Druckschrift 
5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
Seite
34
Einzelbild herunterladen
 

Z4 Erbfolqefrieg

ebenso verlangte Spanien zufolge eines ehemaligen Erbvertrags zwischen der span, und östr.Linie des Habsburger Hauses zum Schein die ganze östr. Monarchie, in der That aber nurden Besitz der Lombardei für Philipp, den zweiten Sohn der Elisabeth, und auch der Kur-fürst von Sachsen fodertc, als Gemahl der ältesten Tochter Kaiser Joseph's l., die ganze östr.Erbschaft. Sie alle vereinigte Frankreich, das, gegen dasHaus Habsburg seitZahrhundcr-tcn feindlich gesinnt, diese Gelegenheit benutzen wollte, die östr. Monarchie zu zertrümmern,in dem Bündnisse zu Nymphenburg am >8. Mai l 741, wo man eine Sichtung sämmtlicherAnsprüche und die vorläufige Thcilung der östr. Besitzungen vornahm. Der Krieg ent-brannte nun an mehren Stellen zugleich. Zunächst kämpften in Italien >741 und >742zwei span. Heere, um den Ostreichern die Lombardei zu entreißen. Frankreich sendete zweiHeere nach Deutschland; mit dem einen suchte der Marschall Mallcbois, in Verbindung mitPreußen, Holland und Hannover in Westfalen abzuhaltcn, der Maria Theresia beizustehe»,mit dem andern eilte BelleiSle durch Schwaben zur Unterstützung Karl Albrecht's nach Baien,.Dieser war jedoch bereits mit bair. Truppen in Ostreich eingedrungen, eroberte hierauf, mitden Franzosen vereinigt, ganz Oberöstreich und ließ sich hier huldige», wendete sich alsdannnach Böhmen, wo bereits eine sächs. Armee unter Nutowski eingcrückt war, eroberte Pragund ließ sich daselbst am IS. Dec. 1741 als König krönen. In dieser Bedrängniß suchteMaria Theresia Hülfe bei ihren Ungarn. Von den Streitkrästen derselben und den Hülfs-geldern der Engländer unterstützt, stellte sie zwei Heere ins Feld, von welchen das eine unterdem Befehl des Gemahls der Maria Theresia in Böhmen einrückte, um die Fortschritte desFeindes dort aufzuhalten, das andere unter Khevenhüller Oberöstreich wiedecnahm, unterentsetzlichen Verwüstungen nach Baiern eindrang und gerade zu der Zeit, wo Karl Albrechtunter dem Namen Karl VII. in Frankfurt zum Kaiser gekrönt wurde, dessen HauptstadtMünchen eroberte. Jndeß hatte Friedrich II. den Krieg in Schlesien und Böhmen mit er-folgreichem Glück weiter geführt und aufs neue bei Chotusih oder Czaslau am 17. Mai1742einen wichtigen Sieg über Karl von Lothringen gewonnen. Da faßte Maria Theresiaeinen raschen Entschluß und überließ diesem Gegner im Frieden zu Breslau am 11. Juni1742 Schlesien unter der Bedingung, daß cr sich WHI -lMMenburgcr Hzunde trenne, undauch Sachsen trat dem Frieden bei. So von zwei Feinden bcfteit, vermochte Maria There-sia nunmehr nachdrücklicher gegen die Franzosen und Baiern zu kämpfen. Zuerst erobertenihre Truppen unter dem Prinzen von Lothringen Böhmen, gewannen das durch Belleisltlange standhaft vertheidigtePrag nach dessen kühn ausgeführtem Abzug und brachten Baiern,das, während Ostreichs Hauptmacht in Böhmen agirte, an Karl VII. zurückgekommen war,aufs neue in ihre Gewalt. Zu gleicher Zeit erschien Georg II. mit einer in Norddeutschlandgesammelten pragmatischen Armee (so genannt wegen der Verteidigung der Pragmatische»Sanction), schlug den zu des Kaisers Hülfe entsendeten Marschall Noaillcs bei Dettingenam Main am 27. Juni 1743, nöthigtc ihn, über den Rhein zu flüchten und folgte ihm bisWorms. Hier gelang es ihm, durch einen förmlichen Tractat am 13. Sept., den König vonSardinien zur Allianz mit Ostreich und England herüberzuziehcn, und auch Sachsen ließsich endlich zu einer Verbindung am 30. Dec. 1743 und am 13. Mai 1744 mit den letzter»beiden Staaten vermögen. Durch die steigende Macht der Kaiserin bei der misgünstige»Gesinnung seiner ehemaligen Bundesgenossen um sein erobertes Schlesien besorgt gemacht,trat Friedrich II. aufs neue mit Frankreich und Baiern, sowie mit Kurpfalz und dem Königvon Schweden in der Union zu Frankfurt am 22.Mai >744, angeblichzur Aufrechthaltungdes Deutschen Reichs und dessen Oberhaupts" in einen Bund, brach dann plötzlich, währendMaria Theresia's Hauptmacht im Elsaß gegen die Franzosen stand, im Aug. von drei Sei-ten in Böhmen ein und eroberte in kurzer Zeit dieses Land sammt Prag und andern festenStädten. Obgleich er nun in demselben Jahre noch, besonders durch General Traun's ge-schickte Märsche und Stellungen genöthigt, Böhmen wieder räumen mußte, so wurde dochhierdurch Schwaben und Baiern vom Feinde frei, und Karl VI I. kam abermals in den BesitzseinerHauptstadt, doch, wiecs schien, nur, um da am20.Jan. >74 5 zu sterben. Sein Sohn,Maximilian Joseph, von Ostreich mit einem neuen Einfalle in Baiern bedroht, schloß am22.Upr. 1745 zu Füßen Frieden; an Karl's VII. Stelle aber wurde trotz Frankreichs Gegen-bemuhungen Maria Theresia's Gemahl unter dem Namen Franz l. am > 3 . Sept. zum Kai-