24 Epiftopius Episode
Episcopms (Simon), eigentlich Bishop, der gelehrte Anführer derRemon-stranten (s. d.) nach dem Tode des Arminius (s. d.), geb. >583, wurde >610 Predigerin der Nähe von Rotterdam und im Jahre darauf Professor der Theologie zu Leyden. Alsdie Remonstranten im I. 16 > 8 von der Synode zu Dordrecht vorgeladen wurden, erschienE. an der Spitze von > 3 Geistlichen, erhielt jedoch nicht die Erlaubniß, die Lehre seiner Par-tei zu vertheidigen. Aus der Kirchengemeinschast gestoßen und des Landes verwiesen, kehrteer erst um >630, wo größere Duldung eintrat, nach Holland zurück und lehrte nun seit >631Theologie an dem neuerrichteten Remonstrantenseminar zu Amsterdam. In dieser Stellungblieb er bis an seinen Tod im I. >613. Der Arminianismus verdankt nächst Grotius demE. seine Fortbildung zu jener freiern, zum Theil socinianischen Denkart, die über die fünfArtikel von 1610 hinausging und auch andere Dogmen, wie die von der Fortpflanzung deradamitischen Schuld und die Anselm'sche Satisfactionstheorie, aufgab. Unter den Schriftendes E. ist außer der von ihm >621 verfaßten „6»us«ssio so» Oecluratio sententise psstornm,<jui Nemonsti gutes vucgutm , super pruecipuis grticulis relißiouis cirrist.", die jedoch keinsymbolisches Ansehen haben sollte und hatte, und außer einer „^polochg pro cvulessione"vom I. >629 die unvollendete „lustitntio Ideologie»" zu nennen. Eine Gesammtausgabeseiner Werke erschien zu Amsterdam (2 Bde., >650).
Episkopalsystem heißt in der protestantischen Kirche die zwischen dem Territo-rialsystem (s. d.) und dem Collegialsystem (s. d.) der protestantischen Kirchenver-fassung in der Mitte stehende Ansicht. Während nämlich Einige den weltlichen Landesherrnschon als solchen für berechtigt halten, auch in rein kirchlichen Dingen die höchste Gewalt aus-zuüben, nach dem Satze „cujus est regio, ejus est religio", Andere dagegen die Kirche alseine selbständige Gesellschaft ansehen, welche ihre inner« Angelegenheiten selbst ordnen könne,nimmt eine dritte Partei an, daß in der Reformation die bischöfliche Würde und das bischöf-liche Recht aus die evangelischen Landesherren übergegangen sei und daß diese nun, Jeder inseinem Lande, geistliche Oberhäupter ihrer Landeskirche geworden seien. Dies ist aber histo-risch ganz ungegründet. Die Reformatoren erklärten vielmehr, daß das kirchliche Episkopatmit dem Pfarramte völlig identisch sei, aherZweierlei überließen sie den weltlichen Lan-desherren; erMrs die Regierungsrechte der Bischöfe als deutscher Landesfürsten, gleichsamdas Territoriälepiskopat, welches mit den kirchlichen nur zufällig verbunden war und außerDeutschland sehr wenig vorkommt, und dann das Recht der obersten Aufsicht über die Geist-lichen oder die Theilnahme und das Direktorium der obern kirchlichen Behörden, sowie dasRecht der Entscheidung und Dispensation in wichtiger« Fällen, den csusis sitinis et msjo-i'idus, welche in der katholischen Kirche der Papst sich Vorbehalten hatte. Ein wahres geist-liches Episkopat der evangelischen Landesherren ist durchaus nirgend erweislich.
- Episode, griech. Epeisodlon, bezeichnet nach Aristoteles in der alten Tragödie,wo ursprünglich der Chor die Hauptsache war, die Theile oder Handlungen, welche zwischenden Chorgcsängen eingeschaltet waren, den Dialog; dann überhaupt alle Nebenhandlungenim Epos und im Drama, welche der Dichter an die Haupthandlung angcknüpst hat, unddie nicht wesentlich zu ihr gehören, sondern ein kleineres Ganze für sich bilden. Die neuernKuustrichter haben die technische Bedeutung dieses Worts auf die letztere allein eingeschränkt.Bei guten Dichtern sind die Episoden nicht unnöthige, nur erweiternde Anhängsel oder Aus-füllungen, sondern geben Aufschluß über die Sache selbst oder entwickeln verborgene Ursache.Von dieser Art ist die schöne Episode des Thersites bei Homer und die Erzählung von derEroberung Trojas in Virgil's „Äneis", die als Muster gelten können, da dadurch die Ein-heit des Gedichts nicht nur nicht gestört sondern sogar gefördert wird. Mit dem Märchenin Wieland's „Oberon" hat es gleiche Bewandniß; es scheint zufällig zu sein, erklärt, unsaber den Grund von Oberon's wunderbarer Theilnahme an dem Schicksale Hüon's. Übri-gens hat die Episode in der epischen Poesie einen weit größern Spielraum und häufigere An-wendung als in der dramatischen, wo sich Alles auf eine gegenwärtige Handlung zusammen-drängt. (S. Erzählung und Epos.) Wie in der Dichtkunst, so gibt es^ auch in der Prosa,namentlich in der Geschichte und in den Reden, Episoden. In der Malerei versteht manunter Episode eine Nebenpartie, besonders des historischen Gemäldes; im gewöhnlichen Leben