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20 Epiknr Epilepsie
Eprkur, ein griech. Philosoph, geb. zu Gargettus bei Athen, 312 v. Ehr., erhielt sei-ncn ersten Unterricht zu Athen in dem Lehrsaal des Grammatikers Pamphilius. Spätersoll er eifrig des Demokrit Schriften studirt haben. Nachher trat er als Lehrer auf, gingwieder nach Athen zurück und cröffnete in seinem 36. Jahre eine Schule in einem Gartenzu Athen, den er später seinen Schülern erblich überließ, weshalb auch die Schule des E. dieNorti 6z,ic,irei hieß. Bald strömten ihm zahlreiche Schüler zu. Die Grundzüge seinerLehre entlehnte er meist aus ältern Systemen. Die Philosophie war ihm das Bestreben, dieGlückseligkeit durch Überlegung und Reflexion zu sichern, und deshalb ordnete er die Logik,von ihm Kanonik genannt, und die Physik der Ethik unter. Diese selbst war ihm die Lehrevom glücklichen Leben. Das letzte Ziel des Lebens war ihm Genuß ohne Thätigkeit, ein mög-lichst beharrlicher und ungestörter Zustand der Schmerzlosigkeit des Gemüths, und hierinunterschied er sich von Aristipp (s. d.), der für das höchste Gut die, wenn auch nur mo-mentane, Lust durch Thätigkeit erklärt hatte. Was zu jenemZwecke führt, ist Tugend; nichtshat an sich, sondern Alles nur in Beziehung auf jenen Zweck einen Werth, und in diesemSinne zog Epikur das geistige Vergnügen den sinnlichen vor, weil cs beharrlicher sei, schätztedie Freundschaft, Friedfertigkeit, Mäßigkeit, Nachsicht, war standhaft in Schmerzen u. s. w.Jene schmerzlose Gemüthsruhe wird aber hauptsächlich durch unsere eigenen Gedanken ge-stört, und zu diesen gehörte namentlich der Glaube an eine nothwendige Gesetzmäßigkeit derNatur, an eine Einwirkung der Götter auf menschliche Schicksale und an die Unsterblichkeit.Dem störenden Einflüsse dieser Gedanken soll nun die Erforschung der Natur (die Physik) ent-gegenarbeitcn, und zu diesem Zwecke erneuerte Epikur den Atomismus des D e mokri t(s.d.).Von dem Grundsätze ausgehend, daß alles Zusammengesetzte einfache Bestandtheile voraus-setze, nahm er zwei nothwendige, ewige, unendliche Grundursachen an, die Atome n(s. d.),untheilbare und unendlich vielfach gestaltete Körper, und den leeren Raum. Selbst die Seeleist nach ihm aus Atomen zusammengesetzt und sterblich. Das ursprüngliche Kennzeichen derWahrheit war ihm die Empfindung und Wahrnehmung, welche durch Bilder entspringt,die durch die Ausflüsse der Gegenstände bewirkt werden, und aus der sich dann die allge-meinen Vorstellungen bilden, durch welche wixchübst pazZukünftige anticipiren. Die Götter,meinte er, lebte n in ew iaer-Nube in den leeren Zwischenräumen zwischen den Weltkörpcrn(Metakosmien) unbekümmert um die Welt. Diese Lehre, die man nicht mit Unrecht desAtheismus und Materialismus beschuldigt, zog ihm zahlreiche Widersacher zu und reizte dieVerleumdung wider ihn. Er starb 270 v. Ehr., und wiewol nach seinem Todesscin Systemauch inNom viele Anhänger fand, unter denenCelsus (s.d.), Plinius der Ältere(s.d-)und Lucrez (s. d.) die namhaftesten waren, so erlangte cS doch unter den Philosophen niedas Ansehen der pcripatetischen, stoischen und Platonischen Schulen. Seine Schüler feier-ten noch lange nach seinem Tode seinen Geburtstag und vereinigten sich am 20. jeden Mo-nats in dem von ihm ererbten Garten zu einem fröhlichen Symposium, zu welcher Feierder uneigennützige Lehrer eine Geldsumme in seinem Testamente vermacht hatte. Doch ent-fernten sich seine Schüler später immer mehr von der persönlichen Mäßigkeit des E-, undschon Horaz spricht von Schweinen aus den Gärten des E. VonE.'s sehr zahlreichen Schrif-ten ist uns wenig übrig geblieben. Zwei Briefe von ihm wurden verbessert von Schneider(Lpz. 1813) herausgegeben. Fragmente einer Schrill über die Natur sind bei den Nachfor-schungen zu Herculanum aufgefundcn und von Orelli (Lpz. 1818 ) herausgegebcn worden.Sonst kannte man seine Philosophie nur aus den Lehrsätzen, welche DiogenesLaer-tius (s. d.) aufbewahrt, und über welche Gassendi (s. d.) zur Rechtfertigung der Epikurei-schen Lehre weitläufige Commentare geschrieben hat, aus dem Gedichte des Lucrez und denNachrichten, die uns Cicero, Plinius u. A. davon aufbehalten haben. Mit Beziehung aufden eudämonisti scheu Charakter der Epikureischen Sittenlehre nennt man im gewöhnlichenLeben einen Menschen, derbem Sinnengcnuß, besonders dem feinern, huldigt, einen Epikuräer.
Epilepsie, auch Fallsucht oder Böses Wesen genannt, ist eine Krankheit, dieaus einer Reihe von Krampfanfällen besteht, welche bald periodisch mit gewissen Naturer-scheinungen in oder außer dem Körper im Verhältnisse, bald in unregelmäßigen Zwischen-räumen wiedcrkehren. Zuweilen treten diese Zufälle ohne alle Vorboten ein, in andern Fällenwerden sie durch Anzeichen vorbereitet; dahin gehören Aufgeregtheit jeder Art oder Nieder-