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Bajazet Bujus
man, um nur Platz zu Gebäuden zu gewinnen, selbst ins Meer hineinbaute. Eine sehr an-jiehende Schilderung des alten B. gibt Zell in seinen „Ferienschriften" (Freiburg 1826).
Bajäzet oder Bajasid I., türk. Sultan, gcb. 1347, folgte 1389 seinem VaterMurad I., der in der Schlacht bei Kossova gegen dir Serbier geblieben war. Den Wegzum Thron hatte er sich durch die Erdrosselung seines altern Bruders Jakob gebahnt. Indrei Jahren eroberte er die Bulgarei, einen Thcil Serbiens, Macedoniens und Thessaliens)auch unterwarf er sich die meisten Staaten Kleinasiens. Wegen der Schnelle dieser außeror-dentlichen Eroberungen erhielt er den Beinamen „der Blitz". Selbst Konstantinopel schloßer zehn Jahre hindurch ein, um es durch Hunger zu bezwingen. Die Stadt zu retten, brachteKönig Sigismund von Ungarn, der nachmalige deutsche Kaiser, ein großes Heer zusammen,bei welchem sich auch franz. Truppen, namentlich 2666 Edclleute, unter der Anführung desHerzogs von Nivey befanden, und griff die an der Donau gelegene Stadt Nikopolis in derBulgarei an. Allein B. eilte herbei und errang über die verbundenen Ungarn, Polen undFranzosen am 28. Sept. 1396 einen entscheidenden Sieg. Sigismund entging verkleidetdurch eine schleunige Flucht der Gefangenschaft; die Franzosen aber, durch deren ungestümeHitze die Schlacht verloren ging, wurden gräßtentheils gefangen und fast alle hingerichtet.Jetzt würde B. das griech. Kaiserthum gestürzt haben, wenn er nicht durch Timur (s.d.),der seine Besitzungen in Natolien angriff,' am' 16. Juni 1461 bei Angora in Galatien einegänzliche Niederlage erlitten hätte. Er selbst fiel in die Gewalt seines Besiegers, der ihn je-doch mit Großmuth behandelte; denn die Erzählung, daß er von demselben in einem Käfigherumgeführl worden sei, ist ohne historischen Beweis. B. starb 1463 in Timur's Lager inKarmanien, und ihm folgte in der Regierung sein Sohn Soliman I.
Bajazzo, von dem ital. Kaja, d. i. Spaß, oder bsjsccis, d. i. schlechter, einfältigerSpaß, nach Andern, jedoch minder passend, von psgliajo, d. i. Häckerling (franz. p»il-Insse, d. i. Strohmann, Pickelhäring) abgeleitet, weil der Pagliazzo oder Pajazzo, wie manihn nannte, ausgeschnittenem Stroh habe schlafen müssen, heißt bei Seiltänzern, Akrobaten,Kunstreitern und andern herumziehenden Gesellschaften der Spaßmacher und Possenreißer,auf deutsch Hanswurst. Flöget führt seinen Ursprung wie den der verwandten Harlekins,Pulcinells, Kasperls, Pickclhärings,Jack Puddings u. s.w. auf die Atellanen zurück. SeinCostum nähert sich dem des Pierrot (s. d.). England, dann Italien haben die zahlreichstenund besten Bajazzos aufzuweisen gehabt.
Bajus (Michael), eigentlich de B ay , einer der größten Theologen der katholischenKirche im 16. Jahrh., war 1513 zu Melun im Hennegau geboren. Er studirte zu Löwen,wurde 1556 Professor der Theologie daselbst und war 1563 und 1564 bei der Kirchenver-sammlung zu Trient. Durch ihn wurde die systematische Theologie, mit Beseitigung derscholastischen Methode, unmittelbar auf die Bibel und die Kirchenväter gegründet. DieSchriften des heil. Augustinus hatte er neunmal gelesen und bewegte sich daher ganz in demJdeenkreise dieses Kirchenvaters, dessen Lehren von der gänzlichen Unfähigkeit des menschli-chen Willens zum Guten und VM ddr UnverdienMchkeir guter Werke er gegen die gefälligereMoral der Jesuiten zuerst geltend machte. Die Behauptung, daß der Wille des Menschen,so lange er sich selbst überlassen wäre, nur sündigen könne, daß auch die Mutter Jesu nichtfrei von Erb-und wirklicher Sünde gewesen, daß jede Handlung, die nicht aus reiner Liebezu Gott entspringe, Sünde, und daß kein Werk der Buße zur Rechtfertigung des Sünderswirksam, sondern daß Alles allein der GnadeGottes in Christo zu verdanken sei, und andereLehren zogen ihm Verketzerungen von Seiten der alten Scotisten und besonders der Jesuitenzu, die es ungeachtet der Gunst, in der B. am span. Hofe stand, doch endlich dahin brach-ten, daß 1567 durch eine päpstliche Bulle 76 seiner Sätze, darunter auch einige des Augu-stinus, verdammt wurden. Um doch etwas gethan zu haben, unterwarf sich B.; beharrteaber nach wie vor bei seinen Lehren, daher auch die Verfolgungen gegen ihn nicht nachließen.Da indeß die theologische Facultät zu Löwen ganz auf seiner Seite war, so blieb er nicht nurin seinem Amte, sondern wurde auch 1575 zum Dechant zu St.-Peter und 1578 zumKanzler der Universität ernannt. Der König von Spanien übertrug ihm sogar das Amteines Generalinquisitors in den Niederlanden. Er starb am 16. Dec. 1589 mit dem Ruhmegroßer Gelehrsamkeit, reiner Sitten und seltener Bescheidenheit. Seine Augustinischen An-