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1 (1845) A bis Balbuena
Entstehung
Seite
732
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732 Bähr Bahrdt

Bähr (Joh. Christian Felix), Hofrath, ordentlicher Professor der klassischen Litera-tur und Oberbibliothekar, auch Ephorus des Lyceums zu Heidelberg, ist am 13. Juni 1708zu Darmstadt geboren, wo sein Vater, der nachmalige Prälat Johannes B., gest. zuKarlsruhe am 4. Apr. 1828, damals reformirter Prediger war. In Folge der Anstellungseines Vaters, kam er in früher Jugend nach Heidelberg, wo er das Gymnasium besuchteund 1815 zur Universität überging. Schon als Student erwarb er sich das besondere Wohl-wollen Crcuzcr's, dessen symbolisch-mythologische Richtung er auch später befolgte. Nach-dem er sich im Herbste 1819 bei der Universität habilitirt, erhielt er bereits 1821 eine außer-ordentliche, und, nachdem er mehre auswärtige ehrenvolle Anerbietungen abgelehnt hatte,1826 eine ordentliche Professur. In dieser Zeit beschäftigte er sich vorzugsweise mit derKritik und Erklärung des Plutarch und hatte zu diesem Behufc 1821 eine Reise nach Pa-ris unternommen. Als Frucht dieser Studien erschienen die mit reichhaltigem Kommentarversehenen Ausgaben des^Icidisdes" (Heidelb. 1822) nnd dcsU!üIopoemen,1?Ismilli»r,k/rrtliis" (Lpz. 1826). Außerdem wurden in dieser Zeit die Bruchstücke desKtesias'(Frankf.182 -l) von ihm gesammelt und erläutert. Eine größere Aufmerksamkeit aber erregte seine durchKlarheit ebenso wie durch Vollständigkeit ausgezeichneteGeschichte der röm. Literatur"(Karlsr. 1828 ; 2. Aust. 1832), woran sich drei Supplemcntbände:Die christlichen Dich-ter und Geschichtschreiber Noms" (Karlsr. 1836),Die christlich-röm. Theologie" (Karlsr.

1837) undGeschichte der röm. Literatur im karolingischen Zeitalter" (Karlsr. 1840), schlie-ßen, und denen bald ein vierter folgen wird, welcher die Literatur bis in die ersten Decenniendes 12. Jahrh. fortsetzen soll. Auch ließ er einen kurzenAbriß der röm. Literaturgeschichte"(Heidelb. 1833) erscheinen, der von Noulez ins Französische übersetzt wurde (Löwen

1838) . Als zweites Hauptwerk ist seine Bearbeitung des Herodot (4 Bde., Lpz. 183235) zu betrachten. Mit Eifer und Kenntniß ist von B. hier besonders die Sacherklärungbis zu einem Punkte gebracht worden, der wenig mehr zu wünschen übrig läßt, da wir ingeschichtlicher, geographischer und naturwissenschaftlicher Hinsicht aus den neuesten Werken,namentlich aus den Reisebeschreibungen der Franzosen und Engländer, Alles, was nur ir-gendwie zur Bestätigung, Berichtigung und Aufklärung der Hcrodoteischen Erzählung dient,zusammengestellt finden. Auch lieferte er nächst einigen akademischen Abhandluirgen, vondenen wir dieIle literarnm univsrsitats Ovlistsntiliopoli gnilito 8seculo condita" (Hei-delb. 1835) herausheben, zahlreiche Beiträge zu Jahn'sJahrbücher für Philologie",zu Pauly'sNealencyklopädie der klassischen Alterthumswissenschaft", zu Ersch's und Gru-ber'sEncyklopädie", und nahm seit 1821 thätigen Antheil an denHeidelberger Jahrbü-chern", die er in Verbindung mit Schlosser und Muncke seit 1834 redigirt. In seiner amt-lichen Thätigkeit hat B., außer seinen vielfachen Verdiensten als akademischer Lehrer, ein hohesVerdienst sich noch dadurch erworben, daß er die Bibliothek, an deren Spitze er 1833 gestelltwurde, besser ordnete, und seit der Übernahme der obersten Leitung des Lyceums im J. 1839zum erfreulichen Gedeihen desselben wesentlich beitrug.

Bahrdt (Karl Fricdr.), ein bekannter Theolog, geb. am 25. Aug. 1741 zuBischofs-wcrda in Sachsen, der Sohn des als Professor der Theologie und Superintendent 1775 zuLeipzig verstorbenen Joh. Friede. B-, besuchte die Schulen zu Leipzig und Pforte unddann die Universität an erstcrm Orte. Mit seltenen Fähigkeiten ausgerüstet, that er sichbald hervor; aber diese frühen Erfolge erzeugten einen Geist der Unruhe und Flüchtigkeit inallen seinen Studien, der auf seine ganze literarische Laufbahn einen nachtheiligen Einflußhatte. Er ward 1762 Katechet in Leipzig und bei der Universität als außerordentlicher Pro-fessor der biblischen Philologie angestellt. Schon die von ihm in dieser Zeit heransgegebenenSchriften über Theologie und biblische Kritik ließen die Richtung seines Geistes und dieMeinungen wahrnehmen, die ihn in der Folge auszeichnetcn. Sein Talent als Kanzelred-ner hatte ihm bereits bedeutende Theilnahmc erworben, als die in die Öffentlichkeit gelangteKunde von den Folgen seines unerlaubten Umgangs mit dem weiblichen Geschlecht«: ihn-thigte, 1768 Leipzig zu verlassen. Er begab sich nach Erfurt, wo er als Professor der Phi-losophie und der hebr. Alterthümer angestellt wurde, erwarb sich 1769 in Erlangen dietheologische Doctorwürde und erlangte dadurch das Recht, theologische Vorlesungen zu hal-ten. In Erfurt schrieb er dieBriefe über die systematische Theologie" (2 Bde., Eisenach