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5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
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Entwickelung 5

gewöhnlich in dasIünglingsaltcrmit dem 15., das Mädchen in das der Zungfrauinit dem > 3. Lebensjahre. Bei beiden Geschlechtern beginnt diese neue Periode mit der Aus-bildung der Eeschlechtsthcile, die bis dahin sich immer indifferent verhielten, und mit diesertritt dann die sogenannte Pubcrtät (s. d.) ein. Dieser folgt eine durchgreifende Verände-rung des ganzen physischen und psychischen Organismus. Der Körper erstarkt, das Wachs-thum, welches vorher den Körper mehr nach der Länge ausdehnte, wirkt nicht mehr so starkin dieser Richtung, desto mehr arbeitet cs auf eine Proportion nach der Breite hin, und na-mentlich wird in dieser Beziehung die Brust ein Ziel seiner Bestrebungen, welche eine be-trächtliche Ausdehnung erfährt. Durch diese Veränderungen und die gleichzeitig beim Jüng-linge eintrctcnde Erweiterung des Kehlkopfs, wodurch seine Stimme einen tiefem, männ-lichem Ton bekommt, gibt sich die herannahendc Reife immer mehr zu erkennen. Sind aberdiese physischen Erscheinungen schon bedeutend, so sind es fast noch mehr die mit ihnen in be-ständiger Wechselwirkung fortschreitenden psychischen. Da der Körper sich dem Culminations-punktc seiner Kraft nähert, so strebt auch der Geist seiner Vollkommenheit entgegen. Be-sonders sind der Wille und das Gefühl die beiden geistigen Vermögen, die sich schon jetzt zueinem bedeutenden Grade von Kraft entfalten, während der Verstand, offenbar noch diesenbeiden untcrthan, sie nur durch Auffassen der Umgebungen und durch gesteigertes Selbst-bewußtscin unterstützt. Die erhöhte Kraft verweist den Jüngling auf ernstere Beschäftigun-gen als die bisherigen waren; im Gefühle seiner Stärke achtet er nur wenig der Hindernisse,die sich ihm dabei entgegenstellcn, bei deren Besiegung eben ihm der Verstand nur noch un-vollkommen zu Hülfe kommt, sodaß auch oft am Ende sein Wille nach vergeblichen Anstren-gungen sich daran bricht. Das Höchste will er erreichen, alle beengende Schranken durchbre-chen, und seine Empfindung schwelgt in idealen Vorstellungen, deren Verwirklichung zwarmehr als die des Knaben im Bereiche der Möglichkeit liegt, aber auch selten genug seinenEifer belohnt, indem die hemmende Macht der Verhältnisse sich vor das Ziel stellt. In stil-lerm Wirken äußert die Jungfrau ihren Willen; sie lebt mehr in der ihr selbst zwar nochfremden, aber sie wssNdcrbar ansprechenden Gefühlswelt in einer stummen Sehnsucht nach derErfüllung von Wünschen, deren eigentliches Wesen ihr jedoch der Verstand noch nicht auf-geklärt hat. In derartiger Thätigkcit, in solchen Bestrebungen leben der Jüngling und dieJungfrau fort, bis sic den Punkt ihres Lebens erreicht haben, wo der Gipfel der körperlichenAusbildung mit dem Erscheinen der Wcishcitszähne erstiegen ist, und wo der Geist aufhört,durch den Körper an Reife zu gewinnen, wo er nicht mehr von innen heraus sondern vonaußen her durch das Schicksal gebildet wird und die Erfahrung ihre Früchte trägt.

Sowie das Jugcndalter beim männlichen Geschlecht später anfing als beim weiblichen,so beginnt auch das Mannes alter später, etwa mit dem 25. Lebensjahre, während dasWeib früher schon, ungefähr nach Überschreitung des 20. Jahrs vollkommen befähigt ist,Alles zu leisten, was seine Bestimmung von ihm verlangt. Diese nun eintretende Periodeder vollen Kraft und Thätigkcit ist die längste und dauert bei dem Manne ungefähr bis zum60., bei dem Weibe bis zum 50. Lebensjahre, eigentlich bis bei Beiden die Zeugungsfähigkeitsich verliert, was bei einem Individuum früher, bei dem andern später geschieht. Das Kno-chengerüst ist nun völlig ausgcbildet, sodaß das männliche Skelet von dem weiblichen leichtsich unterscheiden läßt, die Construction der Muskeln ist so beschaffen, daß sie der stärkstenAnstrengung gewachsen sind, und die Sinne haben den höchsten Grad ihrer Schärfe erreicht.Gleichmäßig verrichten alle Organe ihre Functionen, und nichts hindert den Menschen, vonallen seinen Anlagen vollen Gebrauch zu machen. Die Ausbildung schreitet zwar noch immervorwärts, aber im Ganzen; kein einzelnes Organ hat nach dem Naturgesetze eine vorherr-schende Thätigkcit, harmonisch wirken sie alle nach gleichen Regeln auf dasselbe Ziel hin. Ingleichem Verhältnisse zu sich selbst und in entsprechendem zu dem Körper steht der Geist.Der Verstand, früher durch seine unvollkommenen Versuche von Thätigkcit nur so oft auchdie andern geistigen Vermögen auf Abwege führend oder von ihnen gänzlich mit fortgerisscnund unterjocht, macht seine bisher schlummernde Kraft geltend; nicht mehr versucht derMann die ihm cntgcgcnstchcndcn unübcrstciglichcn Hindernisse durch den Willen und dieKraft zu zermalmen, er sucht sic durch Beharrlichkeit hinwcgzuräumcn oder durch Klugheitzu umgehen; nicht mehr sucht er in d- r Ferne die Befriedigung seiner Wünsche, er ergnift