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5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
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4 Entwickelung

Wesen gelegten Anlagen zu dem Grade der Vollkommenheit, den es nach Maßgabe seinerBestimmung und seiner Kräfte erreichen soll oder kann. In der anorganischen Welt gidr eskeine Entwickelung; der Stein bildet sich nicht durch sich selbst von innen heraus, sonderndurch Krystallisation. Die Entwickelung der niedrigsten Thicrclassen und Pflanzcnartenfällt allerdings nicht durch ihre einzelnen Stufen in die Augen, doch das Mikroskop hat sieselbst bei vielen Jnfusionsthierchen sowie bei sehr einfachen Pflanzengattungen enthüllt. O b-wol in den meisten Fällen, doch nicht durchgängig, ist die Annahme richtig, daß auf eine lang-dauernde Entwickclungszcit auch eine entsprechende Dauer der Vollkommenheit folge; dieEintagsfliege vollendet ihr vollkommenes Dasein ihrer Bestimmung gemäß in 2-1 Stunden,nachdem ihre Entwickelung eines viel länger« Zeitraums bedurfte. Die höchste Bestimmungaber hat der Mensch sowol im Leben als nach seinem physischen Tode; seine Entwickelungist nur scheinbar in den Jahren vollendet, in welchen der Körper die meiste Kraft, die höchsteAusbildung, der Geist den stärksten Willen, den schärfsten Verstand, die tiefste Empfindungerlangt hat; sie dauert fort, wenn auch der Körper schwächer wird und der Geist seinem Be-gleiter sich beugend an Energie verliert, und der Tod, das Ende des Lebens, ist nur eine Ent-wickclungsstufe zu einem neuen, uns unbekannten, jedenfalls aber vollkommenem Dasein.Dieser hohen Bestimmung des Menschen entspricht seine physische und psychische Entwicke-lung. Können wir auch nicht zweifeln, daß ein jedes organische Wesen eine lange Reihe vonVeränderungen zu durchlaufen habe, che es den höchsten Punkt seiner Vollkommenheit er-reicht, und daß diese Veränderungen alle ebenso wundervoll vom Schöpfer geordnet und ein-gerichtet sind als beim Menschen, so ist doch bei diesem die Dauer der wesentlichen Verände-rungen die längste und der Zustand der Vollkommenheit derselben entsprechend. Kein Ge-schöpf tritt hülfloser in die Welt als der neugeborene Mensch, aber kcins ist reicher anHülfs-»nitteln, die Welt zu beherrschen als der ausgebildete Mensch. Die Entwickelung des Men-schen beginnt mit der Empfängnis im Leibe der Mutter; langsam reift hier das ncuge-schaffene Wesen (s. Fetus), bis cs die Naturgesetze zu einem selbständigen Dasein rufen.Aber noch kann er von diesem Dasein außer zur Aufnahme von Nahrung keinen willkür-lichen Gebrauch machen, noch versagen ihm kei ne Glieder , hie von einer noch s chwach en Wil-lenskraft aelc itet be i nabe ^ uu--i«kttnctartiae Bewegungen machen, den Dienst. Aber nachund nach wtrv^er Organismus fester; die ersten Zähne, als Zeichen, daß andere als die ge-wohnte Speise aus dem mütterlichen Körper verlangt wird, brechen hervor, die Zunge ver-sucht articulirte Töne hervorzubringcn, die ersten Versuche zum Gebrauche der Glieder wer-den durch Fassen und Kriechen gemacht, der Geist vcrräth seine größere Thätigkcit durch ge-schärfte Aufmerksamkeit auf die Umgebungen und nicht selten durch stärkere Willenskraft.So schreitet Körper und Geist im Einklänge vorwärts. Das Ausfallen der ersten und dasHervorbrechen der zweiten Zähne verkündigt das Ende der Kindheit und den Anfang desKnaben- und Mädchen alters. Der Körper ist stark und wehrt die äußern Einflüssemit mehr Energie von sich ab, die Lebensart gleicht mehr der der Erwachsenen mit Ausnahmeder Beschäftigungen, doch geben die Stimme und das unreife Ansehen noch deutlich den Un-terschied zwischen diesem Standpunkte und dem des gereiften Menschen, selbst wenn dieGröße gleich ist, kund. Zugleich dehnt der Geist seinen Wirkungskreis bedeutend aus. Vonallen Geisteskräften ist jetzt das Gedächtnis am thätigsten, es sammelt unablässig, ohne daßder Verstand befähigt wäre, die nöthigen Verbindungen und Unterschiede zwischen den ver-schiedenen gesammelten Eindrücken festzustellen. Der Wille, der manchmal auszuartcnscheint, hat beiweitem die Festigkeit noch nicht erlangt, um ausdauernd sein zu können, unddas Eefühlsvermögen legt seine Ausbildung nur noch durch sinnliche und kindische Luft-schlösser an den Tag. Gegen das Ende dieser Periode trennt sich die Entwickelung der ver-schiedenen Geschlechter, deren ungleiche Bestimmung sich schon früher in der Wahl der Be-schäftigungen offenbarte. Die Verwandlung des Knaben in einen Jüngling beginnt späterals die des Mädchens in eine Jungfrau.

Die Zeit des Anfangs dieser Periode hängt sehr von der Constitution des Individuums,vom Klima und von den äußern Verhältnissen ab. Früher wird diese Entwickelungsstufe er-reicht in südlichen Ländern und in großen Städten, wo eine weniger naturgemäße Lebensartdurch die geistige Ausbildung auch dem Körper eine Trcibhausreife gibt. Der Knabe tritt