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1 (1845) A bis Balbuena
Entstehung
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748
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748 Baini

schließen lassen, war es B., der die Deputaten am 26. Juni I78S nach de», Ballhauseführte, wo alle durch einen Eid gelobten, nicht eher sich zu trennen, bis Frankreich eineneue Verfassung erhalten habe. Nach der Stürmung der Bastille am 16. Juli xumMaire von Paris ernannt, verwaltete er auch dieses Amt mit gewohnter Redlichkeit undUneigennüHigkeit. Doch diese Privattugenden reichten nicht mehr hin, eine aufgeregteVolksmasse in Schranken zu halten, die abwechselnd dem Einflüsse entgegengesetzter Par-teicn preisgcgeben war. Die unzureichenden Mittel, welche er zur Erhaltung einer schein-baren Ruhe anwendete, konnten wol den Ausbruch der Gährung verzögern, aber nicht er-sticken; doch war es vielleicht auch schon zu spät zum kräftigsten Widerstande. Ein einzigesMal und bei der gerechtesten Veranlassung griff er zu gewaltsamen Maßregeln. Es geschahdies nach der Rückkehr Ludwig's XVl. von Varennes, als die erhitzten Massen am 17. Juli1791 auf dem Marsfelde sich versammelten, um auf dem Altar des Vaterlandes eine Bitt-schrift wegen Absetzung des Königs zu unterzeichnen. Von Nationalgarden begleitet, begaber sich auf das Marsfeld und befahl den Aufrührern auseinanderzugehen, und als sie sichweigerten, ließ er sie zerstreuen. Die Nationalversammlung billigte sein Betragen; dennochnahm er, da seine Stelle als Maire immer gefahrvoller wurde, seine Entlassung, woraufPetion (s. d.) sein Nachfolger wurde. Seiner geschwächten Gesundheit wegen zog er sichganz von den öffentlichen Angelegenheiten zurück und lebte anfangs auf dem Lande in derGegend von Nantes, und als die zunehmenden Unruhen ihm auch hier keinen sichern Auf-enthalt gestatteten, bei seinem Freunde Laplace zu Melun. Hier wurde er in der Schreckens-zeit, da er die Warnungen Laplace's vor ihm drohender Gefahr unbeachtet ließ, verhaftet,nach Paris gebracht, am 11. Nov. 1793 zum Tode verurtheilt und am 12. unter vielenMißhandlungen hingerichtet. Während seiner Abwesenheit von Paris war besonders diePartei des Herzogs von Orleans bemüht gewesen, ihm allerlei Vergehungen aufzubürden.Die Verbrechen, die man ihm beimaß, waren die auf dem Marsfelde ergriffenen Maßre-geln, die Offenheit, mit welcher er sich über die Grundlosigkeit der wider die Königin erho-benen Anklagepunkte geäußert hatte, und heimliche Verbindungen mit der königlichen Fa-milie während ihrer Gefangenschaft. Er starb mit der ruhigsten Fassung. Aus seinen Pa-pieren wurden herausgegebenblsssi sur i'oriAine lies Isbles et <les roligions -tnciennes"(2 Bde., Par. 1799) undNemoires ck'un temoin tle Is revoilition" (3 Bde., Par. 1 803;deutsch von Weyland, Lpz. 1805), ein Tagebuch vom 21. Apr.2. Oct. 1789, das gerin-gen Werth hat und nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war.

Baini (Giuseppe), Director der päpstlichen Kapelle in Rom, der- ausgezeichnetsteMusikgelehrte Italiens in der neuern Zeit, ist zu Rom am 2 l. Oct. 1775 geboren. Schonals Zögling des Seminario romano ward er 1795 seiner schönen Stimme und musikali-schen Bildung wegen unter die Sänger der päpstlichen Kapelle ausgenommen. Durch G.Zannacconi in die Kunst des Satzes eingeweiht, erwarb er sich bald Geltung und Ruf durchseine Compositionen, Hymnen, Psalmen, Messen, Motetten u. s. w., deren strengem Ernsteund tiefer Kunst gegenüber das leichtfertige Wesen und der seichte Dilettantismus der modern-italienischen Maestri nur um so greller hervortrat. Jm J. 1822 wurde ihm die Ehre zu Theil,daß man sein Miserere unter die in der Sixtinischen Kapelle in der heiligen Woche aufzu-führenden Musikstücke aufnahm. Mehr jedoch als die Compositionen sichern B. seine ge-schichtlichen Forschungen, zu denen er durch seine Stellung als Director der päpstlichen Con-certe (seit 1803) und als Generaldirectordcr Kapelle (seit I8>3) Anregung und Gelegenheitfand, und vor Allem dielUemoris storico-criticlls clella vito e (Iclle npero <Il 6><>v. Uier-Inigi tl» kÄlestrilm etc." (2 Bde., Nom 1828, 3.) eine bleibende Stelle in der musikalischenLiteratur. Dieses letztere Werk, wie manche Einseitigkeiten und Mängel, namentlich imBetreff ausländischer Werke und Meister ihm auch zur Last fallen mögen, enthält einen rei-chen Schatz der wichtigsten, großentheils neuen historischen und literarischen Notizen auchder vorpalestrinischcn Zeit, und wird bei der Unzugänglichkeit der Quellen, aus denen B.schöpfte, für lange Zeit als Hauptquelle gelten. Die deutsche Ausgabe desselben mit Berich-tigungen und Erläuterungen von Kandier, hceausgegcben von Kiescwettcr (Lpz. 1833), istum so verdienstlicher, als das nur in sehr beschränkter Auflage gedruckte Original bald nachseinem Erscheinen bereits zu den Seltenheiten gehörte. Einen Auszug desselben mit kriti-