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hatten; doch wurde ihre Bedeutsamkeit von Solon dadurch geschwächt, daß dieser die wich-tigsten Thcile ihrer Gerichtsbarkeit dem Areopag (s. d.) überwies. Bei der Wahl dersel-ben sah man auf edle Abkunft und einen tadellosen Lebenswandel. Bgl. Kayemann, „Vsvrigino blpbetsrum et eorum juiiicio" (Löwen 1823).
Epheu (Hellers llelix), ein bekannter immergrüner Strauch aus der Familie derHederaceen, dessen Stamm im Alter baumartig werden kann, und dessen Zweige weit umher-kriechend und mittels Luftwurzeln kletternd, Wände, Felsen und Baumstämme dicht übcr-spinncn. Im nördlichem Europa überhaupt selten, istder Epheu um sovcrbreiteterin Deutsch-land und weiter nach Süden, wo er im Sept. und Oct. sich mit gelben Blüten bedeckt, seineFrüchte aber erst im nächsten Jahre zur Reife bringt. Durch Einschnitte in die Rinde ge-winnt man, besonders in der Levante, aus ihm ein wohlriechendes, jetzt zum Heilzwecke weniggebräuchliches Harz. Als Zimmerpflanze ist der Epheu seit einigen Jahren sehrin Aufnahmegekommen, besonders seine breitblätterige Gartenvarietät, dersogenannte englische Epheu,die auch weiß oder gelbgefleckt vorkommt., Der Epheu erscheint schon in den ältesten Zeitenals berühmte und geehrte Pflanze; in Ägypten war er dem Osiris, in Griechenland demBacchus geweiht, dessen Thyrsus mit Epheu umrankt dargestellt wurde, und die Römer meng-ten ihn unter die Lorberkrone der Dichter.
Ephialtes, s. Aloidcn.
Ephörus war in Sparta der Titel obrigkeitlicher Personen, welche nach Einigenjchon von Lykurgus, mit größerer Wahrscheinlichkeit aber von Theopompus eingesetzt wur-den, um zunächst die innere Staatsverwaltung, namentlich die gerichtlichen Geschäfte, wozuihnen ein besonderes Gebäude, Ephorion genannt, angewiesen war, zu besorgen. Einsihrer vorzüglichsten Geschäfte war später auch die Aufsicht über die Erziehung der Jugend.Sie wurden, fünf an der Zahl, aus dem Volke gewählt und führten ihr Amt nur ein Jahr,fingen aber bald an, ihren Einfluß, der ihnen namentlich durch beliebige Einberufung vonVolksversammlungen in die Hände gegeben war, über die ursprünglichen Grenzen auszu-dehnen und selbst die Gewalt der Könige zu beschränken. Gegenwärtig bezeichnet Epho-rus einen Aufseher oder Vorgesetzten irgend einer öffentlichen Anstalt; in der protestanti-schen Kirche heißt der Superintendent als der Vorgesetzte der seiner Oberaufsicht untergebe-nen Geistlichen Ephorus, der dcsfallsige Sprengel dieEphoric und sein Ämt EPhorat.
EphökUs, ein von Polybius hochgeschätzter gricch. Geschichtschreiber aus Kyme inÄolis, ein Schüler des Jsokrates, verfaßte ein großes historisches Werk in 30 Büchern, wor-in er zuerst eine scharfe Trennung des Mythus und des geographischen Elements von dereigentlichen Geschichte vornahm, von dem sich aber nur wenige Bruchstücke erhalten haben,die von Meier-Merz (Karlsr. 1815) herausgegeben wurden.
Ephraem Syrus, wegen seiner Verdienste um die syrische Kirche, in die er gricch.Wissenschaft verpflanzte, kropbets 8xror»m genannt, war ein Kirchenlehrer des 3. Jahrh.und wurde zu Nisibis geboren. Seine Bildung und Weihe zum Diakonus empfing er vonBasilius dem Großen, lebte meist zu Edessa und zog sich erst später aus ascetischem Eifer indie Einsamkeit zurück, in welcher er ums I. 378 starb. Von dem arianischen Streite bliebE. unberührt, doch schrieb er gegen die Eunomianer. Näher lag es ihm, den Bardesanes, dieAudianer, Marcioniten und Manichäer zu bekämpfen, und er that dies theils in Homilientheils in einigen seiner merkwürdigen Hymnen. Die wichtigsten seiner gricch. und syrischenSchriften, die Assemani (6 Bde., Rom 1732, fg.) gesammelt hat, sind die syrischen Com-mcntare zum Alten Testament, zu denen neuerdings noch die in einer armenischen Übersc-tzung aus dem 5. Jahrh. aufgefundene und von Aucher (Ven. 1833) herausgegebene Aus-legung der paulinischen Briefe gekommen ist. Wie hoch E. als Exegct steht, hat Lengcrke mden Abhandlungen „veLl. ocripturse sscrss interprets" (Halle 1828) und „ve Lpürsemisrte llermeneuties" (Königsb. 1831) nachgewiesen.
Ephraim war der wichtigste unter den zehn Stämmen des Reichs Israel und hatteseinen Namen von dem zweiten Sohne Joseph's, den Jakob zugleich mit seinen Söhnen zumErben einsctzte. Die Geschichte dieses Stamms, dessen Wohnsitze in der Mitte des LandesKanaan lagen, ist sehr bedeutsam für die Schicksale des gesammten Volks. Eine schon frühan ihm bemerkbare Eifersucht gegen den mächtigem Stamm Juda steigerte sich allmälig zu