Baireuth Bajaderen 749
schen Bemerkungen gab auch Wintcrfcld (Brest. >832) heraus. Seit 30 Jahren sammelter zu einer Ausgabe der Werke Palestrina's. Er starb am io. Mai 184-1.
Baireuth, die Hauptstadt des bair. Kreises Oberfranken und des ehemaligen Für-stcnthums (s. Ansbach), Sitz der Kreisbehörden, mit Ausnahme des Appellationsgerichts,liegt >050 F. über dem Meere am linken Ufer des Rothen Main, in einer reizenden undfruchtbaren Gegend. Es hat breite und regelmäßige Straßen; die Vorstädte und da-Städtchen St.-Georg am See, wo einZuchthaus, eine Irrenanstalt, Glasschleiferei,Marmor- und Spiclkartcnfabrik sich befinden, mitgerechnet, 13000 E.; ferner ein Gymna-sium, ein schönes Schloß, wo der Prinz Pius, der Sohn des Herzogs Wilhelm von Baiern-Birkenfeld, abwechselnd mit Driesdorf bei Ansbach, residirte, ein Schauspielhaus, eineMünze und sehr schöne Kasernen. Die Fabrikthätigkeit ist gerichtet auf Bergwerksproducte,Taback, Pfeifen, Töpferwaaren, Tuch, Leder und Pergament. In der Nähe der Stadtliegen die Lustschlösser Sansparcil undPhantasie (jetzt Eigenthum und Lieblings-wohnsitz des Herzogs Alexander von Würtemberg), das blühende Dorf Alt-Baireuthund eine Meile davon das Lustschoß Eremitage, insgesamt glänzende Zeugnisse langerHerrschaft prachtliebender Fürsten. In B. lebte bis zu seinem Tode im 1.1825 Jean Paulin anspruchloser Umgebung; die ihm daselbst 1841 errichtete Statue ist eine Zierde der Stadt.
Bairischer Htksel, eigentlich Matthias Kl ostermeier, ein Räuberanführer,der ganz Baiern und die benachbarten Länder eine Zeit lang in Furcht und Schrecken hielt,war aus Kissingen in Baiern gebürtig und 1738 geboren. Von Jugend auf roh, ungestümund wild, wußte er auch, als er die Jahre der Mannbarkeit erreicht, sich nicht in die Ver-hältnisse des bürgerlichen Lebens zu schicken und wurde Wildschütz. Als solcher erwarb ersich mehre Jahre seinen Lebensunterhalt und machte alle Forstbeamte Baierns zittern vorseinem Namen, da er sie mit furchtbarer Grausamkeit behandelte, sobald sie ihm in den Wegkamen, und oft auch aus reinem Ubermuth sie aufsuchte. Immer mehr jedes Gefühl ab-stumpfend, ward er endlich zum gemeinen Räuber und sammelte nun eine Bande um sich,meist aus dem Bauernstände, zu größer« Unternehmungen. Fast ebenso gefürchtet wie erselbst war sein Hund Tyras, der nie von seiner Seite wich. Nachdem er eine Reihe gräß-licher Unthaten verübt, ward er nach hartnäckiger Gegenwehr mit einem Theile seiner Bande1771 eingefangen und hierauf in Dillingen hingerichtet.
Baisse heißt im Französischen das Sinken des Curses der Staatspapiere oder Aktien,dann das Herabdrücken derselben; daher Baisseur ein Börsenspekulant, der auf dasFallen der Papiere rechnet.
Baize oder Beize nannte man die ehedem übliche Jagd mit abgerichteten Raubvö-geln, namentlich Falken (s. Falknerei) und Sperbern, aus Hasen, Hühner, Reiher u,s. w.Der bei dieser Jagd zum Aufsuchen und Aufjagen abgerichtete Hund hieß Bai zh und.
Bajaderen heißen mit einem aus dem portug. imilacleira, d. i. Tänzerin, entstelltenNamen die öffentlichen Tänzerinnen und Sängerinnen in Indien, die in zwei große Elassenzerfallen, deren jede'mehre Unterabtheilungen -zählt. Zu der ersten Elaste gehören die demDienste der Tempel und Götter geweihten, zu der zweiten die im Lande umherziehendcnTänzerinnen. Die erstem, die man Devadasi, d. i. Göttersklavinnen, nennt, unterschei-den sich nach dem Range der Familie, aus der sie stammen, nach der Würde der Gottheit,der sie sich weihen, und nach dem Ansehen und Reichthum des Tempels, dem sie angehö-ren, in zwei Rangclassen. Die des ersten Ranges werden aus den angesehensten Familiender Vaisyakaste, wozu die reichen Landeigenthümer, Grundbesitzer und Kaufleute gehören,gewählt, die des zweiten aus den vornehmsten Sudrafamilien, die unfern Handwerkernentsprechen. Nur Mädchen, die noch im Alter der Kindheit sich befinden undffrei von allenkörperlichen Gebrechen sind, werden als Devadasis ausgenommen, und die Altern müssendurch feierlichen Vertrag auf alle ihre Rechte an dem Kinde Verzicht leisten, das nun zu-nächst den nöthigen Unterricht erhält. Die Devadasis haben bei Festen und feierlichen Um-zügen ihres Gottes das Lob desselben zu singen, seine Thaten und Siege zu preisen und vordemselben herzutanzen, die Blumenkränze zu flechten, mit welchen die Götterbilder vcr-ziert werden, überhaupt alle niedern Dienste im Tempel und für die Priester zu verrichten.Dagegen sind sie ausgeschlossen von dem Dienste bei den eigentlich heiligen Religionsccre'