Druckschrift 
1 (1845) A bis Balbuena
Entstehung
Seite
729
Einzelbild herunterladen
 

Bagnacavallo Bagneres de Bigsrre 729

lasse». Klopstock, Wieland und Voß waren die Meister, nach denen er sich bildete. Ihr Ein-fluß zeigte sich schon in der ersten Sammlung seiner deutschenGedichte" (2 Bde., Hamb.1803) und in denHaidcblumen" (Amst. 1808). Sein idyllisches EposParthenais oderdie Alpenreise" zeichnet sich, besonders in der letzten Umarbeitung (1812; neue Aufl., 2 Bde.,Lpz. 1810), durch den wohlgefügten Bau der Hexameter wie durch einzelne Schönheiten aus,während das veraltete epische Maschinenwerk keinen erfreulichen Eindruck macht. Seine OperDie Zaubcrharfc" zog ihm die Anklage eines Plagiats zu. Das Lyrische gelang B. nicht,und nur wenige unter seinen Liedern zeichnen sich durch Einfachheit und Zartheit, sehr wenigedurch Originalität aus; seine Oden sind durchweg nach Klopstock's Mustern gearbeitet, ohnean Kraft des Ausdrucks und Fülle der Gedanken das große Vorbild irgend zu erreichen. Da-gegen steht er in seinen eigentlich humoristischenProductionen, wenn schon ihr Werth ungleichist und mancher triviale Spaß störend wirkt, auf einer sehr hohen Stufe, namentlich inseinem humoristischen DramaDer vollendete Faust", worin er mit der ergötzlichsten Satire,mit dem treffendsten Witze und einer oft ausgelassenen Laune literarische, wissenschaftlicheund politische Lächerlichkeiten und Schwächen der Zeit verspottet und parodirt. Auch seinekleinen Epigramme, Scherz- und Stichgcdichte zeichnen sich durch schlagenden Witz aus.In seinemKlingklingelalmanach" (Tüb. 1820) suchte er die um jene Zeit vielfach gemis-brauchten südlichen Dichtformen lächerlich zu machen.' Überhaupt kämpfte er mit Entschieden-heit, Muth und Gesinnung, aber auch mit großer Einseitigkeit fortdauernd gegen Alles, waSseinen Ansichten über Kunst und Philosophie widerstrebte, besonders gegen die von ihm söge-nannte mystisch-romantische Schule, deren innern poetischen Kern er über die oft spielendeForm, in welche sie ihre Anschauungen zu kleiden liebte, gänzlich verkannte. Sein letztes undgrößtes Werk in deutscher SpracheAdam und Eva oder die Geschichte des Sündenfalls"(Lpz. 1826) nennt er selbst ein humoristisches Epos; es ist aber unmöglich, mit wenigenWorten die wunderbar gemischte, fast verworrene Natur dieses in gereimten, bald kürzer» baldlänger» Jamben geschriebenen Gedichts zu bezeichnen. Es ist nicht durchgängig humori-stisch; der Dichter wird zuweilen trivial-satirisch, zuweilen aber auch ernsthaft und pathetisch;ermüdend ist die Weitschweifigkeit des Ganzen, und anstößig nicht selten die ftivole, tändelndeManier. SeinePoetische Werke in deutscher Sprache" (5 Bde., Lpz. 1836) wurden vonseinen Söhnen Karl und August B. mit einer trefflichen und unparteiischen Biographiedesselben herausgegeben. B.'s dramatische Gedichte in dän. Sprache sind unbedeutend;allein als Lyriker und komischer Epiker nimmt er i-n der dän. Literatur eine der höchstenStellen ein. Unter seinen prosaischen Schriften in dän. Sprache istLabyrinthen; Digtervan-dünger i Europa u. s. w." (4 Bde.) die bedeutendste. Gesammelt wurden seine dän. Schriftenebenfalls von seinen Söhnen herausgegeben (l I Bde., Kopenh. 182731). Vgl. auchB-'sBriefwechsel mit K. L. Reinhold und F. H. Jacob!" (2 Bde., Lpz. 1831).

Bagnacavallo, eigentlich Bartolommeo Ramenghi, geb. zu Bologna um I - 186 ,gest, 1512, einer der ausgezeichnetsten Schüler Nafael's, früher Francia's, stammte ausBagnacavallo, daher er auch seinen Beinamen entlehnte. Er malte mehre Gemälde inden Zimmern des Vatikans; später lebte er zu Bologna, wo seine herrlichen Schöpfungenin der Kirche des heil. Petronius, die Carracci studirte, die Zeit vertilgt hat. Eins seinervorzüglichsten Gemälde, Maria mit dem Kinde und den Heiligen, findet sich in der Galeriezu Dresden. Ein edler Stil und kraftvolle Farbenmischung zeichneten seine Gemälde aus.

Bagneres de Bigorre, einer der berühmtesten Badeorte Frankreichs, im Depar-tement der Hochpyrenäen'am Adour und am Eingänge der beiden romantischen Thälcr vonMedouse und Campari, wie am Fuße des Mont-Olivet, mit ungefähr 8000 E., ist schönund zierlich gebaut, besitzt ein College und ein interessantes Pyrenäenmuseum und hat leb-hafte Fabrikthätigkeit in Wolle, Leder und Papier. Schon die Römer kannten B. undnannten die Bewohner Viconi uPrenses; die Gothen zerstörten die Stadt mit ihren Ba-dern, jedoch nicht ihren Ruf, der bald wieder sich hob und noch gegenwärtig jährlich eine au-ßerordentliche Menge Fremder herbeizieht. Bagneres de Luchon, das ^quae con-veiunum der Römer, von denen sich noch zahlreiche Alterthümer finden, gehört ebenfallszu den besuchtesten Badeorten Frankreichs. Es liegt am Zusammenfluß des Pique und So,