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1 (1845) A bis Balbuena
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736
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736 Baiern (Geogr. u. Statist.)

heim, Kissingen, Sode», Orb, Dürkheim und Philippschal, welche noch zur Ausfuhr produ- !ciren. Nächst einem großen Neichthum au verschiedenen andern Mineralproductcn und auchbesonders schönem Baumaterial, verdient der Jurakalkstein vorzüglich hervorgehoben zuwerden als das weit verbreitete Material der Stcindruckplatten, unter dem Namen desLithographischen Steins, welcher am besten bei Solnhofen an der Altmühl unweit Kellheimvorkommt. Unter den zahlreichen Mineralquellen sind die zu Brückenau und Kissingen diebesuchtesten. Der industriöse Sinn des bair. Volks wurde zwar schon im Mittelalterdurch den Besitz der großen continentalen Handelsstraße von Süd- nach Nordeuropa sovielfach angeregt, daß sehr frühe eine Reihe gewerbsamer Städte unter dem Vortritte vonAugsburg und Nürnberg dem ganzen deutschen Lande mit schönem Beispiele voranging,doch der veränderte Waarenzug gestaltete Vieles anders. Es sind zwar die alten Reichsstädte *noch immer bedeutend, ihr Glanz aber hat abgenommen, und die technische Cultur hat sichnoch nicht so allgemein verbreitet wie in vielen andern deutschen Staaten und wie es wolder mannichfache Naturrcichthum zuläßt. Leinwand-, Wollen-, Baumwollen- und Seiden-manufacturen stehen noch auf niedrigerer Stufe als in den Nachbarstaaten und erzeugen inden ersten Artikeln keine feinen Producte; ebenso könnte die Lederfabrikation auch blühendersein. Ausgebreiteter und im Steigen begriffen ist die Fabrikation der Eisen- und Stahlwaaren 'und noch behaupten die Gold- und Silberarbeiten Augsburgs den alten Ruf. Die Graphit-geschirre von Deggendorf und Obern- oder Hafnerzell gehen alsPassauer Schmelztiegel unddergleichen bis nach Amerika und Asien, und die Porzellanfabrikate gewinnen auch im Aus-lande immer mehr Ruf. Wenn die Glasfabrikation mit Böhmen wetteifert, so ist dagegen dieVerfertigung optischer Instrumente in dem von Fraunhofer zu München gegründeten In-stitute auf dem ganzen europ. Continente noch nicht in gleicher Vortrefflichkeil erreicht. Diehölzernen Schnitz- und Spielwaaren von Nürnberg und Fürth und der Alpengegendcn findweltbekannt und nicht minder das blühende Gewerbe der Bierbrauerei, die in ungefähr 6000Bierbrauereien jährlich an 8 Mill. Eimer producirt. Für den Handel ist die centroeurop.Lage des Landes mit seinen schiffbaren Flüssen höchst einladend; er ist daher auch äußerstlebhaft, besonders als Transitohandel, und seit dem Anschluß an den deutschen Zollvereinwesentlich gefördert worden und wird durch die trefflichsten Verkehrsmittel unterstützt, wennauch der Ludwigskanal erst dann am werthvollsten erscheinen möchte, wenn ihn eine Eisen-bahn begleitet. Zur Ausfuhr kommen vorzugsweise folgende Gegenstände: Vieh aller Art,Alpenwirthschaftserzcugniffe, Häute und Wolle, frisches und getrocknetes Obst, Holz undHolzwaaren, Süßholz aus der Gegend von Bamberg, Flachs und Hanf, Hopfen, Bier,Wein, Nürnberger Maaren u. s. w.; die wesentlichsten Einfuhrartikel bilden Pferde undMaulthiere, auch anderes Vieh, Wolle, Baumwolle und Seide, theils roh, thcils verarbei-tet ; ferner Colonial- und Arzneiwaaren, Öl, Pelze und Seefische. Der Werth der Ausfuhrwird zu II Mill., der der Einfuhr zu IO Mill. Fl. berechnet. Die wichtigsten Handelsplätzesind im Norden Bamberg, Schweinfurt und Würzburg, in der Mitte Nürnberg und Fürthund im Süden Augsburg, als ein wichtiger Stapelplatz für ital. und levant. Producte.

Der bair. Münzfuß ist der 2a Guldenfuß, der Gulden zu 60 Kreuzer ü 1 Heller.

Das allgemeine Durchdringen des praktisch-intcllectuellen Strebens und der höher»geistigen Bildung möchte dem bair. Volke noch nicht so Eigcnthum sein wie den nördlichenund westlichen Nachbarn, wenigstens sind bisher die nicht zu verkennenden hohen Standpunkteder Einzelnen noch nicht im Stande gewesen, siegreich die Verhältnisse niederzukämpfen,welche in der Heraufbeschwärung mittelalterlicher Formen den beflügelten Schritt des Zeit-alters nur hemmen können. Scharf steht der thätige und geweckte Franke dem ernstcrn, rau-her» und langsamer vorschreitenden Altbaier gegenüber; noch trennt Beide eine Kluft, dienur allgemein verbreitete unbefangene Geistesbildung unmerklich machen kann. Drei Uni-versitäten, eine protestantische zu Erlangen und zwei katholische zu München und Würz-burg, fördern die höhere wissenschaftliche Ausbildung, unterstützt durch zahlreiche Vorberei-tungsanstaltcn, welche neben mannichfaltigen technischen Lehranstalten im Vergleich mit derjüngst vergangenen Zeit allerdings bedeutende Fortschritte bekunden, die aber theilweise durch ^strenge Principien in freier Bewegung und genialer Entwickelung hier und da beschränkt er-scheinen. Wie sich die industriöse Thätigkeit, mit Ausnahme einiger Bezirke, in B. mehr als