Bahia 731
I) Neuprovidence, 2) Androsinscln, 3) Berryinseln, 4) Großbahama, 5) Groß- undKleinabaco, 6)Harbourinsel, 7) Eleuthcra, Noyal und Egg, 8) S.-Salvador, 9) Wat-lings und Windward, 10) Numkaie, II) Raggedinsel, l2) Groß- und Kleinepuma,13) Crooked-und Acklinsinsel, 14) Longinsel, 15) Atwoodkaien, 16) Mayaguana-undFrcnchkaien, 17) Groß- und Kleinheneague, 18) Caicosinseln, 19) Turksinseln und20) Kaysal und Anguilla. Der Boden der Inseln ist sandig und wenig fruchtbar, dasKlima heiß, aber von Seewinden gemäßigt. Ausfuhrartikel sind Kaffee, Baumwolle, Far-behölzcr, Mahagony, Früchte und Salz, im Gcsammtwerth von ungefähr 9000» Pf. St.Bewohnt find nur 2 5 dieser Inseln und die in ihrer unmittelbaren Nähe gelegenen Riffe. Diegegen 20000 Seelen zählende Bevölkerung besteht ziemlich zur Hälfte aus Schwarzen, denfrühern Sklave». Der Archipel bildet ein brit. Gouvernement, mit einer NegierungSver-fassung nach dem Beispiele der.nordamerik. Besitzungen; die finanziellen Verhältnisse aberwerden noch nicht durch einen Uberschuß des Ausfuhrhandels zu genügender Deckung derAusgaben unterstützt, sodaß der Hauptwerth dieses Colonialbesitzcs vorzugsweise in seinerwichtigen Lage zu suchen ist. Die Hauptstadt und der Centralpunkt des Handels ist Nas-sau, eine Festung auf Providence mit einem schönen Hafen und 0000 E. Die Spanierwurden durch den Besitz von Guanahani oder San-Salvador (s. d.) Herren des Bahama-archipcls und fanden bei dem friedlichen Volke karaibischen Stamms die freundlichste Auf-nahme. Als sie jedoch auf den öden Inseln ihre Erwartungen getäuscht fanden, verließensie, nachdem sie die Einwohner in die Bergwerke von San-Domingo gebracht, 1688 endlichganz den Archipel, der nun den Flibustiern und andern Korsaren als willkommener Schlupf-winkel diente. Letztere vernichtete 1718 der brit. Seecapitain Woods Rogers, der hieraufdie Inseln für England in Besitz nahm. Nicht kräftig von der Krone unterstützt, erobertendie Spanier 1781 den Archipel von neuem, den sie in dem Friedensschlüsse von 1783 denBriten wieder abtraten.
Bahia oder San-Salvador-de-Bahia, die Hauptstadt der brasst. Provinzgleiches Namens, liegt an der Westküste der Allerheiligenbai, welche, sich sechs deutscheMeilen von Süden nach Norden und ungefähr 4'/2 Meile von Osten nach Westen er-streckt. Die Stadt besteht aus zwei Thcilcn, der Praya oder Citade-Bara und der Ci-tade-Alta. Letztere liegt auf einem 2 — 300 F. hohen Hügel, beinahe senkrecht über derPraya, einer einzigen am Ufer hinlaufcnden, nahe an einer deutschen Meile langen Straße,worin die Kaufhäuser und Niederlagen europ. und inländischer Produkte sich befinden. DieCitade-Alta ist gut gebaut und enthält mehre schöne öffentliche Plätze und Gebäude, worun-ter das Hospital und die Kathedrale die merkwürdigsten. Die Umgebungen der Stadt findreizend und das Klima ist außerordentlich gesund. Die Bevölkerung schlägt man auf 180000Individuen an, worunter 40000 Weiße. Die der Stadt gegenüberliegende Insel Jtapa-rica, deren östliches und westliches Ende die beiden Eingänge zur Bai bilden, zählt 16000E-, wovon 7000 auf die Stadt San-Gonzalo kommen, deren Einwohner hauptsächlichvom Walfischfang in der Südsee leben. — Die Stadthalterschaft Bahia zählt über einehalbe Mill. E-, worunter ein Drittel Sklaven. Sie erstreckt sich vom Rio-Grande-do-Bel-monte bis zum Rio-Real und westlich bis zum Ufer des San-Francisco. Der Boden ist imGanzen äußerst fruchtbar, namentlich in der Nachbarschaft der Bahia, in der Gegend, welcheNeconcavo heißt. Das Thal von San-Francisco ist mittelmäßig fruchtbar. Die Provinzwird von den Gebirgen Erio und Champada in einer Entfernung von ungefähr 12 deutsche»Meilen von der Küste durchzogen. Schiffbare Ströme sind der Rio-Grande-do-Belmonte, derRio-Pardo oder Patype, der Rio-de-Contas, der Paraguassu und der Jtapicuru. Ausgc-führt werden Farbe- und Nutzhölzer, Südfrüchte, Reis, Maniok, Häute, Zucker, Taback,Baumwolle und eine geringe Sorte Kaffee, heimlich auch Gold und Diamanten. Die Baivon Bahia wurde zuerst von dem Portugiesen Christophao Jacques im J. 1503 entdeckt;Diego Alvarcz Correa bildete die erste Niederlassung. Von 1623—54 war die ganze Küstevon Bahia bis nach Para im Besitz der Holländer; im Frieden von 1660 wurde sie wie-der an Portugal abgetreten. Von l 820—24 war die Provinz der Zufluchtsort der in denUnruhen von Brasilien verfolgten Portugiesen, fügte sich aber in diesem Jahre der von DomPedro gegebenen Constitnkion. (S. Brasilien.)