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5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
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28 Equipage Erasmus

grandiose Zeichnung, die kolossalen Gestalten, die wunderbare Maschinerie keinen Glaubenerwecken. Darum findet auch Dante, der noch zu einer Zeit sein religiöses Epos ver-faßte, wo man an das Wunderbare glaubte, jetzt wol noch einzelne Bewunderer seiner Genia-lität und dichterische» Größe, aber wenig Leser und eigentliche Liebhaber, und Milton undKlvpstock haben, je weiter die moderne Civilisation fortschritt, um so niehr in der Gunst desPublicums eingebüßt, da der religiöse Charakter ihrer epischen Dichtungen in unserer Zeitnoch weniger anspricht als der heroisch-romantische, wie er sich z. B. in Tasso's EposDasbefreite Jerusalem" abspiegelt. Mehr Theilnahme als das sogenannte religiöse Epos findetnoch das romantisch-phantastische, das sich mit sinnlichen Elementen verseht, zwarauch eine Art Maschinerie, aus der mittelalterlichen Feen- und Zauberwelt herbeigeholt, an-wendet, aber eine solche, die gar nicht den Anspruch daran macht, daß man an sie glaubt.So Ariost'sRasender Roland", der durch seine frische sinnliche Fülle anzicht, und Wieland'sOberon", der anmuthig und selbst in seiner Ironie noch zierlich erscheint. Das sogenanntekomische Epos kann nur als völliges Gegenstück und als Parodie des eigentlichen Eposgelten, auch treibt es diese Neigung zur Parodie nicht selten so weit auf die Spitze, daß esebenfalls, jedoch nur um ergötzlich zu wirken, eine Maschinerie angewendet hat. In der neuernZeit hat man auch von einem idyllisch en Epos gesprochen, welches der Maschinerie gänz-lich entbehrt, das Wunderbare von sich weist, und nur als ein poetisches Familien- und Een-rebild gelten kann, mithin mit dem großen epischen, vorzugsweise Epos genannten Gedichtekeine der wesentlichem, höchstens äußerliche und formelle Eigenschaften gemein hat. DieVersuche, das antike Epos zu erneuern, z. B. durch Sonnenberg und Ladisl. Pyrker, haben,bei allem Talent, welches der Erstere, bei aller Gewissenhaftigkeit, welche der Letztere zeigt,ein größeres Publicum nicht finden können, und hieraus wie aus andern Symptomen ergibtsich, daß die Zeit des Epos vorüber sei. Über die Entstehung und Fortbildung des deutschenEpos vgl. Wilh. Grimm,Die deutsche Heldensage" (Gütt. 1829). Außerdem vgl. Tor-quato Tasso,Dell' arte poeticu eck in psrticolure <Ie zmeiiiu eroico" (Veu. 1387) undBossu,Traite ein poeme epique" (2 Bde., Haag 1742; deutsch, Halle >753).

Equipage nennt man in der Militairsprache Alles, was zur Bekleidung und Ausrü-stung eines Offiziers gehört, und folglich beim Cavaleristen auch das Pferd sammt Sattelund Zeug. Beim Seedienste versteht man unter Equipage die sämmtliche Schiffsmann-schaft an Offizieren, Matrosen und Soldaten.

Eraslsträtus, einer der berühmtesten griech. Ärzte, um 39V v. Chr., welcher von derInsel CeoS stammte, dann nach Alexandrien sich begab und zuletzt in Jonien im hohen Alterstarb. Gleich groß in der Theorie wie in der Praxis, ward er Stifter einer eigenen mcdicini-schcn Schule, die unter dem Namen derErasistrateer bekannt ist. Er nahm in dem Kör-per zwei Hauptgcgensähe an, den Lebcnsgeist und das Blut, suchte den Grund aller Krank-heiten in dem Überfluß an Nahrungsstoff, dem er durch die strengste Diät entgcgcnwirktc,und machte namentlich in derLehre vom Gehirn und Nervensysteme überraschende und höchstwichtige Entdeckungen. Von seinen zahlreichen Schriften haben sich nur dürftige Bruch-stücke oder die Titel erhalten. Vgl. Hieronymus,birasistrsti et birssistruteorum lüste,ri»"(Jena 1790).

Erasmus (Desiderjus), eines der rüstigsten Werkzeugs zur Beförderung des Ncfor-mationswerks, obschon er aus Abneigung gegen alle Händel an demselben keinen unmittel-baren Antheil nahm, geb. zu Rotterdam am 28. Oct. 1467, der uneheliche Sohn eines Hol-länders, Namens Gheraerds, aus Gouda, und der Tochter eines Arztes, war bis zu seinemneunten Jahre Chorknabe im Dome von Utrecht und kam dann in die Schule von Devent.r,wo er sein Talent auf eine so glänzende Weise zu entwickeln begann, daß schon damals gesagtwurde, er werde einst der gelehrteste Mann seiner Zeit werden. Nachdem Tode seiner Älter»,die er im 14. Jahre verlor, zwangen ihn seine Vormünder, in den geistlichen Stand und mitdem 17. Jahre in das Kloster Emane bei Gouda zu treten, von welchem Zwange ihn jedochder Bischof von Cambray befreite. Nachdem er 1492 die priesterliche Weihe empfangen,reiste er nach Paris, um sich in der Theologie und in den Humanioren zu vervollkommnen.Mit einigen reichen Engländern, die er hier unterrichtete, ging er 1497 nach England, woihn der König sehr wohl ausnahm. Doch kehrte cr bald nachPa is zurück und besuchte da».»,