Druckschrift 
1 (1845) A bis Balbuena
Entstehung
Seite
721
Einzelbild herunterladen
 

Baden bei Wien Baden (Familie) 72 t

xeratur von 43°54° N. steigt, liefert in 24 Stunden 7,345440 Kubikzoll Wasser. DerFels, aus welchem sie hervorbricht, ist noch zum Theil aus der Römer Zeit mit carrarischemMarmor bekleidet- Auch bei dem vormaligen Armenbade finden sich mehre Überreste röm.Bader. Zu den bekanntesten Quellen gehören außerdem die Judenquelle, die Höllenquelle,die Quelle zum Ungemach, ferner die Klosterquelle, der Brühlbrunnen, die zwei Muhrquellen,die Quelle zum Kühlen Brunnen und die vier Quellen derBätlü. Das Wasser enthält außerdem kohlensauren Gase salzsaures Natron, salzsaure Kalk- und Talkerde, schwefelsanreKalkerde und kohlensaurcs Eisen; es wird besonders gegen Stockungen im Pfortadersystemund Menstruationsstörungen als Bad, Douche, Einspritzung und Getränk, aber auch gegenchronische Hautkrankheiten und Lähmungen, besonders in Form der Schlammbäder ange-wendet. In der neuesten Zeit ist B. wegen seiner Spielbanken berüchtigt. Vgl. Schreiber,Baden-Baden, die Stadt, ihre Heilquellen und Umgebung" (Stuttg. 1840) und Heyfclder,Die Heilquellen des Großherzogthums Baden, des Elsaß und des Wasgau" (Stuttg. 1841).In der Nähe befindet sich die eisenhaltige Mineralquelle zu Li ch tent hal, deren sich dieCurgäste von B. oft mit Nutzen als Nachcur bedienen.

Baden-, auch Baden bei Wien genannt, Stadt in Niederöstreich, liegt etwazwei Meilen in südlicher Richtung von Wien entfernt, in einer reizenden Gegend, am Fußeeines Weingebirgcs, dessen Gewächs mit zu den besten östr. Weinen gehört, und hat 5000 E.Sie ist jetzt Sommcrresidenz mehrcr Erzherzoge von Ostreich und ihre vorzüglichsten Gebäudesind das Redoutengebäude, die Häuser der Erzherzoge und das Casino. Neben dem Parkbeim Thercsicnbade mit seinen schönen Baumgängen ist der Kalkfelsen, aus welchem die wohl-thätige Quelle hervorsprudelt. Ihr Wasser gehört zu denerdigsalinischen warmen Schwefel-wassern und kommt in seiner Wirkung dem von Aachen ziemlich nahe, nur daß es wenigererhitzend und reizend ist. Die heißesten Quellen sind der Ursprung, das Frauen- und das Jo-sephsbad. Man badet gemeinschaftlich, und jedes der Bäder faßt 40150 Personen; dochkann man zu bestimmten Stunden auch allein baden. Die Höhle beim Ursprung ist dadurchmerkwürdig, daß auf ihrem Fußboden sich eine salzige Masse absetzt, welche alsBadenerSalz bekannt ist. Ein herrlicher Spaziergang ist das Helenenthal, das, je weiter man esverfolgt, desto romantischer und wilder wird. In der Nähe ist das Schloß Weilburg, wel-ches dem Erzherzoge Karl gehört, und in dem Helcnenthale sind die alten Ritterburgen Rau-henstein, Rauhcncgg und Scharfencck. Vgl. Rollet,B. in Ostreich" (Wien 1838).

Baden in der Schweiz, im Cankon Aargau, an der Limmat, mit 1800 E-, in einersehr angenehmen Gegend, wurde von den Römern, die die dasigcn Heilquellen kannten, an-gelegt. Sie bauten an der Stelle, wo jetzt die Stadt steht, eine Feste, csstsllmn Uiermarumgenannt. Noch jetzt findet man in und umB. röm. Inschriften, Bildsäulen, Münzen, Haus-geräthe und andere Alterthümer. In B. wurden bis 1712 die eidgenössischen Tagsatzungengehalten, die der Stadt manchen Vortheil brachten. Unter den öffentlichen Gebäuden sindzu erwähnen die katholische Kirche und das Nathhaus, aufwelchemam7.Sept. 1714 Eugenvon Savoyen als Bevollmächtigter des Kaisers und desRcichs den badener Frieden mitFrankreich Unterzeichnete. Die Stadt hat die Gerichtsbarkeit über die Bäder, die tief untenam Ufer der Limmat liegen und täglich über 3 Mill. Pf. Wasser liefern, welches, obschon eskein Schwcfelwafferstoffgas enthält, doch den Schwcselwassern zuzuzählen ist, nur daß es sichmehr den salinischen Quellen anschließt. Seine Hauptwirkung zeigt es gegen skrofulöse undherpetische Dyskrasie. Eine breite, mit einer Reihe von Kirchen, Kapellen und Wohnhäusernbesetzte Straße führt zu den Quellen. Neben zwei öffentlichen gibt es 142 Privatbäder.Das wärmste oder das Veronabad von 37° R. ist ein öffentliches und faßt 8V100 Men-schen. Die Figur auf einer Säule im Veronabade soll die Isis sein, von welcher manglaubt, daß sie zu B. einen Tempel gehabt habe. Vgl. Heß,Badcnfahrt" (Zür. 1818) undLöwig,Die Mineralquellen von B. im Canton Aargau" (Zür. 1837).

Baden, eine dänische Familie, aus welcher mehre Glieder als Schriftsteller und Ge-lehrte sich bekannt gemacht haben. Jakob B., gcb. 1735 zu Wordingborg, gest. zuKopenhagen 1804, der sich namentlich als Kritiker, Grammatiker und Philolog großeVerdienste erworben hat, studirte zu Kopenhagen, dann seit 1750 zu Göttingen und Leip-Conv.-Lex. Neunte Ausl. l. ^0