716 Baden (Geschichte)
Herzogthum Schwaben bekam, nahm noch bei dessen Lebzeiten den herzoglichen Titel a»,den er nach mannichfachem Wechsel von Erwerb und Verlust nebst seinen Gütern imBreisgau, in der Ortenau, im Schwarzwalde und Neckargau 1078 auf seinen ältestenSohn, Berthold II., vererbte. Die männlichen Nachkommen desselben erhielten das Her-zogthum Burgund, konnten cs aber nur zum Theil behaupten und starben 1218 mit Bert-hold V. aus. Diesen Letztem beerbten zwei Töchter, von denen Agnes, des Grafen vonUrach Gemahlin, die meisten zähring. Güter in Schwaben, nebst Freiburg im Breisgau,und Anna, des Grafen von Kyburg Gemahlin, die schweiz. und burgund. Freigüter erhielt.Das Übrige fiel dem Reiche zu. Berthold's 1. zweiter Sohn, Hermann I., besaß schon beiseines Vaters Lebzeiten Hochberg im Breisgau, wozu auch B. gehörte, und nahm den Mark-graftntitel an. Später zog er sich in das Kloster zu Clugny zurück und starb hier noch vorseinem Vater 1074. Sein Erbe war sein Sohn Hermann II., der sich zuerst MarkgrafvonBaden nannte und Stammvater des jetzt noch blühenden Hauses B. ward. Er starb1130, nachdem er den hohenstauf. Kaisern, Konrad und Friedrich 1., wichtige Dienste ge-leistet hatte und von diesen zum Herzog von Verona ernannt worden war. Sein Sohn,Hermann 111., der jenen Titel behielt, ein Liebling Kaiser Friedrich's 1-, starb 1160 auf einemKreuzzuge in Antiochien. Seine Söhne, Hermann IV. und Heinrich, theilten die Landeum das 1 . 1190 und stifteten zwei Linien, jener die badische, dieser die hochbergische. Her-mann IV. erhielt vom Kaiser Friedrich II. für die durch seine Gemahlin ererbte Hälfte derStadt Braunschweig die Stadt Durlach, ein ehemaliges Eigcnthum der Herzoge von Zäh-ringen, als Freigut und Ettlingen als Lehen. Von seinen beiden Söhnen pflanzte Rudolfden bad. Stamm fort; der ältere aber, Hermann V., erhielt durch seine Gemahlin Gertrud,Herzogin von Ostreich, ein Recht auf dieses Herzogthum, kam auch in den Besitz desselben,ward jedoch zwei Jahre daraus vergiftet, und sein Sohn Friedrich mit Konradin von Schwa-ben 1268 in Neapel enthauptet, daher das Haus die reiche Erbschaft wieder verlor. Eli-sabeth aber, Hermann's V. Schwestertochter, heirathcte den Herzog Albert, Kaiser Ru-dolfs von Habsburg Sohn, demnach der Meinung der damaligen Zeit, nun erst ein vollesRecht auf Ostreich erhielt. Hermann's V. Bruder, Markgraf Rudolf von B., vereinigtedie Herrschaft Eberstein mit seinen Landen und zog mehre hohenstausische Güter währenddes großen Zwischcnrcichs an sich; Kaiser Rudolf l. aber nahm ihm diese wieder ab. Ihmfolgte Hermann VI., dessen Söhne Friedrich und Rudolf IV. abermals zwei Linien stifteten.Friedrich's Linie starb bald aus > Rudolf hingegen pflanzte seinen Stamm fort. Die weitereGeschichte von B. enthält fortgesetzte Theilungen, die dem Lande sehr schädlich waren.
Markgraf Christoph, gest. 1527, der sämmtliche bad. Lande vereinigte, theilte die-selben aufs neue unter seine drei Söhne, von denen der eine bald starb, die beiden an-dern die Linien Baden-Baden und Baden-Durlach stifteten. Bernhard, gest. 1537, derStifter des Hauses Baden-Baden, führte die Reformation in seinen Landen ein. SeinEnkel Philipp kam unter die Vormundschaft des Herzogs von Baiern, welcher während der-selben die evangelische Lehre wieder abschaffte. Philipp starb 1588, und das Land fiel an sei-nen Vetter Eduard, der zur katholischen Kirche überging. Eduard bekümmerte sich wenig umdie Regierung, lebte in der Fremde und machte bedeutende Schulden. Kaiser Rudolf II.übertrug daher die Verwaltung des Landes den Herzogen von Baiern und Lothringen. Die-sem Beschlüsse widersetzte sich der Markgraf Ernst Friedrich und nahm das Land 1595 inBesitz; erst 1629 ward cs dem Markgrafen Wilhelm, Eduard's Sohn, wieder cingeräumt.Die Linie Baden-Baden starb im 1.1771 aus und alle bad. Lande wurden nun wieder ver-einigt. Christoph's I. zweiter Sohn, Ernst, gest. 1553, war der Stifter der Linie Baden-Durl a ch. Er nahm die evangelische Lehre an, welche von seinem Sohne Karl II. im gan-zen Lande eingeführt ward. Der Sohn des Letztem, Ernst Friedrich, theilte 1584 aufsneue mit seinen Brüdern Jakob und Georg Friedrich. Er trat von der evangelischen Kirchezur rcformirten über, verkaufte zum unersetzlichen,Schaden des Landes 1590 die ÄmterBesigheim und Mündelsheim und 1603 auch die Ämter Altensteig und Liebenzell an Wür-tcmberg und starb 1604 ohne Kinder. Sein Bruder, Georg Friedrich, der ihm folgte, tratseinem ältesten Sohne, Friedrich V., die Regierung ab, während er selbst mit einem neuge-worbenen Kriegshecre gegen Kaiser Ferdinand II. zur Bcschützung des Kurfürsten von der