22
EpimetheuS
Epiphanius
A
c'2
Epimetheus, der Sohn des Titanen Japetos und der Klymene oder Asia, der Bru-der des Prometheus (s. d.), vermählte sich trotz der Warnungen seines Bruders mit derPandora (s. d.), von der er Vater der Pyrrha, der Gattin des Deukalion, und nach Pin-dar auch der Prophasis und Metameleia wurde.
Epiuay (Louise Florence Pc'tronille d'), die Tochter des Tardieu Dcsclavelles, der inDiensten Ludwig'sXV. in Flandern starb, geb. 1726, war an den Generalpächter d'Epinay,des Delalive de Bellegardc Sohn, verhcirathet, als I. I. Rousseau, durch dessen Geschichtedas Andenken derselben erhalten ist, ihr >745 durch Francueil vorgestellt wurde. Sie war,sagt Rousseau, liebenswürdig, besaß Geist und Talente. Ihr Mann aber war ein Wüstling,der durch seine Sitten ihr leiblich und geistig Schaden that; auch der Umgang mitMademoi-selle d'Ette, der Geliebten des Chevalier dc Valory, und mit diesem selbst, die beide fürschlechte Charaktere galten, mag nachteilig auf Madame E. gewirkt haben. Ihr Mann be-saß außer dem Gute Epinay ein Schloß Lachevrette bei Saint-Denis. Im Garten diesesSchlosses lag ein Häuschen, die Eremitage genannt, dicht am Walde von Montmorency.Dieses Häuschen, das Rousseau einmal wie für sich geschaffen genannt hatte, ließ MadameE. bei Gelegenheit eines Baus in Lachevrette für ihren Freund einrichten und überraschteihn mit dem Vorschläge, cs zu seiner Wohnung zu machen. Nach langem Zögern nahm esRousseau an, tief gerührt von diesem Freundschaftsbeweise, und bezog um Ostern 17 56 dieEremitage, die er bis in den Winter des folgenden Jahres, bis zur Zeit seines Bruchs mitMadame E, bewohnte. Grimm, den Rousseau bei der Madame E. cingcführt hatte, warderen Günstling geworden. Er machte den Plan, Rousseau zu zwingen, daß er MadameE- nach der Schwei; begleite, während dieser Reise ein Vergehen, woran Grimm Theilhatte, zu Grunde lag. Nousseau's Weigerung verursachte den berüchtigten Bruch mit sei-nen Freunden und den Auszug aus der Eremitage mitten im harten Winter. Diese Ver-hältnisse stehen freilich nicht in den „illemnires cle maclamo <i'L."(3 Bde , Par. 1818),welche Brunet aus den Papieren ihrer Derlasscnschaft auszog und zu einem unterhaltendenBuche machte. Vgl. auch Müsset, „4neccl»t<-s ineclites pniir faire suite MIX inemoires>Ie msclsine <I1i. jirececlees <Ie I'exameu üe ees meuioiies" (Par. 1818). Man hat vonMadame E. ein KiM^chuch enuvei^üflens lpshmilie", das sogar cinenPreis erhielt, und„I^ettres ä man 61s" (Genf 1 758), die aber Einige ihr absprechen. Sie starb im Apr. 1783.
Epiphama heißen bei den Griechen die zum Gedächtniß der Anwesenheit oder derErscheinung eines Gottes an einem Orte daselbst gefeierten Feste. In dieser Bedeutungging das Wort auch in die christliche Kirche über. Nachdem schon die Basilidiancr den 6.Jan. alF Tauffest Jesu begangen hatten, fing man zu Ende des 3. Jahrh. in Ägypten undanderwärts an, die Epiphanien an demselben Tage, aber nicht blos als Taus - sondern auchals Gcburtsfest zu feiern. Als hierauf übereinstimmend mit der röm. Kirche auch die grie-chische den 25. Dec. als Geburtsfest Jesu feierte, ward das Epiphanienfest zur Erinnerungan die Stimme, welche die Würde Jesu vom Himmel herab verkündet hatte, oder als dessenTauffest bcibchalten. Im Abcndlande brachte man dasselbe mit der Ankunft der Weisenbei Christus in Verbindung und deutete nun dessen Namen auf die Offenbarung Christi alsErlösers der Hcidcnwclt. Fortwährend betrachtete man cs als ein hohes Fest, weshalb csauch noch gegenwärtig in den meisten Staaten, wo die kleinen Feste aufgehoben sind, gefeiertwird. Als nächstes nach dem Neujahrsfeste heißt cs oft auch das Große oder Hohe Neujahr,und wegen des an demselben gebräuchlichen Textes, das Fest der heiligen drei Könige.
Epiphamus, ein Kirchenlehrer des I. Jahrh. und Vertreter einer traditionellen,der freien Forschung ungünstigen Richtung, stammte aus Besanduke in Palästina, wo seinVater jüd. Landmann war. In seinem > 6. Lebensjahre getauft und unter ägypt. Mönchengebildet, welche ihm die Abneigung gegen die freie Wissenschaft einflößten, schwang er sichallmälig bis zur Würde eines Bischofs von Konstantia (früher Salamis) auf Cypern em-por und verwaltete dieses Amt von 367 an bis zu seinem Tode, der 463 erfolgte. Sein po-lemischer Eifer gab sich besonders kund, als er 364 nach Palästina, dem damaligen Sam-melpunkte der Origenisten, kam, und den Bischof Johannes von Jerusalem sowie die beidenMönche Rufinus und Hieronymus zur Verdammung des Origenes auffoderte, den er schonfrüher in Schriften als Ketzer bezeichnet hatte. Lobenswcrthcr war sein Kampf gegen den