730 Bagno Bahamainseln
in einem reizenden Thale des Bezirks Sk.-Gaudeus im Departement der obern Garonn«und zählt gegen 2000 E., die einen ziemlich lebhaften Handel unterhalten.
Bagno bedeutet im Italienischen Bad und ist daher der Name mehrcr Badeorte inItalien, die man gewöhnlich durch einen Zusatz unterscheidet. Die wichtigsten Md B.-della-Perla, B.-dclla-Nogna, B.-di-S.-Michele, B.-del-re-Porsenna, B.-di-Aqua, B.-a-Vaccanella und B.-a-Rostone im Manischen Gebiete, B.-a-Nipoliim florentinischen und B.-de-Nosclle im sienesischen Eebiete'des Großherzogthums Tos-cana, B.-di-Salazzi, B.-Giasinelli und B.-di-Stigliano im nordwestlichenTheile des Kirchenstaats. — Bagno heißt ferner ein Aufbewahrungsort der Galeeren-sträflinge, z. B. in Toulon, dann auch der Sklaven und vorzugsweise der Ort bei Galata inder Nähe von Konstantinopcl, wo sich auch eine griech. und zwei röm.-katholische Kirchen für 'die Sklaven befinden.
Bagration (Peter, Fürst), einer der ausgezeichnetsten russ. Generale, aus einemgeorgischen Fürstengeschlecht stammend, geb. um 1762, trat 1783 in russ. Dienste und bil-dete seine militairischen Talente unter Suwarow. Er war 1788 bei der Bestürmung Ocza-kows, focht 1792 und 179-t als General mit gegen die Polen, 1799 in Italien und in derSchweiz, wo er zweimal gefährlich verwundet wurde. Neue und noch größere Thätigkeitzeigte er im östr.-russ. Kriege von 1805, und namentlich war es der 16. Nov. dieses Jahres,an welchem er sich durch einen heldenmüthigen Kampf einen bleibenden Lorber errang. Derruss. Obergencral Kutusow war am 13. Nov. nach Znaym aufgebrochcn und fürchtete mitRecht, als er den Donauübergang der Franzosen bei Wien erfahren hatte, daß diese Znaymvor ihm erreichen und ihn dann aufreiben würden. In dieser mislichen Lage sendete er 8000M. seiner besten Truppen .unter B. nach Hollabrunn dem Prinzen Murat entgegen, mitdem Befehl, sich auf das Äußerste zu vertheidigen, bis die Hauptarmee Sprottenthal Pas-firt sei. Am 16. Nov. kam es zwischen Murat mit dem ganzen Lannes'schen Corps und derNeservecavalerie und B.'s kleiner Macht zu einem blutigen Kampfe. Bedeckten auch am -Abend 3000 theils verwundete, theils tobte Russen das Schlachtfeld, so trug doch B. denRuhm davon, sich sechs Stunden lang gegen den vierfach überlegenen Feind gewehrt undglücklich bewirkt zu haben, daß Kutusow mit der Hauptarmee Znaym unterdcß erreichte.Thätigen Antheil nahm B. gleich darauf auch au der Schlacht bei Austerlitz. Er befehligtehier als Gencrallieutenant die 6000 M. starke Avantgarde bei der fünften Colonne unterdem Fürsten Johann von Liechtenstein, welche den rechten Flügel bildete und sich über Bla-sowitz und Kruh bis über die nach Brünn führende Chaussee ausdehnte. Nicht minder tapferfocht er in den Schlachten beiEylau und Friedland. Als darauf Rußland durch den Beitrittzum Continentalsystem in Krieg mit England und Schweden verwickelt ward, wußte B.den Sieg abermals an seine Fahnen zu fesseln. Während Buxhöwden am 21. Febr. 1808in Finnland eindrang und diese ganze Provinz nebst Westbothnien eroberte, besetzte B. dieAlandsinseln, die Rußland zufolge der Convention zu Olkioski vom 19. Nov. abgetreten er-hielt. Im dem russ. Feldzuge gegen die Türken im I. 1809 nahm er Theil an den blutigenKämpfen bei Silistria, und als hierauf Pascha Pechliwan mit 15000 M. zum Entsatz die-ser Festung aus dem Lager von Ädrianopcl abgcsendet ward, ging er demselben entgegenund brachte, nachdem er angeblich des schlechten Wetters und der angeschwollenen Gewässer jhalber bei Hirsowa über die Donau zurückgegangen war, diesen Feldzug zu Ende. In demKampfe von 1812 befehligte er die zweite Westarmce, hatte dabei zwar das Unglück, daßsein Angriff auf Davoust bei Mohilew mislang, doch aber auch wieder das Glück, daß ersich bei Smoleuök mit der ersten Westarmee vereinigen konnte. In der Schlacht bei Mosaiskwurde er tödtlich verwundet und starb bald darauf am 7. Oct. 1812.
Bahamainseln oder Lucayos (vom span. los csyos, d. h. die Kaien), eine auf150 deutsche Meilen zu beiden Seiten des nördlichen Wendekreises sich erstreckende amerik.Jnselreihe, von den Südostküsten Floridas bis zu den Nordküsten Haitis. Durch die Straßevon Florida vom Festlande, durch den alten Bahamakanal von der Insel Cuba getrennt,erhebt sich die ganze Gruppe der B. auf einem großen Korallenriffe (der Bahamabank)in Form langgestreckter Inseln, Riffe und Kaien, deren man mehr als 500 annimmt, über200 deutsche OM. einnehmend. Der Archipel läßt sich in folgende 20 Gruppen zerlegen'