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protestantischer Landwehrnränner vor dem Venerabile. Auf dem Landtage von 1837 undschon auf dem von 1 83 l hatte die zweite Kammer gegen die weitere Vermehrung der Klösterund klostecähnlichen Institute Einsprache gethan; gleichwvl ist ihre Zahl in den I. l83t—40 von 42 auf 105 gestiegen. Der am l4. Nov. l842 einberufene Landtag zeigte na-mentlich in einigen Persönlichkeiten ein regeres Leben; aber freilich auch das unerfreulicheBeispiel, daß zwei pfälzische Deputirte wegen fortgesetzter Weigerung, in die Kammer ein-zutreten, von derselben ausgeschlossen werden mußten. Vorzugsweise zeichneten sich alsSprecher und ihre durch Anträge aus der Bürgermeister von Negcnsburg Thon-Dittmer,Schwindel und Bestelmcicr. Besonderes Aussehen erregte der von der ersten Kammer an-genommene, von der zweiten verworfene Antrag der Negierung wegen Wiederherstellungvon Erbämtcrn und der von der zweiten Kammer angenommene, dagegen von der der Reichs-räthe abgcworfene Antrag wegen Abschaffung der Knicbeugung derprotestantischen Soldaten.Vgl. Büchner, ,Geschichte von B. aus den Quellen" (5 Bde., Negensb. 1820—31) nebstden dazu gehörigen „Documenten" (2 Bde., Münch. 1832 — 35), Zschokke, „Bair. Ge-schichten" (2. Aust., Aarau 1821), Männert, „Geschichte B.s" (2 Bde., Lpz. 1826),Klemm, „Geschichte B.s" (3 Bdchcn., Dresd. 1828), Böttiger, „Geschichte B.s" (Erl.1832), Rudhart, Geschichte der Landstände in B." (2 Bdk.; 2. Aufl., Münch. 1810),„Sammlung bair. und landständischer FreiheitSbricfe" (Münch. 1794, 4.), „Landtags-verhandlungen von 1429—1513" herausgcgeben von Kremier (18 Bde., Münch. 1803— 5) und die seit 1819 officiell herausgegebenen Verhandlungen der beiden Kammernder Ständevcrsammlung.
Bailli im Französischen, Bailiff im Englischen, Lallivn, im Lateinischen, Balioim Italienischen und Bajulos im Griechischen bezeichnet überhaupt einen Vorsteher. Amgriech. Kaiserhofe zu Konstantinopel hieß der Oberaufsehcr der kaiserlichen Kinder Bajulos.Denselben Titel scheint in Konstantinopel auch der Vorsteher der fremden Kaufleute geführtzu haben, den die Venetianer zu ernennen hatten, und von ihm mag der Titel Balio auf denvenetian. Gesandten daselbst übergegangen sein. Durch den Johannikcrorden verbreitete sichder Name vallivus auch nach dem südlichen und westlichen Europa, indem die acht Mitgliederdes Capitels desselben vallivi conventusli hießen, was dann wieder den Namen Ballei (s. d.)bei der Eintheilung seiner Besitzungen in Kreise veranlaßte. In Frankreich waren die könig-lichen Baillis früher zugleich Anführer des Heerbanns, Domainenverwalter und Richterdes ihnen anvertrauten Bezirks. Später aber enthob man den königlichen Bailli der beidenletzter»Functionen, weshalb er nun vailli <I'e;,ee hieß. Auch die Gutsbesitzer, welche Oberge-richte hatten, stellten zur Verwaltung derselben Baillis an, die, da diese Stellen käuflich warenund man sehr wenig Kenntniß für dieselben in Anspruch nahm, in sehr geringer Achtungstanden, und später sowol wegen ihrer Unwissenheit, wie wegen lächerlicher Anmaßungen,Betrügereien und Ungerechtigkeiten ein stehender Charakter aus der Bühne wurden, weshalbauch die Abschaffung der gutsherrlichen Gerichte eine der ersten Maßregeln der franz. Re-volution war. In England fand der Name Bailiff unter Wilhelm I. Eingang für die Vor-steher der Grafschaften, die üallivae genannt wurden. Die jetzigen engl. Bailiffs sind abernur eine Art Gerichtsdiener, ähnlich den franz. Huissicrs. Nur in einigen Städten führt deroberste Staatsbeamte noch den Titel Bailiff, so z. B. der High Bailiff von Westminster,auch der Lordmayor in London ist Bailiff und verwaltet als solcher die Criminalgcrickts-barkeit der Stadt in Oldbailey, d. h. dem alten Amte.
Baillie (Matthew), ein berühmter engl. Arzt und Anatom, geb. am 27 .Oct. 1761zu Shvts in der Grafschaft Lenark in Schottland, wo sein Vater, der später Professor derTheologie in Glasgow wurde, damalsPrediger war, erhielt in Glasgow seine höhere Schul-bildung. In seinem 18. Jahre ging er nach London, um unter der Leitung William Hun-ter's, des Bruders seiner Mutter, Medicin zu studiren, und machte in dem Lieblingssachedes Onkels so schnelle Fortschritte, daß er bereits in seinem 20. Jahre als Demonstrator derAnatomie angestellt wurde. Als Hunter 1783 starb, hinterließ er seinem Neffen außerseinem anatomischen Theater, seinem Hause und einem kleinen Familiengute in Schottlandauch sein großes anatomisches Museum zum Gebrauch. Im I. 1785 eröffnete B. mitCrnikshank den ersten anatomischen Cursus, welcher bald wegen der Klarheit und Gcdic-