wenn er eine seiner vier Töchter opfere. Er opferte die jüngsteOrithyia, worauf die übrigen drei, Prokris, Krcusa und Chthonia, sich selbst tödtctcn. Hier-auf schlug er die Feinde, wobei Eumolpus (s. d.) siel; er selbst aber wurde auf Bitten desPoseidon von dem Zeus getödtct. Auf ihn folgte in der Negierung Cekrops. Nach Diodorist Ercchthcus ein Ägypter, der zur Zeit einer Hungcrsnoth Getreide nach Attika brachte,wofür ihn die Bewohner der Gegend aus Dankbarkeit zum Könige machten, worauf er dieEleusinien einführte. — Noch wird ein Erichthonius angefüh-rt, der der Sohn des Dar-danus, Baker des TroS, und der reichste unter allen Menschen war.
Eremiten, s. Anachorete».
Eresburg oder He res bürg hieß die alte Grenzfcste der Sachsen gegen die Fran-ken, auf einer Berghöhc an der obern Dicmel, im sächs. Hesscngau des Landes Enger». Mitder Eroberung dieser Feste, welche, nach der Art der sächs. Kastelle, nur ein befestigtes Lagerwar, und der Zerstörung der nicht weit davon gestandenen Irin en sä ule (s. d.) cröffneteKarl der Große 772 die Sachscnkriege und gründete daselbst eine Kapelle, die bald zu einemder Abtei Korvei untergebenen Kloster sich erweiterte. Indessen blieb E- noch längere Zeitein militairisch und politisch wichtiger Punkt, namentlich während der Kriege der fränkischenKönige untereinander, wo Herzog Otto von Sachsen sich auf derselben verschanzte. Erst alsdie Sachsen als vorherrschendes Volk auftrate», verlor dieselbe ihre Bedeutung. Nach derAuflösung des Herzogthums Sachsen suchte der Erzbischof von Köln, wie in den übrigenTerritorien der kölner und paderborner Diöccse, sich auch in dem Gebiete von E- festzusehen,und veranlaßce dadurch langwierige Streitigkeiten mit dem Abt von Ksrvei, welche erst1230 dahin ausgeglichen wurden, daß Letzterer dem Erzbischof die Hälfte aller zu E- gehöri-gen Besitzungen, mit Ausnahme des dasigen Klosters, abtrat, und dieser folgte dann >507die andere Hälfte nach. Es hatte aber schon im l 2. Jahrh. der Magistrat der unter demBerge gelegenen alten Stadt Horhusen zu größerer Sicherheit vor Feinden seinen Sitz ansden Berg verlegt, daher man nun den Namen der solchergestalt vereinigten „Stadt zumEresbcrge" inMerSberg, woraus fälschlich Marsberg geworden ist, zusammenzog, oderauch dieselbe schlechthin „die Stadt zum Berge" nannte, woraus der nunmehrige NameStadtberg entstand. Im Dreißigjährigen Kriege wurde die Stadt >6-16 durch die Schwe-den und Hessen zerstört und der alte Münster gesprengt.
Eresichthon, s. Erysichthon.
Eretrra, jetzt Paläo-Castro, eine der frühesten und ansehnlichsten Städte auf derInsel Euböa, wahrscheinlich von Athen aus gegründet, gelangte durch Schiffahrt und Han-dclchald zu so hohem Ansehen, daß es mit Chalcis um die Oberherrschaft auf der Insel wett-eiferte und sogar einige umliegende kleinere Inseln sich tributbar machte, wurde aber im erstenPerserkriege von Darius ISO v. Ehr. gänzlich zerstört. Der Philosoph Mencdemus stiftetehier eine eigene, unter dem Namen der eretrischen bekannte Schule.
Eretrische Schule, s. Elische Schule.
Erfahrung nennt man die Summe der Kenntnisse, welche sich zuletzt auf Wahrneh-mung von Thatsachen gründen; jede einzelne Erkenntniß dieser Art heißt eine Erfahrung.Der gcsammte Erfahrungskreis zerfällt in den der äußern und der innern Erfahrung,bei welcher Unterscheidung davon abgesehen wird, daß Alles, was wir von der Außenwelterfahren, nur dadurch unsere Erfahrung wird, daß cs als Empfindung und Vorstellung Ob-ject unsers Bewußtseins wird. Auf dem Versuche, den Kreis der äußern Erfahrung in demder innern aufgehen zu lassen, beruht der Idealismus; auf der Behauptung, daß jener seinevon dem auffassendcn Subjccte unabhängigen, reellen Beziehungspnnkte verlangt, der Rea-lismus. Auf keinen Fall gibt das bloße Dasein irgend eines äußern oder innern Factumsschon eine Erfahrung; cs muß das Bewußtsein über Das hinzukonnne», was man erfährt.Viele Menschen erfahren daher garManchcs, ohnc Erfahrungen zu machen; ebenso wird man