A
"v s. Ton und Tonarten.
Aa, gleichbedeutend mit Ahha, Ach oder Aach, verwandt mit dem lat. aqus, dem an-gelsächs. ea und dem franz. eem, bezeichnet im Altdeutschen ein fließendes Wasser und er-scheint noch jetzt selbständig in der einfachen Stammform als Flußname in Nordfrankreich,Holland, Deutschland, der Schweiz und in Kurland, oder auch als Endsylbe ach mehrenOrtsnamen angehängt, wie z. B. Biberach, Stockach u. s. w. Die bedeutendsten Flüssedieses Namens sind: I) die Aa im franz. Departement Pas-de-Calais, welche bei Ru-milly-le-Comte entspringt, bei St.-Omer schiffbar wird und sich in zwei Arme theilt, dereneiner als Colme bei Dünkirchen, der andere als Aa bei Gravelines in den Kanal mündet;2) die zur alten Assel in Holland bei Deutichen einfließende und Bredevoort berührende Aaoder Ahe; 3) in der russ. Ostseeprovinz Liefland einmal die Treider-Aa, welche nordwestlichvon Dünamündeund dann die BuldLLÄL die süd westlicher in den rigaischen Meerbusen mün-det ; 3) die Aa, die im Canton Uri entspringt, Unterwaloen durchstiegt unv vci St,-Antom inden Vierwaldstädtersec fällt. Unter dem Namen Aach fließen dem Bodensee nördlich drei^ Flüsse aus dem Badischen zu, die rudolfszeller, stockacher und seefelder Aach, und eineraus dem Würtembergischen; südlich einer unweit Bregenz aus Tirol.
Aachen, als Negierungsbezirkdie westliche Mitte der Nh einpro vinz (s. d..), ist beider Größe vonnur 76 OM. einer derkleinsten Regierungsbezirke des preuß. Staats, umschloss- sen einerseits von den Regierungsbezirken Düsseldorf, Köln, Koblenz und Trier, andererseitsvon der belg. Provinz Lüttich und den niederländ. Provinzen Luxemburg und Limburg. DerHauptfluß desselben ist die Roer oder Ruhr, welche die Jnde, Merz, Wurm und Urft aussnimmt und fast den ganzen RegiermrgSbeilrk'mkk nSrbttOer lMV'NvtbMNMrr Abdachungdem Maasgebiete einverleibt, während im Südwesten Kill und Our der Mosel zufließen undsüdwestlich die obern Erft- und Ahrthäler zum unmittelbaren Rheingebiete gehören. Der Sü-den wird von den kahlen und rauhen Plateauflächen der Eifel erfüllt, an welche zwischen Mal-medy und Eupen die nebelbedeckten Hochmoore der hohen Veen stoßen, die sich nordwärts zuden fruchtbaren Hügellandschaften des niederrheinischen Tieflandes verflachen. Die Haupt-nahrungszweige der Bewohner sind im Südosten Bergbau, südwestlich Lederfabrikation,besonders in Malmedy, St.-Vith und Eupen, im Norden reicher Ackerbau und in derMitte nächst guter Viehzucht die vielfach belebte, durch Steinkohlen und Eisen unterstützteIndustrie, berühmt durch ihre Metallwaaren und Tücher. Nächst Erfurt ist A. der ein-zige Regierungsbezirk des Staats ohne Binnenschiffahrt und doch einer der ersten Handels-districte. Er hat 380000 E-, folglich im Durchschnitt über 3900 und um die Stadt A.herum sogar 8500 Menschen auf einer OM. In die deutsche Bevölkerung mischen sichwestlich Franzosen und Wallonen, wie denn auch die deutsche Mundart sich zum Holländischenhinneigt. Mit Ausnahme von '/zi Evangelischen und ungefähr 2000 Juden bekennen sich dieBewohner zur katholischen Kirche. In administrativer Hinsicht zerfällt der Regierungsbezirkin die 11 Kreise: Stadtkreis A., Landkreis A., Eupen, Montjoie, Malmedy, Geilenkirchen,Heinsberg, Erkelenz, Jülich, Düren und Schleiden,t Der Sitz der Regierung ist zu Aachen, das unter 50" 37' nördl. B. und 23° 35'
f östl. L., bei einer Seehöhe von 500 F. in einem fruchtbaren Kesselthale liegt, welches' von der Wurm bewässert und von den Vorhöhen der hohen Veen umkränzt wird. Die Stadtss Conv.-Lex. Neunte Ausl. I. ^