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5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
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ErLfolgekrieg 33

Dritthcile Baierns ausmachten. Auch ließ in der Thal der nächste Erbe in Beuern, Kur-fürst Karl Theodor, der ohne eheliche Nachkommen war, durch Ostreichs Drohungen undVersprechungen zugleich, sich bewegen, in einem zu Wien am I. Jan. 1778 geschlossenenVertrage, ohne Rücksicht auf die Rechte seiner Seitenverwandten, Niederbaicrn oder denbair.-straubingischen Landcstheil dem Hause Ostreich abzutretcn. Allein Karl Thcodor'smuthmaßlicher Erbe, der Herzog Karl von Zweibrücken, widersprach, von König Friedrich I I.ermuntert, auf dem Reichstage zu Regensburg am 3. Jan. 1778 dieserAbtretung und ricfdcuBeistand Preußens und Frankreichs am 18. März an. Als zu gleicher Zeit der Herzog vonMecklenburg, auf einen alten Rechtsausspruch Kaiser Maximilian's I. gestützt, die Land-grafschaft Leuchtenberg und der Kurfürst von Sachsen, als Schwestcrsohn Maximilian Jo-seph's, die bair. Allodialerbschaft, im Betrage von 47 Mill. Fl., in Anspruch nahmen, schrittman, da gütliche Vermittelung bei Ostreich kein Gehör fand, zur Entscheidung durch dieWaffen. Zwei preuß. Heere rückten am 5. Juli 1778 in Böhmen ein; das eine, von demKönige selbst befehligt, drang von Schlesien aus bis Königsgrätz vor, wo Joseph am Zu-sammenfluß der Adler und der Elbe ein festes Lager bezogen hatte, das andere unter demPrinzen Heinrich, mit welchem bei Dresden die Sachsen sich vereinigt hatten, gingüber Rumburg, nahm Gabel, nöthigte den General Loudon sich znrückzuziehen und streiftebis Prag. Doch geschah kein entscheidender Schlag; im Sept. gingen die Preußen nachSchlesien und Sachsen zurück, um Winterquartiere zu beziehen. Währenddessen hatte MariaTheresia, die sehnlich den Frieden wünschte, mit Preußen Unterhandlungen angeknüpft, undso kam durch Frankreichs und Rußlands Vermittelung der Friede von Teschen am 13. Mai1779, an Maria Thcrcsia's Geburtstage, zu Stande. Baiern trat an Ostreich das Jnn-vicrtcl oder das Land zwischen dem Inn und der Salza, etwa 49 lüM., ab; Sachsen wurdewegen seiner Allodialerbschaft mit 6 Mill. Fl. und mit der Souverainctät über die Grafenvon Schönburg, die bisher Böhmen behauptet hatte; entschädigt, und Mecklenburg erhieltdas > ivilcAmm lle non up^elluixlo. Preußen gewann nichts, trotzdem daß ihm dieser Krieg29 Mill. Thlr. und 29999 M. kostete, übrige ns nannt en spokkwcise diesen Krieg, in wel-chem es zu keiner ernsten Waffenthätkam, biePreiWstMdSachsen den Kartofselkrieg,die Ostrcichcr den Zwctschkcnrummel, die Baiern den bair. Proeeß.

Der östr. Erbfolgekrieg dauertevon 174948. Am 29. Oct. 1749 war KaiserKarl V I-, der letzte des habsburgischen Mannsstamms (die span. Linie war schon früher aus-gestorben), mit Tode abgegangen, und Maria Theresia, seine älteste Tochter, nahm von allenöstr. Erbländcrn sogleich Besitz. Gegründet war ihre Erbfolge auf die PragmatischeSanction (s. d.), vermöge welcher die gcsammten östr. Staaten immer ungcthcilt auf diemännlichen und in deren Ermangelung auf die weiblichen Nachkommen nach dem Erstge-burtsrecht übergehen sollten, und welcher Karl VI. sowvl von den Ständen der östr. Staatenals von den Hauptmächten Europas bei seinen Lebzeiten Anerkennung zu schaffen auf alleWeise sich bemüht hatte. Die Umstände erschienen aber thcils wegen des Zustandes innererZerrüttung, in welcher sich Ostreich damals befand, theils weil die Zügel der Regierung inweiblicher Hand lagen, den Feinden dieses Hauses allzu günstig, als daß sie dieselben nichthätten zu ehrgeizigen Planen benutzen sollen. Friedrich II. war der Erste, welcher diese Ge-legenheit ergreifen zu müssen glaubte, um ein altes, bisher nicht benutztes Recht auf die schles.Hcrzogthümer Liegnitz, Wohlau, Brieg und Jägerndorf geltend zu machen. Ohne Kriegs-erklärung rückte er im Dec. 1749 mit 3V099 M. in Schlesien ein, indem er zuglöiche vorBeginn der Feindseligkeiten, der Kaiserin gegen Abtretung dieses ganzen Landes sein Bünd-niß, einen Vorschuß von 2 Mill. Thlr. und bei der bevorstehenden Kaiserwahl seine Stimmefür ihren Gemahl, den Großherzog von Toscana, anbot. Maria Theresia stellte die Ent-scheidung auf den Kampf mit den Waffen; allein schon die erste Schlacht, bei Mollwitz am19. Upr. 1741, ging verloren, und binnen kurzer Zeit war das von östr. Truppen entblößteSchlesien ganz in Friedrich's Händen. Unterdessen war auch der Kurfürst von Baiern, KarlAlbrecht, der Einzige, der die Pragmatische Sanction Karl'S VI. nie anerkannt, ausgetretenund hatte wegen seiner Abstammung von Anna, Ferdinand's l. Tochter, auf die ganze habS-burgische Erbschaft, besonders ab^M^ Dstreich, Böhmen und Tirol Ansprüche erhoben;

Conv.-Lex. Neunte Ausl. V. b