712 Bo-ajoz Baden (Geogr. u. Statist.)
Sand ihre Wärme erhalten, sodaß dadurch eine gleichmäßige Erhitzung erzielt wird. Vgl.Marcard, „Über die Natur und den Gebrauch der Bäder" (Haunov. 1793), Speier, „Ideenüber die Natur und Anwcndungsart natürlicher und künstlicher Bäder" (Berl. > 803), Kausch,„Über die Bäder" (Lpz. > 806), Engclmann, „Über die Wirkungsweise und den diätetischenWerth des russ. Dampfbades" (Köuigsb. 1828) und Hille, „Das Dampfbad, seine Einrich.tung, Wirkung und Anwendung" (Lpz. 1820).
Badajoz, bei den Römern kux.4ug»stkr und daher bei den Mauren Lsr^iiAOigenannt, die befestigte Hauptstadt der span. Landschaft Estremadura, liegt am linken Uferder Guadiana, über welche eine steinerne Brücke non 28 Bogen führt, in einer fruchtbarenGegend unfern der portug. Grenze und hat 15000 E. Sie ist der Sitz eines Generalcapi-tains und eines Bischofs, hat eine Stückgicßerei, einen merkwürdigen Dom mit prachtvol-ler Orgel und unterhält bei lebhaftem Handel Fabriken für Hüte, Leder und Fayence. Alsein Schlüssel zuPortugal ist sie in der Kriegsgeschichte vielfach wichtig geworden. Sie wurde1658 von den Portugiesen und 1705 im span. Erbfolgekriege von den Alliirten vergeblichbelagert. Im franz. Kriege wurde B. dreimal durch die Engländer unter Wellington bela-gert, zum ersten Male nach der Eroberung von Olivenza am 10. Apr. 1811, doch mußte,da Soult zum Entsatz anrückte, die Belagerung am 14. Mai aufgehoben werden; zum zwei-ten Male nach den Schlachten von Fueutes d'Ouor und bei Albuera, vom 25. Mai— 16.Juni 1811, doch ebenfalls vergebens. Die dritte Einschließung am 17. März 1812 endetemit der Eroberung der Stadt durch Sturm am 7. Apr., nach einem mörderischen Kampfeund einem Verluste während der zwanzigtägigcn Belagerung von 72 Offizieren und 963M. an Tobten und 306 Offizieren und 3383 M. an Verwundeten. Die Besatzung mitdem commandirendcn General Philippon ward gefangen. Im Frieden zu B., geschlos-sen zwischen Spanien und Portugal am 6. Juni 1801, versprach Portugal seine Häfen denEngländern zu verschließen; Spanien aber behielt das eroberte Olivenza und dessen Gebietan der Guadiana. Hierauf schloß auch Frankreich Frieden mit Portugal am 2 9. Sept., durchwelchen cs vortheilhafterc Handclsbewilligungen und eine neue Grenze in Guiana erhielt.
Baden, das Großherzogthum, ist der südwestlichste der deutschen Bundesstaaten,welcher sich bei einer Größe von 276 IHM. in Richtung der oberrheinischen Tiefebene unddes Schwarzwaldes von dem Wertheimer Südknie des Main bis zum Bodensee erstreckt,im Osten und Norden von Baiern und Würtcmberg, Hohenzollern-Sigmaringen und Hesscn-Darmstadt begrenzt und durch den Rhein westlich von der bairischen Pfalz und von Frank-reich wie südlich von der Schweiz geschieden. Politisch ist es eingetheilt in vier Kreise undzwar von Süd nach Nord in den Seckreis, Ober-, Mittel- und Unter-Rheinkrcis, welchewieder in 78 Bezirksämter zerfallen; in physischer Rücksicht ist die Eintheilung des westli-chen am rechten Nheinufer gelegenen Tieflandes und des östlichen Gcbirgs- und Hügellan-des charakteristisch und zwar in solchem Zahlenverhältniß, daß der Tiefebene '/s und demBerglande */s des Areals zufallen. Unter den Gebirgen tritt der Schwarzwald (s. d,) ambedeutendsten hervor. Er gehört auf eine Strecke von 21 Meilen, von Säcking bis Pforz-heim, fast ausschließend B. an, fällt mit steilen Rändern westlich ab und'geht durch höhereBergebenen zu den würtcmberg. Neckarplateaus über. Er nimmt von Süd nach Nord inseiner Mittlern Höhe von 3900—2600 F. ab, wird durch tiefe romantische und wilde Thälermehrfach gruppirt und trägt als ausgezeichnetste Gipfel im Süden denFcldberg und Belchen.Die Erniedrigung des badischen Berglandes im Norden der Murg wird im Allgemeinendas Neckargebirge genannt bis zum steilen Quercinschnitt des Neckarthals, jenseit dessen sichder Odenwald (s. d.) erhebt, der seine Massen fast ganz im Großherzogthum Hessen aus-breitct und nur mit seinen Ostgrenzen in Umgebung des Katzenbuckels unweit Eberbachauf badischem Boden ruht. Im südöstlichen Theile, im Seekreise, erheben sich die lang-gestreckten Plateauflächen des deutschen Jura zwischen den Rhein- und Donaudurch-brüchen, in B. unter dem Localnamen des Randen, der im Nordwesten steil und kurz ab-fällt, aber im Osten zu den schwäbischen Plateauabschnitten des nellenburger und hegauerHügellandes in sanften Formen übergeht. Jsolirt in dem ebenen Rheinthale steht im Obcr-rheinkrcise zwischen Altbrcisach und Endingcn die kleine basaltische Berggruppe des Kaiser-stuhls, 1100 F. über dem Rheinspicgel. B. wird durch den Rhein und die Donau in den