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Epode Epos
meines ist. Diese Epoche gehört zu den Elementen der Planetenbahn. Ebenso ist bei derSonne und dem Monde von der Epoche ihrer Mittlern (geocentrischcn) Länge die Rede.Die Skeptiker bezeichnen mit Epoche das Zurückhaltcn des entscheidenden Urtheils.
Epöde (griech.), d. h. Nach- oder Schlußgesang, hieß bei den Alten derjenige Theileines lyrischen Gesangs, welcher auf die Strophe und Antistrophe oder Gegenstrophe folgt,sein eigenes Sylbenmaß enthält und aus einer willkürlichen Anzahl von Versen bestehenkann. Die meisten Hymnen des Pindar und viele Chorgesänge der griech. Dramatikergeben Beispiele von solchen Gedichten. Außerdem bezeichnet man damit eine vom Archi-lochus (s. d.) erfundene und von Horaz auf röm. Boden verpflanzte Gattung lyrischer Ge-dichte, in denen ein längerer Vers mit einem kürzer», gewöhnlich ein längerer Jambus miteinem Dimeter, abwechsclt. Das fünfte Buch der Oden des Horaz führt den Titel „Epo-den", den Andere jedoch als einen Anhang von Oden, die nach dem Tode des Dichters seinenübrigen Werken beigefügt wurden, fälschlich erklären.
Epopeus, der Sohn des Poseidon und der Kanake, kam aus Thessalien nach Sicyon,wo er König wurde. Er gerieth mit dem Nykteus, König von Theben, in Krieg, weil er dessenTochter Antiope (s. d.) entführt oder bei sich ausgenommen hatte, als sie von ihrem Vatergeflohen war. Im Treffen verwundet starb er später, nachdem er zuvor noch der Athene fürden erhaltenen Sieg einen Tempel erbaut hatte, in Folge der erhaltenen Wunden. Nacheiner andern Erzählung wurde er von dem Bruder des Nykteus, Lykos, ermordet. — Epo-peus hieß ferner auch der Steuermann eines tyrrhenischen Schiffs, dessen Mannschaft denBacchus (s. d.) entführen wollte, dafür aber in Delphine verwandelt wurde.
Epöpöe, s. Epos.
Epopten, d. i. Anschauer, nannte man im alten Griechenland die Eingeweihten,welche Allem, was bei den eleusinischen Mysterien vorging, beiwohnen durften.
Epos. Wenn man unter dem Totalbcgriffe Epische Poesie (s. d.) auch die Ro-manze, Legende, Ballade, selbst den Roman u. s. w. begreift, so versteht man unter Epos oderEpopöe, wie schon die gebräuchliche Übersetzung Heldengedicht zeigt, vorzugsweise diejenigeGattung der epischen Gedichte, denen Begebenheiten von seltener Größe, worin sich eines-theils der Mensch, anderntheils aber auch eine überirdische Macht thätig zeigt, zum Grundegelegt sind. Obgleich jene übernatürliche Einwirkung, welche unter der Gestalt von häufigselbst im Kampfe gegeneinander begriffenen Göttern, Engeln, Teufeln und Dämonen perso-nifieirt erscheint, von Vielen als dem Epos nicht wesentlich betrachtet worden ist, so bildendoch diese übernatürlichen Wesen, deren Gcsammthcit die Maschinerie deS EpoS genanntwird, in allen großen und als klassisch anerkannten Epopöen ein so geschlossenes Ensemblemithandelnder und qualitativ wie quantitativ so gewichtiger Kräfte, daß man deren Vorhan-densein als dem eigentlichen Epos wesentlich und nothwendig betrachten darf. Diese Götter-wesen und Dämonen sind die Symbolik des Epos und deuten auf jenen Glauben, daß sichum den Menschen ein wohlwollendes und ein übelwollendes Princip streiten, daß er und seinThun und Handeln höhern sich gegenseitig befehdenden Mächten unterworfen seien. Allerdingsist diese Federung des Wunderbaren nur aus den vorhandenen Mustern hergenommen, aberdie Zahl der wahren Epopöen beschränkt sich auch nur auf wenige und ihr Kreis ist wahr-scheinlich bis dahin abgeschlossen, wo ein jetzt gar nicht vorauszusehender heroisch naiver Ur-zustand Vvlkssänger erweckt, aus deren Dichtungen abermals eine Epopöe hervorgehen dürfte.Abgesehen von der Maschinerie, liebt es die Epopöe, in das Kolossale zu zeichnen und dendarin handelnden Personen einen ungewöhnlichen Charakter, eine halb märchenhafte Phy-siognomie und eine Gestalt über Lebensgröße zu ertheilen. Dies findet man in jedem eigent-lichen Volks- und Naturepos, in der, „Jliade" wie in dem „Nibelungenlied". Das K u n st -epos, wie es z. B. Virgil in der „Äncis" ausbildete, verhält sich schon zierlicher und civili-sirter, doch hat es die wesentlichen Eigenschaften der Homerischen Epik, namentlich die Ma-schinerie, beibchalten. Sowol die Homerischen Dichtungen wie das „Nibelungenlied" ent-standen in einer heroisch naiven Urzeit, weshalb man auch auf die Vermuthung gekommenist, daß sie nicht einen, sondern mehre Verfasser haben und erst später überarbeitet und in einGanzes verschmolzen wurden; so viel ist gewiß, daß das Epos zu Zeiten der verfeinertenCivilisation keine innere Nothwendigkeit mehr hat, weil gerade seine Hauptcigenschaften, die