8 Enveloppe Enzio
Mittel allein schon hinreichend, die Macht einer Entzündung zu brechen. Übrigens erfoderndiese Krankheiten, besonders wenn sie innere Organe befallen, fast stets eine strenge entzie-hende Diät, die auch jede psychische Aufregung zu vermeiden gebietet. Das eigentliche Wesender Entzündung, dieProcesse, welche in der entzündeten Stelle vor sich gehen, sind noch nichtvöllig enthüllt und haben von Hippokrates an bis auf die Gegenwart die Pathologen viel-fach beschäftigt; allein noch ist nach allen Theorien, die darüber aufgestellt worden sind, derGegenstand nicht einmal so weit aufgehcllt, daß eine vollständig genügende Definition vonEntzündung gegeben werden kann. Vgl. Thomson, „I-ectures vn intlsmnwtion" (Edinb.1813; deutsch von Krukenberg, 2 Bde., Halle 182 V—21) und Gendrin, „Ristoire sna-lomigne lies inkammstions" s2 Bde., Par. und Montpell. 1826; deutsch von Radius,2 Bde., Lpz. 1828—29).
Enveloppe oder Mantel heißt ein fortlaufender Wall, welcher in einigen Festungenstatt der Außenwerke den Hauptwall umschließt, oder auch vor jenem als eine zweite Um-fassung dient.
Envoye's, s. Gesandte.
Enyallos, ein Beiname des Ares bei Homer, wird auch oft für diesen Gott selbst ge-braucht; später erscheint E. als Sohn des Ares und der Enyo und ist ein besonderer Kriegs-gott neben seinem Vater.
Enyo, die Kriegsgöttin und Begleiterin des Ares in der Schlacht, entspricht dcrBel-lona (s. d.) der Römer.
Enzian (Lentians) ist eine namentlich auf den Bergen der Schweiz und Tirols wildwachsende officinelle Pflanze, die aber auch in manchen Gegenden Deutschlands cultivirtwird. Aus der Wurzel bereitet man durch Auskochen einen Extract, durch Ausziehen mittelsWeingeist eineTinctur. Beide Flüssigkeiten sind sehr kräftige, tonische, magcnstärkcndc Mittel.Einige Arten des Enzian werden auch als Zierpflanzen in den Gärten angepflanzt.
Enzw oder Enzius, König von Sardinien, war zu Palermo 1225 geboren, derSohn Kaiser Fricdrich's II. mit dem edeln Fräulein Bianca Lancia, der thätigste und treuesteThcilnehmcr seiner Kämpfe, ausgezeichnctdurch Anlagen und besonders durch seine körper-liche Schönheit. Ersscht schon in der Schlacht bei Cortcnuova 1237 mit seinem Vater gegendie aufrührischcn Lombarden und besiegte hierauf seine Mitbewerber um die Hand der rei-chen Adelasia, der verwitweten Beherrscherin von Sardinien und Corsica. Fünfzehn Jahrealt, ward er mit derselben vermählt und erhielt in Folge dessen von seinem Vater den Titeleines Königs von Sardinien. Zugleich zum Statthalter von ganz Italien ernannt, traf ihn,als er dort einen Platz nach dem andern eroberte und bereits gegen die Mark Ancona vor-rückte, mit seinem Vater am l l.Nov. 123g der Bannstrahl Gregor's IX., was ihn abernicht hinderte, in dem angcfangcnen Werke fortzufahren. Den größten Ruhm erwarb ersich durch den 1241 erfochtenen Sieg über die genuesische Flotte. Der Papst hatte nämlicheine K'irchcnversammlung nach Rom berufen und die Prälaten eilten, trotz des Kaisers Verbot,auf der mit dem Papst verbündeten genuesischen Flotte herbei. In der Nähe von Livornobei der kleinen Insel Meloria traf E. am 3. Mai 1241 die Flotte in Verbindung mit -ersicilisch-pisanischcn, schlug sie und nahm drei päpstliche Legaten und über 166 Erzbischöfeund Bischöfe gefangen; auch machte er dabei eine unermeßliche Menge Beute, besonders anGeld, sodaß er zum Hohn die gefangenen Prälaten in silbernen Fesseln in die festen SchlösserApuliens und CalabrienS brirtgen ließ. An der Spitze der Modeneser in der Schlacht beiFossalte am 2g. Mai 1249 gegen die Bologneser gerieth E- in Gefangenschaft, in welcherer dis an seinen Tod festgchalken wurde. Vergebens schrieb der Kaiser abwechselnd bittendeund drohende Briefe um die Freiheit seines Lieblingssohns, vergebens bot er als Lösegeld ei-nen silbernen Ring von dem Umfange der Mauern der Stadt Bologna. Die Bürger mach-ten ein Gesetz, kraft dessen sie die Freilassung E.'s für immer untersagten. Selbst die Listseiner Freunde, Piedro de' Asinelli und Rainerio de' Gonfalonicri, den Gefangenen in demgroßen Weinfasse, in welchem man ihm vonZeit zu Zeit Wein brachte, versteckt zu entführen,misglücktc; eine Locke seines schönen blonden Haupthaars, die aus dem Spundlochc, wodurchE. Lust schöpfen sollte, hervorragte, verrieth den geheimen Plan, und E. wurde hieraufwenn auch nicht, wie gefabelt wird, in einen eisernen Käfig, doch in strenger Hast und sin-