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Epidermis
Epigraphe
Epidermis oder Oberhaut, s. Haut.
Epigeirösic, s. Zeugung.
Epi'glottis ist der anatomische Name für Kehldeckel, eine dünne, herzförmige, mitSchleimhaut überzogene Knorpclplatte, welche über der ober» Öffnung dks Kehlkopfs, dersogenannten Stimmritze, liegt. Sic dient dazu, den Eintritt fremder Körper, besonders derSpeisen in die Luftröhre zu verhindern. Beim Verschlucke» der Speisen drücken diese dieEpiglottis, welche auch schon von Muskeln niedergezogen wird, auf die unter ihr befindlicheÖffnung und gleiten über sie hinweg in die Speiseröhre.
Epigonen, griech. lch'igonoi, eigentlich Nachgeborene, heißen vorzugsweise die Sohnejener sieben Helden, welche gegen Theben (s. d.) gezogen und dort sammtlich bis auf denAd raslus (s. d.) umgekommen waren. Selbige unternahmen, um die Niederlage und denTod ihrer Vater zu rächen, zehn Jahre nach jenem Ereignisse unter Anführung des Adra-stus oder des Alkm aon (s. d.) einen neuen Zug gegen die Thebaner, welche des EteoklcsSohn Laodamas anführte, und schlugen dieselben so, daß sie in der Nacht ihre Stadt ver-ließen.,. Die Namen der E. sind folgende: Alkmäon und Amphilochus, Söhne des Amphia-raus, Ägialeus, Sohn des Adrastus, Diomedes, Sohn des Tydeus, Promachus, Sohn desParthcuopäus, Sthenelus, Sohn des Kapaneus, Thersandcr, Sohn des Polyneikes undEuryalus, Sohn des MekisteuS. Ihre Bildsäulen waren als Wcihgeschenkc im Tempel zuDelphi aufgestellt. Schon in der frühesten Zeit war der Krieg der E. ein Gegenstand derepischen Poesie, später bearbeiteten ihn die Tragiker; besonders haben ihn Hellanikus undEphörus behandelt.
Epigramm hieß bei den Griechen ursprünglich die Auf- oder Inschrift auf Altären,Grabdenkmälern, Kunstwerken, Wcihgeschenken u. s. w., welche bald zur Erklärung, baldzur Anregung einer gewissen Stimmung beigcfügt war. Da diese Auf- oder Inschriften,besonders auf Weihgeschenken und Erabmälern, meist in geistreicher Kürze und ihrerForm nach in Distichen abgefaßt waren, so nannte man später jedes kurze Gedicht in Disti-chen, auch von audcrm Inhalte, z. B. erotischem und scherzhaftem, ein Epigramm, wie diegroße Sammlung der Epigranmi^M,.hex^Zrsech,.Anthologie zeigt. Während M> bei de»Griechen sast.lMgäch die empfindsame Seite hcrvortrikt, erscheint bei den Römern der Witzals der "überwiegende Bestandtheil des Epigramms, und nach dieser letzter» Richtung hinist cs auch in den folgenden Zeiten von den andern gebildeten Nationen fast ausschließlichausgebildet worden. Daher hat auch Lessing in seiner Theorie des Epigramms in den „Ver-mischten Schriften" (Bd. l) nur das Witzigsatirische im Auge, und es wurde dar komischeoder witzige Epigramm, in welchem durch einen interessanten Einfall die Erwartung gespanntund dann auf eine überraschende Art befriedigt wird, vorzugsweise mit dem Namen Epi-gramm oder Sinngedicht belegt, bis Herder in seiner Abhandlung „Über das griech. Epi-gramm" in den „Schriften zur griech. Literatur" (Bd. 26) jenes Vorurtheil in Deutsch-land verdrängte und nachwies, daß der Witz dem Epigramme nicht wesentlich sei. Unter denRömern hat namentlich Martial (s. d.) nach der von Lessing angegebenen Bestimmungdurch beißende Ironie und treffenden Witz das Epigramm zur Vollendung gebracht und seitdem Wiederaufleben der Wissenschaften haben unzählige Dichter sich in lat. Sprache in die-ser Art der Poesie, theilweise mit gutem Erfolge, wie Owen (s. d.), versucht. An der Stelledes griech. empfindsamen Epigramms bedienten sich dieJtaliener, Spanier, Portugiesen undFranzosen des Madrigals. In den „Priameln" des I!i. und lr. Jahrh. erkannte Lessingdas ursprünglich deutsche Epigramm. Epigrammatische Anthologien lieferten unter denDeutschen Haug, Weißer und Schütz. Herdcr's „Zerstreute Blätter" und Jacobs' „Tempe"enthalten eine Auswahl der griech. Epigramme. Vgl. Grokc, „De epigrumumt'is tlieori»ltvluio constiluenriu" (Berl. 1826).
Epigraphe (insrrchti»), d. h. Aufschrift oder Inschrift, bezeichnet im Allgemeinenjede Schrift, welche auf der Außenseite eines Gegenstands, wie auf einem Briefe, Buche, anöffentlichen Gebäuden, Weihgeschenken u. s.w. angebracht ist, besonders aber diejenige Schriftauf einem Denkmale, die im Lapidarstil, d. h. in sinnreicher Kürze, dessen Bestimmung an-tzibt. Wichtig für das Studium der Geographie, Geschichte, Alterthumskunde und Philo-logie sind »aincnriich in letzterer Beziehung die Inschriften der Griechen und Römer, die sich