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5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
Seite
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46 Erdarten Erdbeere

ist ein der Sonnenblume ähnliches Gewächs und von dieser unterschieden durch den hohem,mehrfach aus der Erde hervortreibenden Stengel, das kleinere Blatt, die kleinere, sich späterentwickelnde Blüte und die knolligen eßbaren Wurzeln. Die Pflanze stammt aus Brasilienund war in Deutschland weit eher bekannt als die Kartoffel, von welcher die Erdäpfel nurdann erst verdrängt werden konnten, als man jene nicht mehr für giftig hielt. Jeht werdendie Erdäpfel nur noch wenig angebaut, da sie gleich dem Unkraute wuchern und ihre Knol-len ein süßliches, nicht angenehmes Gemüse liefern. Nur als Viehfutter sind sie empfehlens-wert!), und als solches werden sie auch noch hier und da in großen Plantagen angebaut. Auchkann man aus den Knollen Stärke, Zucker und Branntwein bereiten. Stengel und Krautder Pflanzen gewähren ein gutes Viehfutter und in holzarmen Gegenden Brennmaterial;auch enthalten sie viel Salpeter und sind zur Pottaschenbereitung tauglich.

Erdarten, s. Erden.

Erdbeben nennt man die Bewegung einzelner Theilc der festen Erdoberfläche, welchedurch zur Zeit noch keineswegs vollkommen erkannte Ursachen bewirkt wird. Dieselbe erfolgtauf die verschiedenste Weise in verschiedenen Graden der Stärke ; bisweilen gleicht das Erd-beben einem Schwanken oder einer in horizontaler Richtung gleichsam wellenartig fortschrei-tenden Bewegung; bisweilen hat sogar diese Bewegung etwas Drehendes und Wirbelndes.Manchmal ist sie schnell vorübergehend, manchmal länger anhaltend, oder sich in Periodenvon Tagen, Wochen, ja Monaten wiederholend. Zu Zeiten beschränkt sie sich auf einen kleinenBezirk, ein anderes Mal verbreitet sie sich über große Landstrecken. Oft ist sie kaum bemerk-bar, dann wieder so heftig, daß sie nicht nur Gebäude umstürzt, sondern auch wol die Gestaltdes Bodens selbst verändert. Zuweilen bleibt bei solchen Bewegungen die Oberfläche unver-letzt und geschlossen, ein anderes Mal zerreißt sie, es bilden sich Spalten und Schlünde, undsic ist dann zuweilen mit Ausbrüchen von Gasarten, auch wol Entzündungen und Auswür-sen von Wasser, Schlamm und Steinen begleitet, die den vulkanischen gleichen; bisweilenerfolgt indeß dieses Zerreißen auch ohne solche Ausbrüche. Den Ausbrüchen der Vulkanegehe» in der Regel Erschütterungen des BodenS voraus. Diese Wahrnehmungen begründenden Schluß, daß solche Erschütterungen der Erdrinde, die eigentlichen Erdbeben, nicht vonäußern Ursachen herrühren können, sondern daß sie durch gewisse, im Innern des Erdballswirkende Kräfte hervorgebracht werden. Es zeigt sich aber bei allen den Erdbeben angehören-den Erscheinungen eine Ähnlichkeit mit den Phänomenen der Vulkane, welche es fast außerZweifel setzt, daß beide durch einerlei Ursachen bewirkt werden und nur verschiedene Äußerun-gen derselben sind. (S. Geologie.) Zu den bedeutendsten Erdbeben der neuern Zeit gehö-ren das in Lima im 1 . 17 - 16 , das in Lissabon am I. Nov. 1753 , welches sich von Grönlandbis Afrika, ja bis Amerika ausdehnte; das in Calabrien am 28 . März 1783 , in Caracasan» 26 . März 1812 , in Valparaiso und Chile am > 9 . Nov. 1822 , in den span. ProvinzenMurcia und Valencia im I. 1829 , in Syrien im I. 18 - 10 , auf Haiti am 7 . Mai 1832 undin Guadeloupe und in Ragusa im I. 1833 .

Erdbeerbaum (^rdutus unoclo), ein strauchartiger Baum, der in Italien und Spa-nien, auch in Irland wild wächst und in Dalmatien so häufig ist, daß er beinahe undurch-dringliche Gestrüppe bildet. Seine Früchte gleichen den schönsten Erdbeeren; sie sind fastdreimal größer als diese, haben aber einen faden Geschmack, weshalb die ungeheure Mengederselbe» früher meist unbenutzt blieb. Erst in neuerer Zeit hat man angefangen, Brannt-wein und zwar in großer Menge und vorzüglicher Güte daraus zu brennen.

Erdbeere, eine Pflanzengattung aus der Familie der Rosaceen, welche aus mehrennur gemäßigten Klimaten angehörenden Arten besteht. Deutschland besitzt drei wildwach-sende Arten, unter welchen dieWalderdbeere (LruAunu vesca) die am meisten aroma-tischen Früchte liefert. In den Gärten kommen außerdem drei Arten cultivirt vor, welcheaus Nord- und Südamerika stammen. Die größten Früchte gibt die jetzt sehr verbreitenErdbeere von Chiloe, die frühzeitigsten die virginische Erdbeere. Aus allen.die-sen Arten sind durch Cultur ungemein viele, von den Gärtnern mit Namen unterschiedeneVarietäten entstanden, die mit besonderer Vorliebe in England und Belgien angebaut wer-de». Die Frucht der Erdbeere, sowol der wilden als cultivirten, gilt für gesund, sollte aber,