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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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Ephraimiten Epicykel 15

wirklicher Gehässigkeit. Daher schloß er sich nach Saul's Tode sammt den übrigen Stäm-men, die überhaupt immer auf seiner Seite waren, an Jsboseth an, um nicht dem JudäerDavid unterthänig zu sein. Zwar unterwarf er sich endlich noch, allein die Misstimmungblieb und äußerte sich unter Andern, auch darin, daß sich Ephraim mit den übrigen Stäm-men ausschließlich den ehrenvollen Nationalnamen Israel beilegte. Der nachmalige Auf-stand unter dem Ephraimiten Jerobeam, obgleich er zunächst keinen Erfolg hatte, führte dochnach Salomon's Tode den Abfall der zehn Stämme von Rehabeam herbei, worauf Ephraimseine eigenen Könige und seinen eigenen Cultus erhielt. Diese Spaltung, deren Aufhörendie Propheten um so lebhafter hofften, je nachtheiligcr sie sich in ihren Folgen zeigte, wurdenach dem Exile durch das abstoßende Wesen der Juden, sowie durch die Verleumdung vonSeiten der Samaritaner nur noch befestigt und endlich durch den samaritanischen Tcmpel-bau ganz unheilbar. Ephraim heißt auch ein im Neuen Testament (Joh. 11, 54)erwähntes Städtchen, das wenige Meilen von Jerusalem nahe an der jüdischen Wüste lag.

Ephraimiten nennt man eine besondere Elaste Münzen, welche während des Sie-benjährigen Kriegs von einer Gesellschaft Juden, an deren Spitze ein gewisser Ephraimstand, als preuß. Münzpächtern, geschlagen wurden. Der Hauptsitz dieser Münzwerkstättewar Leipzig, welche Münze Friedrich der Große 1759 an jene Gesellschaft verpachtete.Die Münzen selbst waren so schlecht an Gehalt, daß die feine Mark bis zu 45 Thalerausgebracht wurde. Ein solches Misverhältniß konnte nicht von Bestand sein. Sehr baldkamen die Ephraimiten in allgemeinen Verruf und gaben so dem guten Gelbe einen bedeu-tend hohen Curs. Den schlechten Credit glaubte man einige Zeit lang dadurch zu umgehen,daß man die grüßern Münzstücke, z. B. Gulden u. s. w., betrüglicherweise mit der Jahrs-zahl 1753 bezeichnte. Die in solcher Münze in Curs gesetzten Summen waren ungeheuer,und doch gehören dergleichen Stücke jetzt zu den Seltenheiten. Durch den Frieden zu Hu-bcrtusburg wurde diesem Unwesen ein Ende gemacht.

Ephyra, eine Tochter des Okeanos, welche in der Gegend von Korinth lebte, daherdiese Stadt zuerst Ephyra hieß.^^^- -

Epicedium (griech.) bildete bei den Alken eine eigene Gattung von Trauer- oderKlagcgesängen, welche dem Inhalte und dem Versmaße nach der Elegie am nächsten stan-den und während der Zeit der Ausstellung der Leiche gesungen wurden.

Epicharmus, ein berühmter dramatischer Dichter der Griechen und als solcher Re-präsentant einer eigenen Gattung der Komödie, der dorisch-sicilischen, wurde im 5. Jahrh.v. Chr. auf der Insel Kos geboren. Er kam frühzeitig mit seinem Vater, der ihn in den Leh-ren der pythagoreischen Philosophie unterrichtete, nach Mcgara und ließ sich nach der Zer-störung dieser Stadt durch Gelo in Syrakus nieder, wo er an dem Hofe des Königs Hierogastliche Aufnahme fand, durch seine Dichtungen außerordentlichen Beifall sich erwarb undim hohen Ereisenaltcr, geachtet von Allen, starb. Die sicilische Komödie des E., früher aus-gebildet als die attische, ging aus den auf dieser Insel als Volkspoesie einheimischen Mimenhervor, deren unzusammenhängende Bilder und Scenen E. mit solcher Geschicklichkeit zueinem Ganzen zu verbinden wußte, daß seine Komödien lange Zeit als Muster ihrer Gattunggalten und namentlich durch philosophische Menschenkunde ebenso sehr wie durch scharfenWitz und lebendigen Dialog sich auszcichnetcn. Daher dienten sie auch nach Horaz demPlautus als Vorbild, nud die griech. Philosophen, selbst Platon, führen häufig in ihrenSchriften Sentenzen au§ denselben an. Die Bruchstücke des E. sind von Kruseman (Harlcm1834) gesammelt und erläutert worden.

Epicheirema heißt in der Logik ein Schluß, dessen Prämissen man sogleich ihrenGrund zusetzt, sodaß dadurch ein abgekürzter zusammengesetzter Schluß (Polysyllogismus)entsteht. In der Rhetorik versteht man darunter auch einen ausführlicher» Beweis.

Epicykel. Die ältern Astronomen nahmen an, daß alle Bewegungen der Himmels-körper m Kreisen stattfinden, weil die Kreislinie unter allen krummen Linien die vollkom-menste sei; damit war die Annahme einer gleichförmigen Bewegung, d. h. einer immergleichbleibenden Geschwindigkeit, nothwendig verbunden. Alle Himmelskörper aber solltensich um die im Mittelpunkte ruhende Erde bewegen. Da jedoch sehr leicht zu erkennen ist,daß die Beobachtungen der Himmelskörper mit diesen Annahmen, in ihrer einfachsten Auf-