734 Bai Baiern (Geogr. n. Statist.)
Bähung bedient man sich der erwärmten Tücher, des darin cingehüllten warmen Sandes,der warmen Asche und verschiedener Kräuter in Gestalt der Kräuterkissen.
Bai wird jede Einbiegung des Meers in das Land genannt. Die Bai unterscheidet sichdurch geringem Umfang vom Meerbusen und Golf und durch großem von der Bucht. Amhäufigsten trifft man die Baibildung an den Küsten, welche von einem Parallelgcbirge be-gleitet werden, dessen Seitenästc mit Vorgebirgen ins Meer springen und die Bai schützen.
Baiern, nach seiner Größe der dritte der deutschen Bundesstaaten und seit dem preß,kurzer Frieden von 1805 als Königreich anerkannt, besteht aus zwei abgesonderten ungleichgroßen Ländermassen, die eine kleinere jenseit, die andere diesseit des Rhein. Die größereMasse wird begrenzt im Süden und Osten von Ostreich und zwar von Tirol, dem Erzherzog,thum und Böhmen, im Norden vom Königreich Sachsen, den reußischen, den herzoglich säch-fischen Landen und Kurhessen und im Westen von Hessen bei Rhein, Baden und Würtcm-bcrg. Die am linken Rheinufcr liegende Pfalz stößt im Osten an die badische Nheingrcnze,nördlich an Hessen bei Rhein und Preußen, westlich wiederum an Preußen und an das hom.burgische Amt Meisenheim und gegen Süden an Frankreich. Der Flächeninhalt des ganzenStaats beträgt 1398 OM., von denen 105 OM. auf die Pfalz kommen. Die politischeEintheilung in acht nach den betreffenden Hauptflüssen benannte Kreise ist seit 1838 einerneuen, der alten deutschen Neichsverfassung entnommenen gewichen, welche indeß mehroder minder mit den Grenzen der frühem Eintheilung übereinstimmt. Im Süden ist Ober-baiern (früher Jsarkreis), Nicderbaiern (Untcrdonaukreis) und Schwaben und Neuburg(Oberdonaukreis), in der Mitte Mittelfranken (Nczatkrcis) und Oberpfalz und Regensburg(Regenkrcis), im Norden Oberfranken (Obermainkreis) und Unterfranken und Aschaffen,bürg (Untermainkreis) und im Nordwcsten isolirt die Pfalz (Nheinkreis). Ferner ist es ein-getheilk in Landgerichts- und Herrschaftsgerichtsbezirke und ein Kreis in Landcommissariats-bezirke und Cantone. In der Pfalz erhebt sich die Hardt und das pfälzische Gebirge in Um-gebung des 2100 F. hohen Donnersberges, als ein von den Vogesen nördlich abgcsprengteSund östlich steil zur oberrheinischen Tiefebene absteigendes Bcrgland, reich an Terrassen, Thä-lern, Wald und Wein, während der Ostkörper des Landes eines jener Plateaugebicte erfüllt,welches die Alpen mit dem hercynischen Gebirgssystem verbindet. In die südlichen Grenz-reviere greifen die Ketten der Algauer und Salzburger Alpen ein noch mit immerwährendin Schnee gehüllten Gipfeln, wie die 9069 F. hohe Zugspitze, der 818-1 F. hohe Watzmannund das 8107 F. hohe Mädelhorn, und zahlreichen von 5—7000 F. erhabenen Felshörnern,während sich von dem seegeschmückten Alpcnfuße bis zur Donau ein einförmiges Hochland,als die südlichste höchste deutsche Terrasse in Höhe von 1500—1200 F. ausbreitet, zu Seitender Flüsse mit Rieden und Moosen bedeckt, wie z. B. das Donaumoos bei Ingolstadt 4 OM.und das Erdingermoos an der Isar und Donau 5 OM. Schon mannichfaltiger gestaltetsich die Bodenform zwischen Donau und Main in Centralbaicrn. Hier zeigt sich im Ostender Böhmerwald mit steilen Gehängen, hohen Berggipfeln, wie dem 4540 F. hohen Arberund dem 4460 F. hohen Rachel, und wilden Vorbcrgsgruppen, wie dem Bairischen Wald zwi-schen Regen und Donau; in der Mitte erhebt sich das fränkische Plateau mit dem erhöhetenWestrande des fränkischen Jura, dem sich im Westen die schwäbischen Terrassen anlegen.Zn das nördliche B. jenseit des Main ragt das hcrcynische Gebirgssystem mit folgendenGruppen ein: im Osten als kleines Platcaumassengebirge und centrales Qucllland Deutsch-lands das Fichtelgebirge mit dem 3237 F. hohen Schneebcrg und dem 3135 F. hohen Och-senkopf, und das nördlich anliegende Hügelplateau des Frankenwalds; in der Mitte diebasaltische Erhebung der Hohen Rhön mit dem 2888 F. hohen Kreuzberg und im Westender Spessart mit dem 1900 F. hohen Geiersberg. Die tiefsten Punkte B.s sind, wennman die Pfalz ausschließt, an der Donau bei Passau 868 F. und unterhalb Aschaffenburg325 F.; ein eigentliches Tiefland aber besitzt das Königreich nur in dem kleinen westlichenAbschnitte der pfälzischen Rheinebenen. Vier deutsche Flußgebiete haben Theil am bair.Boden, doch das der Elbe und Weser nur mit sehr unbedeutenden Räumen im Norden undselbst das unmittelbare Nhcingebiet nur mit einer kurzen Grenzbcrührung und unbedeuten-den linken Zuflüssen; dagegen sind die Hauptflüsse des Landes der Main und die Donau,der erste im Norden, letzterer im Süd- . d§r eine mit der Richtung nach Westen, der andere