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kleiner Strömungen im umgebenden Wasser, welches durch die kleinern Poren aufgesaugt,durch die größer» im fortdauernden Strome ausgestoßen wird und bei seinem Durchgängeaufgelöste organische Stoffe zur Nahrung zurückläßt. Hervorgebracht wird diese Strömungdurch neuerdings entdeckte, aber nur bei starker Vergrößerung sichtbare feine Wimpern(Cilien), welche in anhaltend drehender Bewegung sind und die einzigen bis jetzt entdecktenOrgane ausmachen. Ungeachtet der angestrengtesten Untersuchungen, welche in den letztenJahren von Milne Edwards, Dujardin, zumal aber von Grant, Johnson und Fielding anlebenden Individuen angcstellt wurden, ist die Frage, ob Schwämme dem Thier- oder Pflanzen-reich zuzuzählen, noch nicht entschieden, denn beide Ansichten finden gleich tüchtige Vertheidiger.Der gemeine oder derBadeschwamm, auch der levantische Schwamm genannt, der in den griech.Meeren, insbesondere umRhodus, durch Taucher gesammelt wird, ist der Gegenstand einesregelmäßigen und sehr bedeutenden Betriebs und kömmt zu uns fast nur über Triest. DenAlten war er bereits wohlbekannt. Im Handel unterscheidet man mehre Sorten je nach derBereitung, Weichheit, Porosität u. s. w. Die feinsten und theuersten kommen von den An-tillen. Der bedeutende Antheil von Jod, welchen sie enthalten, hat eine Zeit lang verursacht,daß man sie gegen Skrofeln, Kropf u. s. w. anwendete. In den Meeren der heißern Zonensind sie sehr artenreich, selten in der Nordsee; der Ostsee fehlen sie ganz. In unfern Teichenkömmt ein schwammähnliches Gebilde vor, welches jedenfalls dem Pflanzenreich zuzuzählen ist.
Badtll y Leblich (Domingo), bekannter unter dem Namen Ali Bei el Abbassl,einer der unternehmendsten Reisenden der neuesten Zeit, war zu Barcelona am I. Apr. 176''geboren. Früher als Administrator bei der Tabackregie zu Cordova angestellt, gab er >797diese Anstellung auf, um nach Madrid zu gehen und der Regierung den Plan zu einer mer-cantilisch-politischcn und wissenschaftlichen Bereisung Afrikas vorzulegen. Die arab. Spracheerlernte er bei dem berühmten Naturforscher und Professor der arab. Sprache zu Madrid,Christobal de Nojas Elemente, den er dergestalt für seinen Reiseplan zu begeistern wußte,daß sich derselbe entschloß, ihn zu begleiten, nachdem die Regierung die nöthige Unterstützungbewilligt hatte. Am 12. Mai 1802 verließen sie Madrid und begaben sich vorerst nach Parisund London, um den erfoderlichen wissenschaftlichen Apparat anzuschaffen. Um im Oriente alsMoslims auftreten zu können, beschlossen sie sich der Beschneidung zu unterwerfen; B. hatte denMuth, diese Operation an sich selbst vorzunehmen; aber die Lebensgefahr, in die er dadurchgcrieth, schreckte seinen Gefährten davon ab, dieser blieb daher in Cadiz zurück, wohin sie sich ein-geschifft hatten, um von da nach Afrika überzusetzen. B. langte am 29. Juni 1893 in Afrikaan;er nannte sich Ali Bei, gab sich für einen Sohn Osman Bei's und einen Abkömmling aus demKhalifen-Geschlechte der Abbassiden aus, und wußte sich ball^durch den Luxus, mit dem ersich umgab, und seine astronomischen Kenntnisse solches Ansehen zu verschaffen, daß sein Rufbis zu Mulei Suleiman, dem Kaiser von Fez undMarokko, drang, der sich zu Tanger befandund ihn einlud, ihm nach seinen Residenzen zu folgen. B. besuchte nun nicht nur Fez, Mekines,Marokko und Mogador, sondern durchzog auch zweimal die Wüste Augat. Nachdem er zweiJahre namentlich das marokkanische Kaiserreich durchforscht und sich eine so genaue Kennt-niß der oriental. Sitten und Sprachen erworben hatte, daß die Moslims an der Echtheitseiner Angaben nicht mehr zweifelten, trat er im Oct. 1895 die Pilgerfahrt nach Mekka an.Eine damals in Algier ausgebrochene Revolution verhinderte ihn indeß, sich zu Lande nachder Levante zu begeben. Am 26. Jan. 1896 langte er in Alexandria an, wurde dann inKairo, wo er den Ramadan mitscicrte, von Mchcmcd Ali sehr gut ausgenommen, undbegab sich von hier nach Mekka, wo er mit einer großen Karavane am 23. Jan. 1897 sei-nen Einzug hielt. Er war der erste Christ, der seit der Stiftung des Islam diese heiligenÖrter besuchte; ihm wurde die hohe Ehre zu Theil, da man ihn für einen Nachkömmlingdes Propheten hielt, mit dem Sultan Schcrif Ghalcb dasJnnerc der Kaaba zu waschen undzu durchräuchern. Als er jedoch trotz des ausdrücklichen Verbots Saaud's, des Sultans derWehhabitcn, nach Medina sich begebeu wollte, wurde er zu Dschide'i'deh gefangen genommen.Nach wiedercrlangter Freiheit ging er wieder nach Kairo, und dann durch die Wüste überGaza nach Jerusalem. Auch hier war er der erste Christ, dcrin das Innere der Moschee cindrang.Nachdem er alle übrigen den Christen und den Moslims heiligen Örter Palästinas und Sy-