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5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
Seite
10
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LO Epaminondas

dieses folgenden Jahrs fällt auf den 25. Jan., 12s/,o Stunden nach Mitternacht, d.i.-12 Mi-nuten nach Mittag, und nun darf man zu der Zeit dieses ersten Neumonds nur nach undnach 23,53 Tage addircn, um auch alle übrige Neumonde desselben Jahrs zu finden. Aufdiese Art erhält man aber nur die sogenannten Mittlern Neumonde, weil man dabei dieBewegung des Monds als gleichförmig voraussetzt, was sie doch nicht ist; die wahren, inder That statthabenden Neumonde muß man auf eine andere Art suchen. Fast immer wer-den, wenn von Epakten die Rede ist, die kirchlichen gemeint, nach denen früher das Osterfestbestimmt wurde. Hierbei wird dir Differenz zwischen dem Manischen bürgerlichen Jahrevon 365'/« Tagen und dem aus zwölf Mondwechseln oder Modischen Monaten bestehendenMondjahre, welche eigentlich 10,89 Tage beträgt, in runder Zahl zu II Tagen, der Mo-dische Monat aber zu 30 Tagen angenommen. Wenn daher ein gegebenes Jahr mit einemNeumonde anfängt (wie z. B. dasjenige, welches der Geburt Christi oder vielmehr dem Jahre,in welches dieselbe gesetzt wird, unmittelbar vorausging), so hat das erste darauffolgendeJahr die Epakte I I, das zweite 22, das dritte 33 oder 3, das vierte 11 oder I I u.s.w. DieBestimmung der Epakte hängt genau zusammen mit derjenigen der goldenen Zahl, d. h. der-jenigen Zahl, welche anzeigt, das wievielte Jahr ein gegebenes Jahr in einer 19jährigen Pe-riode (dem sogenannten Meton'schen Cyklus) ist, deren erstes Jahr mit einem Neumondeanfängt. Da nämlich 19 Manische Sonnenjahre und 235 Modische Monate einander bisauf etwa IStunde gleich find, so fallen immer nach Verlauf von 19 Jahren die Neu-monde fast genau wieder auf dieselben Monatstage. Aus der goldenen Zahl findet man imManischen Kalender die Epakte, wenn man jene mit 11 multiplicirt, dann durch 30 divi-dirt und den Rest der Division nimmt; folglich gehören im gedachten Kalender folgende gol-dene Zahlen und Epakten zusammen:

Gold. Zahl: 1. 2.3. 1. 5. 6. 7. 8. 9. 10. II. 12. 13. II. 15. 16. 17. 18. 19.Epakte: 11.22. 3. 11. 25. 6. 17. 28. 9. 20. I. 12. 23. 1. 15. 26. 7. 18. 29.

Demnach istdie Manische Epakte des I. 1811 gleich 22, da die goldene Zahl desselben 2 istIm neuen oder gregorianischen Kalender muß man in den Jahren 1700 1900 diealte Epakte um 11 vermindern, oder, wenn sie kleiner als > > ist, zuerst um 30 vermehrenund dann 11 davon subtrahiren. So ist die gregorianische Epakte des Jahrs 1811 gleich22 weniger 11 oder gleich 11. Gegenwärtig hat die ganze Lehre von den Epakten nur nocheinen sehr untergeordneten Werth.

Epaminondas, der vorzüglichste unter den theban. Feldherren und Staatsmännern,der sein Vaterland eine Zeit lang auf den höchsten Gipfel des Ansehens und des Glücks er-hob, war 111 v. Ehr. geboren. Er stammte durch seinen Vater Polymnis aus einer alten,aber verarmten edeln Familie, lebte bis zu seinem 10. Jahre in Verborgenheit und genoß denUnterricht des Pythagoreers Lysis, der ihn zu den erhabenen Ideen, die sein Leben schmück-ten, begeisterte. Bei seinem ersten Auftreten in Sparta, wohin die Thebancr ihn nebst An-dern gesendet hatten, um den zwischen beiden Staaten ausgebrochenen Krieg vermittelnd zubeendigen, zeigte er ebenso viel Festigkeit und Würde als Ncdnertalent und verweigerte stand-haft die Freigebung der von den Thebanern besetzten Städte Böotiens. Als der Krieg fort-gesetzt wurde und E. den Oberbefehl erhielt, schlug er mit 6000 M. in Verbindung mit seinemFreunde Pelopidas das doppelt so starke feindliche Heer 378 v.Chr.beiLeuktra. ZweiJahredarauf mit Pelopidas zum Böotarchcn ernannt, drang er mit diesem in den Peloponnes ein,bewirkte den Abfall mehrer mit Sparta verbundenen Völkerschaften und wendete sich hieraufgegen Sparta, das jedoch von Agesilaus tapfer vertheidigt wurde. In Theben empfing manihn bei seiner Rückkehr mit einer Anklage, weil er mit Pelopidas das Böotarchat über diegesetzmäßige Zeit behauptet hatte; doch wurde er in Folge seiner offenen und nachdrücklichenEntgegnung freigesprochen. Als ein neuer heftiger Kampf zwischen Sparta und Thebensich entspann, drang E. wieder in den Peloponnes ein und rückte plötzlich vor Sparta; alleinAgesilaus nöthigte ihn abermals zum Rückzüge. Um dieses vereitelte Unternehmen auszu-gleichen, zog er mit 33000 M. nach Arkadien, wo die feindliche Hauptmacht stand. Hierkam es 363 v. Chr. bei Mantinea zur Schlacht, in welcher er, indem er an der Spitze derSeinen in die spartanische Phalanx einbrach, durch einen Wurfspieß tödtlich verwundetwurde. Als die Ärzte erklärten, daß er sterben würde, sobald man das Eisen aus der Wunde