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5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
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Epikaste Gptktet 19

überdies durch guten Geschmack und edle Einfachheit auszeichnen und an den öffentlichenDenkmälern wenigstens mit großer Sorgfalt ausgeführt sind. WaS den materiellen Stoffanlangt, so hat sich der Vorrath dieser Inschriften durch Gebäude, Reliefs, Statuen, Gem-men, Vasen, Tafeln in Stein, Erz und andern Materialien erhalten. Wegen ihrer Bedeut-samkeit für die übrigen Wissenschaften suchte man daher diese Inschriften schon im 17. und18. Jahrh. zu sammeln, zu ordnen, zu ergänzen und zu erläutern, und mehre ital., holländ.und engl. Gelehrte verdienen deshalb eine ehrenvolle Erwähnung, z. B. Fcrreti, Falconer,Smet, Gruter, Reinesius, Fleetwood, Gori, Gudius, Muratori, Chishull, Pococke, Ma-zocchi, Chandler, Paciaudi, Biagi, Marini und Torremuzza. Doch hat man, da die Origi-nale jener Inschriften häufig in einem verwitterten und lückenhaften Zustande sich befindenund mehre derselben, zumal in spätem Jahrhunderten und auf Privatdenkmälern, durchSteinschneider und Künstler nachlässig behandelt, entstellt oder sogar verfälscht worden sind,erst in neuerer Zeit angefangen, die ganze Summe der Inschriften einer strengen Prüfungund Sichtung zu unterwerfen, wobei man die allgemeinen Regeln der Kritik und Hermeneu-tik anwendete. Auch hierin haben die Deutschen vor allen Andern durch Fleiß und Gründ-lichkeit das Beste geleistet, wie Osann in8^Iioge inscriptinnumgrsec.elrom. (Jena l 822,Fol.), Böckh in dem von ihm begonnenen, von Franz fortgesetztenLorpus iuscriptionumgrsec." (2 Bde., Berl. 1828 fg., Fol.), Welcker in8)4Ioge epigrsuimstiiin grsec. exmarinoribus etc." (2. Aust., Bonn 1828), Orelli inInscriptivnuin Ist. selectsrum col-Iectio"(2Bde.,Zür. 1828) und Franke, in denGriech. und lat.Inschriften, gesammeltvonO. F. von Richter" (Berl. 183V, 4.), um nicht der einzelnen und mehr gelegentlichen For-schungen auf diesem Gebiete zu gedenken. Die Kenntniß der Inschriften heißt Epigra-phik oder Inschriftenkunde und setzt zugleich den Inbegriff der Regeln und Fertigkeitenvoraus, die zum Verständniß der Inschriften, z. B. zur Entzifferung der in denselben oft ge-brauchten Abkürzungen u. s. w., erfodert werden. Vgl. Kopp,kslseogrsplna critics"(Manh. 1828, 4.) und Franz,bllemeuts spiKrspbices ßrsee." (Berl. 1840, 4.). Epi-graphische Seite nennt man bei Münzen diejenige Seite, auf welcher sich das Bild unddie Schrift befinden; mone°pt§räpVrsÄ'Hekfit Kepwenn sie nur Schrift, anepigra-phisch, wenn sie nur Bilder hat.

Epikaste, s. Jo käste.

Epikrists nennt man theils eine Erscheinung, die zu einer Krisis als Vervollständi-gung hinzutritt, theils und hauptsächlich die rationelle Erklärung und wissenschaftliche Be-urtheilung einer einzelnen oder einer Reihe von Erfahrungen, z. B. einer Krankheitsgeschichte.

Epiktet oder Epiktetos, ein berühmter Anhänger der Stoa, aus Hicropolis inPhrygien gebürtig, geb. um 50 n. Chr., war zu Nom der Sklave des Epaphroditus, einesFreigelassenen des Nero, dessen Mißhandlungen er mit einer Ruhe ertrug, die den echtenStoiker charakterisiren. Man erzählt, daß ihm sein Herr einst einen heftigen Schlag aufden Schenkel gab.Du wirst mir das Bein zerschmettern", sagte E. Sogleich verdoppelteJener den Schlag und zerschlug ihm das Bein.Habe ich dir cs nicht vorausgcsagt? " fuhrE- mit ruhiger Miene fort. In der Folge ward er freigelassen und widmete sich der stoischenPhilosophie. Domitian haßte ihn seiner Grundsätze wegen und verbannte ihn nebst andernPhilosophen aus Nom. E. ließ sich zu NikopoliS in Epirus nieder, kehrte ahxr wahrschein-lich nach dem Tode Domitian's nach Rom zurück und scheint noch unter Hadrian gelebt zuhaben. Unter dem Drucke des Zeitalters, in welchem er lebte, erhielt seine ernste, sittlicheWeltansicht einen mehr entsagenden als thätigcn Charakter; der Mittelpunkt derselben istdie Mahnung, zu entbehren und zu dulden und auf nichts einen Werth zu legen, was nichtin der eigenen Gewalt des Wollenden stehe. Sein Schüler ArrianuS (s. d.) sammelte dieAussprüche E.'s in der SchriftEncheiridion" und in den vier BüchernPhilosophischeGespräche" (deutsch von Schulz, 2 Bde., Altona 18013). Unter den vielen Ausgabenseiner Werke sind als die vorzüglichsten zu erwähnen die von Dan. Heinsius (Leyd. 1640,4.), Casaubonus (Lond. 1659), Meibom (Utrecht 1711, 4.), Upton (2 Bde-, Lond. 1 741,4.), Heyne (Lpz. 17 56 und 1793) und von Schweighäuser (Lpz. 1798), der auchkss.-ctoteae pbilosoplüse monuinents" (5 Bde., Lpz. 1799 1800) herausgab.